Dänischer Geheimdienst PET warnt vor konkreten russischen Sabotageplänen gegen Rüstungsindustrie

Der dänische Geheimdienst PET hat öffentlich gewarnt, dass Russland konkrete Sabotageplanungen gegen dänische Rüstungsunternehmen verfolgt, insbesondere gegen Firmen, die an Militärhilfe für die Ukraine beteiligt sind. Laut PET versucht Russland, dänische Bürger über soziale Netzwerke für Aufgaben wie das Fotografieren von Anlagen zu rekrutieren. Die Warnung fällt zusammen mit ähnlichen Vorfällen und Zuschreibungen in Deutschland, Schweden und Polen.

Warum es wichtig ist

Die dänische Erklärung verdeutlicht, dass Sabotagebedrohungen gegen westliche Rüstungsindustrien, die die Ukraine unterstützen, nicht mehr nur möglich, sondern konkret geplant sind. Die Rekrutierung gewöhnlicher Bürger über soziale Medien zeigt eine Ausweitung der russischen Hybridtaktik auf NATO- und EU-Gebiet. Die dänische Warnung reiht sich in ähnliche Vorfälle und Zuschreibungen in Deutschland, Schweden und Polen ein und deutet auf ein breiteres Muster hin.

Was geschehen ist

Der dänische Geheimdienst PET bestätigte, dass ihm Informationen über russische Sabotageplanungen auf dänischem Territorium vorliegen. Emil Græsholm, Leiter der Spionageabwehr bei PET, erklärte, der Dienst beobachte „sehr konkrete" Planungen für Sabotage durch Russland. Vorrangiges Ziel seien Rüstungsunternehmen, die an Militärhilfe für die Ukraine beteiligt sind. PET erklärte, Russland versuche, gewöhnliche dänische Bürger über soziale Netzwerke und Online-Plattformen zu rekrutieren, etwa um Firmen oder Einrichtungen für die Sabotageplanung zu fotografieren. Græsholm nannte Brandstiftung als eine mögliche Taktik und erklärte, das Hauptziel Russlands sei es, bestimmte Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu stoppen und Dänemark einzuschüchtern, um die Unterstützung für die Ukraine sowie den Ausbau der eigenen Verteidigungsfähigkeiten zu unterbinden. PET erwarte, dass die Bedrohung weiter an „Umfang und Komplexität" zunehmen werde. Die Bedrohung richte sich gegen ukrainische Rüstungshersteller in Dänemark; Russland zeige darüber hinaus ein umfassenderes Interesse an der dänischen Rüstungsindustrie.

Hintergrund

Die dänische Warnung erfolgt vor dem Hintergrund weiterer Vorfälle in Europa: Deutsche Behörden warfen russischen Geheimdiensten einen hybriden Angriff am Flughafen Leipzig/Halle vor, bei dem eine Drohne mit Sprengsatz in der Nähe eines ukrainischen An-124-Transport-Flugzeugs entdeckt und von der Bundespolizei entschärft wurde. Die deutsche Regierung kündigte diplomatische Gegenmaßnahmen an, darunter die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des „Russischen Hauses" in Berlin. Polens Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, ein Brand in einem Werk eines polnischen Drohnenherstellers sei Sabotage gewesen. Schweden berief nach der deutschen Ankündigung seinen Nationalen Sicherheitsrat ein, um ähnliche Bedrohungen für das eigene Land zu erörtern.

Quellen