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Journalist infiltriert ersten Kongress des polnischen anti-ukrainischen „Bürgerpatrouillen“-Kongress

Ein Journalist der Gazeta Wyborcza schlich sich auf den ersten Kongress der polnischen Bewegung „Patrole Obywatelskie“ (Bürgerpatrouillen) ein und dokumentierte dort Teilnehmer mit offen feindseligen Äußerungen über Ukrainer und andere Migranten. Die Bewegung wurde 2024 gegründet und gibt an, 2.000 Patrouillen in ganz Polen durchgeführt zu haben; sie war zuvor in gewaltsame Vorfälle verwickelt, darunter einen Angriff auf ein Wohnheim für Ausländer.

Das Wichtigste

  • Journalist Rafał Górski von der Gazeta Wyborcza wurde Mitglied der „Bürgerpatrouillen“ und besuchte deren ersten Kongress
  • Die 2024 gegründete Bewegung gibt an, 2.000 Patrouillen in Polen durchgeführt zu haben
  • Teilnehmer nannten Premier Donald Tusk, dessen Vorgänger Mateusz Morawiecki, die EU und die Ukraine als Feinde
  • Ein Teilnehmer behauptete, Ukrainer träfen sich heimlich im Wald, um „nachts gegen Polen zu konspirieren“
  • Ein Mitglied sagte, Ukrainer seien „undankbar“ und könnten nach vier Jahren in Polen kein Wort Polnisch
  • Auch Kolumbianer wurden als Problem beschrieben – wegen lauter Musik und Alkoholkonsums
  • Der Journalist wurde nach Erkennung als Pressevertreter aufgefordert, die Veranstaltung zu verlassen

Warum es wichtig ist

Die Undercover-Recherche gewährt einen direkten Einblick in eine polnische Bewegung, die offen anti-ukrainische und fremdenfeindliche Rhetorik pflegt. Die Verschwörungserzählung über angebliche geheime Treffen ukrainischer Migranten im Wald sowie die namentliche Auflistung politischer Feinde verdeutlichen das Ausmaß der Radikalisierung innerhalb der Bewegung.

Was geschehen ist

Ein Journalist der Gazeta Wyborcza füllte ein Aufnahmeformular aus und zahlte einen Mitgliedsbeitrag von 10 Zloty pro Monat, um der Bewegung „Patrole Obywatelskie“ beizutreten. Mit der Mitgliedskarte Nr. 1662/2026 nahm er als „gewöhnliches Mitglied“ am ersten Kongress teil, der am ersten September-Wochenende auf einem Campingplatz stattfand. Dort dokumentierte er mehrere Teilnehmer mit feindseligen Aussagen: Ein Mann namens Paweł bezeichnete Premierminister Donald Tusk, Ex-Premier Mateusz Morawiecki, die EU und die Ukraine als Feinde. Ein anderer, Marek, äußerte, Ukrainer seien „undankbar“ und manche nach vier Jahren in Polen unfähig, auch nur ein Wort Polnisch zu sprechen. Ein Ehrenmitglied namens Grzegorz behauptete, ein befreundeter Taxifahrer bringe Ukrainer jede Woche in den Wald zu geheimen Treffen gegen Polen, wo sie „nachts konspirieren“. Weitere Teilnehmer äußerten sich negativ über kolumbianische Migranten, denen sie laute Musik und Alkoholkonsum vorwarfen. Nachdem ein für Medienkontakte zuständiges Mitglied den Journalisten erkannte, wurde er aufgefordert, die Veranstaltung zu verlassen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Medien ordnen den Kongress explizit als Treffen einer fremdenfeindlichen Bewegung ein und rücken die anti-ukrainischen Aussagen der Teilnehmer in den Vordergrund. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verschwörungsbehauptungen über angebliche geheime Wald-Treffen sowie die Auflistung der Ukraine als „Feind“ neben der EU und polnischen Politikern.

Hintergrund

Die Bewegung „Patrole Obywatelskie“ wurde 2024 gegründet und gibt an, über ein Netzwerk regionaler Koordinatoren 2.000 Patrouillen in ganz Polen durchgeführt zu haben. In der Vergangenheit war die Bewegung in gewaltsame Vorfälle verwickelt, darunter einen Angriff auf ein Wohnheim, dessen Bewohner ausländische Wurzeln hatten.