Selenskyj bietet Fedorov Leitung des Wiederaufbauamtes an – offizielle Entscheidung steht aus
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Iwan Fedorow, den Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, für den Posten des Chefs der staatlichen Agentur für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung vorgesehen. Fedorow erklärte am Donnerstag, den 3. September, im Rahmen seines Berichts zu 1.000 Tagen im Amt, er habe das Angebot angenommen und wolle zugleich als Ko-Vorsitzender des Verteidigungsrats des Gebiets Saporischschja weiterarbeiten. Eine offizielle Entscheidung über seine Abberufung und Ernennung wurde bislang nicht getroffen.
Das Wichtigste
- Präsident Wolodymyr Selenskyj bot Iwan Fedorow die Leitung der staatlichen Agentur für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung an.
- Fedorow kündigte das Angebot am 3. September 2026 in seinem Bericht zu 1.000 Tagen im Amt an.
- Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag weder eine offizielle Abberufung Fedorows von der OVA Saporischschja noch seine Ernennung zum neuen Posten vor.
- Fedorow erklärte, er wolle als Ko-Vorsitzender des Verteidigungsrats des Gebiets Saporischschja weiter tätig sein.
- Die Abberufung eines OVA-Chefs und die Ernennung eines Nachfolgers müssen laut Verfahren vom Ministerkabinett gebilligt und per Präsidentenerlass unterzeichnet werden.
- Der bisherige Amtsinhaber der Wiederaufbauagentur, Serhij Suchomlyn, hatte am 29. Juli 2026 seinen Rücktritt eingereicht; er leitete die Agentur seit September 2024.
- Laut Suspilne-Quellen aus den politischen Kreisen der Region gilt Fedorows Stellvertreter Mychajlo Semikin als wahrscheinlicher Kandidat für seine Nachfolge an der OVA Saporischschja.
Warum es wichtig ist
Die Personalentscheidung würde einen Leiter eines Frontgebiets an die Spitze einer zentralen Agentur für den kriegsbedingten Wiederaufbau der Infrastruktur führen. Die angekündigte Doppelrolle signalisiert den Versuch, die strategische Aufsicht über das Frontgebiet Saporischschja zu sichern und gleichzeitig den Schwerpunkt nach Kyjiw zu verlagern. Die Vakanz ergibt sich aus dem freiwilligen Rücktritt von Serhij Suchomlyn, dessen Amtszeit im September 2024 begonnen hatte.
Was geschehen ist
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Iwan Fedorow, den Leiter der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, für den Posten des Chefs der staatlichen Agentur für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung vorgesehen. Fedorow bestätigte das Angebot am Donnerstag, den 3. September 2026, im Rahmen seines Berichts zu 1.000 Tagen im Amt. Er erklärte, die neue Funktion solle zwei Verantwortungsbereiche verbinden und nicht das Ende seiner Arbeit in Saporischschja bedeuten; er wolle dort als Ko-Vorsitzender des Gebietsverteidigungsrats weiter aktiv bleiben. Eine offizielle Entscheidung über Fedorows Abberufung von der OVA oder seine Ernennung zum neuen Posten war zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht getroffen. Die rechtliche Voraussetzung ist ein Beschluss des Ministerkabinetts und ein anschließender Präsidentenerlass.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen beschreiben Fedorows Status an der OVA Saporischschja uneinheitlich: Einige Artikel formulieren den Wechsel als bestätigten Abgang und Umzug nach Kyjiw, andere betonen, dass es noch keine offizielle Entscheidung über Abberufung oder Ernennung gibt.
Hintergrund
Iwan Fedorow wurde am 29. August 1988 in Melitopol im Gebiet Saporischschja geboren und begann seine politische Laufbahn dort 2014 als stellvertretender Bürgermeister. 2020 wurde er zum Bürgermeister von Melitopol gewählt; am 25. Februar 2022 rückten russische Truppen in die Stadt ein, Fedorow lehnte eine Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht ab. Am 11. März 2022 wurde er von russischen Soldaten verschleppt, was von Überwachungskameras aufgezeichnet wurde; am 16. März 2022 kam er im Austausch gegen neun russische Wehrpflichtige frei. Im Februar 2024 wurde er per Präsidentenerlass zum Leiter der OVA Saporischschja ernannt. Der bisherige Chef der Wiederaufbauagentur, Serhij Suchomlyn, hatte am 29. Juli 2026 seinen Rücktritt eingereicht; er stand der Agentur seit September 2024 vor. Eine Abberufung eines OVA-Chefs und die Ernennung eines Nachfolgers müssen vom Ministerkabinett gebilligt und durch einen Präsidentenerlass bestätigt werden.