Selenskyj bietet Fedorov Leitung der Agentur für Wiederaufbau an

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Iwan Fedorow, den Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, gebeten, die Staatliche Agentur für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung der Ukraine zu führen. Fedorow bestätigte das Angebot während seines Berichts zu 1.000 Tagen im Amt. Eine offizielle Entscheidung über seine Abberufung oder Ernennung steht noch aus.

Warum es wichtig ist

Der Wechsel würde eine personelle Veränderung in einer der strategisch sensibelsten Regionen der Ukraine auslösen – dem frontnahen und industriell bedeutenden Gebiet Saporischschja. Die Agentur für Wiederaufbau ist eine zentrale Behörde für den kriegsbedingten Wiederaufbau des Landes. Eine neue Ernennung würde Fedorows regionale Rolle mit einem landesweiten Mandat zur Erholung der Infrastruktur verbinden. Die Vakanz an der Spitze der Agentur entstand durch den Rücktritt des bisherigen Leiters Serhij Suchomlyn. Fedorows Profil – einschließlich seiner Entführung durch russische Streitkräfte im Jahr 2022 – verleiht dem Personalwechsel hohe politische Sichtbarkeit.

Was geschehen ist

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Iwan Fedorow, den Leiter der Oblast-Militärverwaltung Saporischschja, gebeten, die Staatliche Agentur für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung zu übernehmen. Das Angebot wurde von Fedorow selbst öffentlich gemacht, während er eine Bilanz zu seinen ersten 1.000 Tagen im Amt zog. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung war weder eine offizielle Entscheidung über seine Abberufung als Leiter der Oblast-Militärverwaltung noch über seine Ernennung in der neuen Position getroffen worden. Fedorow erklärte, der mögliche Wechsel bedeute keine Abkehr vom Gebiet Saporischschja; er wolle dort weiterhin als Co-Vorsitzender des Verteidigungsrats der Oblast tätig sein. Die formelle Ernennung eines Nachfolgers oder kommissarischen Leiters der Oblast-Militärverwaltung müsste vom Ministerkabinett der Ukraine geprüft und anschließend durch ein präsidiales Dekret bestätigt werden. Nach Informationen von Suspilne aus regionalen politischen Kreisen gilt Fedorows derzeitiger Stellvertreter Mychajlo Semikin als wahrscheinlicher Kandidat für den Posten des Leiters der Oblast-Militärverwaltung Saporischschja; Semikin gehört Fedorows Team seit der Zeit in Melitopol an und ist seit Mai 2024 stellvertretender Leiter der Verwaltung. Die Vakanz an der Spitze der Agentur für Wiederaufbau entstand durch den freiwilligen Rücktritt des bisherigen Leiters Serhij Suchomlyn, der das Amt seit September 2024 innehatte und am 29. Juli 2026 sein Rücktrittsschreiben einreichte.

Wie ukrainische Quellen berichten

Alle sieben herangezogenen Quellen stammen aus der Ukraine und stellen das Angebot übereinstimmend als einen vom Präsidenten initiierten und von Fedorow selbst öffentlich bestätigten Personalschritt dar. Ukrainische Medien heben Fedorows biografisches Profil hervor, insbesondere seine Entführung durch russische Streitkräfte im Jahr 2022 und seine spätere Freilassung, um seine politische Legitimität zu unterstreichen. Die ukrainische Berichterstattung betont zudem die Verfahrensvorsicht: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war weder eine offizielle Entscheidung über seine Abberufung noch über seine Ernennung getroffen worden. Mehrere ukrainische Quellen erläutern das formelle Verfahren, das für eine Nachfolge nötig wäre (Prüfung durch das Ministerkabinett, anschließend präsidiales Dekret), und nennen Mychajlo Semikin als wahrscheinlichen Kandidaten für den Posten des Leiters der Oblast-Militärverwaltung. Fedorows Versicherung, er werde das Gebiet Saporischschja weiterhin als Co-Vorsitzender des Verteidigungsrats betreuen, wird in den Berichten als Signal der Kontinuität und nicht der Abwendung von der Region gerahmt.

Worin sich die Berichterstattung unterscheidet

Die Quellen widersprechen sich darin, wie weit der Wechsel bereits feststeht. Ein Teil der Berichterstattung stützt sich auf Informationen von Suspilne aus politischen Kreisen der Region und stellt den Wechsel als beschlossene Sache dar, wonach Fedorow seinen Posten verlasse und nach Kiew für die neue Ernennung ziehe. Im Gegensatz dazu betonen Fedorows eigene Aussagen sowie die als bestätigt eingestuften Fakten, dass zum Zeitpunkt der Berichterstattung keine offizielle Entscheidung über seine Abberufung oder seine Ernennung getroffen worden war.

Hintergrund

Iwan Fedorow begann seine Laufbahn im öffentlichen Dienst 2014 als stellvertretender Bürgermeister von Melitopol und wurde 2020 zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Am 25. Februar 2022 marschierten russische Streitkräfte in Melitopol ein; Fedorow weigerte sich, mit den Besatzern zusammenzuarbeiten. Am 11. März 2022 wurde er von russischen Soldaten in Melitopol entführt; die Entführung wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet. Am 13. März 2022 versammelten sich Einwohner von Melitopol zu einer Kundgebung für Fedorow und die Aktivistin Olha Hajsumowa; Präsident Selenskyj wandte sich an Staats- und Regierungschefs weltweit mit der Bitte, Fedorows Freilassung zu unterstützen. Am 16. März 2022 wurde Fedorow im Austausch gegen neun russische Wehrpflichtige aus der Gefangenschaft entlassen. Im Februar 2024 wurde Fedorow zum Leiter der Oblast-Militärverwaltung Saporischschja ernannt. Der bisherige Leiter der Staatlichen Agentur für Wiederaufbau, Serhij Suchomlyn, reichte am 29. Juli 2026 aus eigenem Antrieb sein Rücktrittsschreiben ein; er hatte die Behörde seit September 2024 geleitet.

Quellen