3 September 2026 · Aktualisiert am 3 September 2026

Serienproduktion von über 5.000 Langstrecken-Kamikaze-Drohnen für die Ukraine bei München gestartet

In der Nähe von München hat die Serienproduktion von mehr als 5.000 Langstrecken-Kampfdrohnen für die Ukraine begonnen. Hergestellt werden sie vom Joint Venture des deutsch-amerikanischen Unternehmens Auterion und des ukrainischen Partners Airlogix im Auftrag der deutschen Bundesregierung. Der Vertrag hat nach Branchenangaben ein Volumen von rund 300 Millionen Euro und soll bis Mitte 2027 erfüllt werden.

Das Wichtigste

  • Serienproduktion von über 5.000 Langstrecken-Drohnen für die Ukraine am Standort nahe München angelaufen.
  • Joint Venture von Auterion (deutsch-amerikanisch) und Airlogix (Ukraine), gegründet im Februar dieses Jahres.
  • Zwei Modelle: mittlere Reichweite sowie eine Langstreckenvariante mit bis zu 1.500 km Flugreichweite.
  • Vertragswert laut Branchenquellen rund 300 Mio. Euro; Lieferung bis Mitte 2027 vorgesehen.
  • Weitere Produktion an einem zweiten Standort in Ostdeutschland geplant.
  • Drohnen vom Typ „Kamikaze" (Einwegdrohnen) mit KI-gestützter Software gegen elektronische Gegenmaßnahmen.
  • Daneben hat die Bundesregierung 90 Mio. Euro für die Beschaffung von 50.000 ukrainischen Shrike-Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte bereitgestellt.

Warum es wichtig ist

Mit dem Produktionsstart entsteht erstmals in großem Maßstab eine Fertigung weitreichender Angriffsdrohnen für die Ukraine auf deutschem Boden. Die Bundesregierung bindet sich mit einem Auftrag im dreistelligen Millionenbereich über rund zwei Jahre. Über das Joint Venture fließen ukrainische Kampferfahrung und deutsche Industriekapazität zusammen. Eine Variante mit bis zu 1.500 km Reichweite erweitert die potenzielle Reichweite ukrainischer Angriffe deutlich.

Was geschehen ist

Das Joint Venture aus dem deutsch-amerikanischen Unternehmen Auterion und dem ukrainischen Partner Airlogix hat nahe München mit der Serienproduktion von Drohnen für die Ukraine begonnen. Erste Exemplare sind bereits gefertigt. Das Auftragsvolumen der Bundesregierung wird von Branchenkennern auf rund 300 Mio. Euro beziffert und soll bis Mitte 2027 erfüllt werden. Die Produktion ist zusätzlich an einem weiteren Standort in Ostdeutschland vorgesehen. Gefertigt werden zwei Modelle – eine Variante mittlerer Reichweite sowie ein Langstreckenmodell mit bis zu 1.500 km Reichweite. Die Drohnen sind als Einwegsysteme („Kamikaze"-Drohnen) konzipiert: Sie tragen einen Sprengsatz und detonieren beim Aufschlag auf dem Ziel. Auterion liefert Software und Betriebssystem, Airlogix die Hardware. KI in der Software soll die Drohnen gegen elektronische Gegenmaßnahmen des Gegners robuster machen. Nach Angaben des Joint Ventures werden die ersten kampferprobten Systeme noch in diesem Jahr an die Ukraine geliefert; weitere Bestellungen und ein längerfristiger Vertrag werden erwartet.

Wo die Berichte auseinandergehen

Zum Gründungsdatum des Joint Ventures zwischen Auterion und Airlogix nennen einige Quellen lediglich „Februar" dieses Jahres, mindestens ein Artikel konkretisiert es auf Februar 2026.

Hintergrund

Das Auterion-Airlogix-Joint Venture wurde im Februar desselben Jahres gegründet. Auterion wurde von Lorenz Mayer (deutscher Herkunft) in der Schweiz gegründet, hat seinen Hauptsitz heute in den USA und ein deutsches Büro in München; das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und gilt nach eigenen Angaben als profitabel, ohne den Umsatz offenzulegen. Separat hat die Bundesregierung 90 Mio. Euro für den Kauf von 50.000 ukrainischen Shrike-Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte bereitgestellt. Den Produktionsstart hatte zuerst die deutsche Wirtschaftszeitung Handelsblatt am 3. September gemeldet. Die Münchner Polizei ermittelt zudem wegen eines versuchten Anschlags auf eine Baustelle eines anderen Rüstungsunternehmens, Rohde & Schwarz, bei dem Unbekannte Brandvorrichtungen geworfen hatten.