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Hackergruppe CikLeak meldet Angriff auf Russlands Wahlkommission vor Duma-Wahl

Die Hackergruppe CikLeak behauptet, die Infrastruktur der russischen Zentralen Wahlkommission und ihres Auftragnehmers Tsifrotech (eine Tochter von Rostelecom) gehackt zu haben. Dabei sollen Quellcode des neuen Wahlsystems GAS "Wybory" 2.0, interne Dokumente und Zugangsdaten der Mitarbeiter erbeutet worden sein. Die Materialien wurden dem russischen Investigativmedium IStories übergeben, das deren Echtheit bestätigte – wenige Tage vor den für den 18. bis 20. September geplanten Duma-Wahlen.

Das Wichtigste

  • Die Hackergruppe CikLeak reklamiert den Angriff auf die Infrastruktur der russischen Zentralen Wahlkommission und ihres Auftragnehmers Tsifrotech (Rostelecom-Tochter) für sich.
  • Erbeutet wurden interne Dokumentation, der Quellcode von GAS "Wybory" 2.0, Arbeitskommunikation und eine Datenbank mit Mitarbeiter-Zugangsdaten.
  • Das russische Investigativmedium IStories (Wazhnye Istorii) erhielt das Archiv und bestätigte die Echtheit der Materialien.
  • GAS "Wybory" 2.0 wurde Anfang 2026 eingeführt; die Duma-Wahlen vom 18. bis 20. September sind die erste föderale Wahl mit dem neuen System.
  • Im August erklärte CEC-Chefin Ella Pamfilova, das System sei nicht hackbar; wenige Stunden vor Bekanntwerden des Angriffs kündigte die CEC eine Schwachstellenprüfung an.
  • Russland will die Wahlen auch auf den besetzten Gebieten der Oblaste Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson abhalten; die ukrainische Zentralwahlkommission erklärte diese Abstimmungen für illegitim.
  • Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU rief Bewohner der besetzten Gebiete zur Nichtteilnahme an den Wahlen auf.

Warum es wichtig ist

Der Angriff zielt auf das Wahlsystem, das Russland bei seiner ersten föderalen Wahlkampagne auf der neuen Plattform GAS "Wybory" 2.0 einsetzen will. Er wirft Fragen zur Integrität der Duma-Wahlen vom 18. bis 20. September auf – gerade nachdem die CEC-Vorsitzende die Unhackbarkeit des Systems beteuert hatte. Die Veröffentlichung über das unabhängige russische Medium IStories, das die Echtheit der Materialien bestätigte, verleiht dem Leak Glaubwürdigkeit. Zugleich soll die Wahl auch auf besetzten ukrainischen Gebieten stattfinden, was die Ukraine als rechtswidrig ablehnt.

Was geschehen ist

Die Hackergruppe CikLeak erklärte, die Infrastruktur der russischen Zentralen Wahlkommission und von deren Auftragnehmer Tsifrotech – einer Tochtergesellschaft von Rostelecom und Entwickler der neuen Version des staatlichen automatisierten Wahlsystems GAS "Wybory" 2.0 – gehackt zu haben. Den Angaben zufolge verschafften sich die Angreifer Zugang zu interner Dokumentation, zum Quellcode des Wahlsystems, zu Arbeitskommunikation und zu einer Datenbank mit Passwörtern und Zugangsdaten der Mitarbeiter. Das Archiv wurde der Redaktion des russischen Investigativmediums Wazhnye Istorii (IStories) übergeben, deren Journalisten die Echtheit der Materialien bestätigten. Wenige Stunden vor Bekanntwerden des Angriffs hatte die russische Wahlkommission eine Überprüfung der Schwachstellen von DAS "Wybory" und des Videoüberwachungssystems angekündigt.

Hintergrund

GAS "Wybory" 2.0 wurde Anfang 2026 eingeführt und ist das erste föderale Wahlsystem dieser Art in Russland. Im Juni 2026 beschloss die russische Wahlkommission, den Wahlprozess auch auf den besetzten Gebieten der Oblaste Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson sowie auf der Krim und in Sewastopol zu organisieren; dort wurden 11 Direktwahlkreise gebildet. Die ukrainische Zentralwahlkommission erklärte alle dort abgehaltenen "Wahlen" oder "Referenden" für illegitim und ihre Ergebnisse für rechtlich nichtig. Der ukrainische Sicherheitsdienst SBU rief die Bewohner der besetzten Gebiete zur Nichtteilnahme an den Duma-Wahlen vom 18. bis 20. September auf.