Ereignis: 1. September · Veröffentlicht am

Selenskyj warnt vor zunehmender Unsicherheit des russischen Luftraums durch ukrainische Drohnenangriffe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Ansprache an die Nation erklärt, der russische Luftraum werde aufgrund ukrainischer Drohnenschläge „vollständig gefährlich“. Er betonte, dass die Ukraine keine zivile Luftfahrt bedrohe, warnte aber ausländische Fluggesellschaften, die Ziele in Russland anfliegen, sowie im Land akkreditierte Botschafter vor den Risiken. Selenskyj erneuerte zudem die Bereitschaft der Ukraine, Drohnenangriffe für geplante Treffen in Russland auf Bitten ihrer Partner vorübergehend auszusetzen.

Das Wichtigste

  • 1. September: Selenskyj erklärt, der russische Luftraum werde „vollständig gefährlich“ und sei „de facto“ dabei, sich zu schließen.
  • Das ukrainische Außenministerium soll internationale Stellen sowie in der Ukraine und in Moskau tätige Botschafter mit „vollständigen Informationen“ versorgen.
  • Warnung richtet sich ausdrücklich an Fluggesellschaften mit Zielen in Moskau, Sankt Petersburg und anderen russischen Schlüsseldestinationen.
  • 25.–27. August: Auf Bitte der USA habe die Ukraine Angriffe auf Moskau und Sankt Petersburg ausgesetzt; Russland habe die Pause seinerseits nicht eingehalten.
  • Ukraine sei auf Anfrage eines weiteren Staates zeitweise im Raum Wladiwostok nicht aktiv geworden und sei bereit, den russischen Luftraum für geplante Friedensgespräche in definierten Zeiträumen und Richtungen freizuhalten.
  • Nach Selenskyj wird Sicherheit im russischen Luftraum erst zurückkehren, wenn „echte Bewegung hin zum Frieden“ beginnt.

Warum es wichtig ist

Die Warnung markiert eine neue Phase, in der ukrainische Drohnenoperationen die Sicherheit der zivilen Luftfahrt im russischen Luftraum unmittelbar betreffen. Sie verlagert die Verantwortung für die Einschränkung des russischen Luftraums klar auf Russland als Urheber des Krieges und erzeugt diplomatischen wie rechtlichen Druck auf ausländische Fluggesellschaften, die weiterhin russische Ziele anfliegen.

Was geschehen ist

In seiner Ansprache an die Nation am 1. September warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der russische Luftraum werde durch ukrainische Drohnenschläge „vollständig gefährlich“ und schließe sich „de facto“. Er stellte ausdrücklich fest, dass die Ukraine keine zivile Luftfahrt ins Visier nehme, betonte aber, dass Drohnen im russischen Luftraum präsent seien und einkalkuliert werden müssten. Das ukrainische Außenministerium und weitere Institutionen wurden angewiesen, internationale Stellen „vollständig“ zu informieren; im Inland und in Moskau tätige Botschafter sollten die Informationen an ihre Hauptstädte weiterleiten. Besonders wandte sich Selenskyj an Fluggesellschaften mit Zielen in Moskau, Sankt Petersburg und weiteren russischen Schlüsseldestinationen. Er erinnerte daran, dass die Ukraine auf Bitte der USA vom 25. bis 27. August Angriffe auf Moskau und Sankt Petersburg ausgesetzt habe, während Russland seinerseits die Pause nicht eingehalten habe. Auch im Raum Wladiwostok sei die Ukraine auf Wunsch eines anderen Staates zeitweise nicht aktiv geworden. Für aktuell vorbereitete neue Treffen in Moskau sei die Ukraine bereit, den russischen Himmel für definierte Zeiträume und Richtungen von Drohnen freizuhalten. Solange keine „echte Bewegung hin zum Frieden“ beginne, werde der russische Luftraum für Drohnen, nicht aber für die zivile Luftfahrt nutzbar sein.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die drei ukrainischen Quellen — Радіо Свобода, Бабель und hromadske — berichten übereinstimmend über Selenskyjs Warnung und stellen die zunehmende Unsicherheit des russischen Luftraums als direkte Folge des von Russland begonnenen Krieges dar. Die Berichterstattung hebt Selenskyjs Abgrenzung hervor, dass die Ukraine keine zivile Luftfahrt angreife, Drohnen im russischen Luftraum aber weiterhin operieren würden.

Hintergrund

Selenskyj verwies auf frühere Drohnenpausen, zu denen sich die Ukraine auf Bitten internationaler Partner bereitgefunden hatte — darunter die Aussetzung rund um Moskau und Sankt Petersburg vom 25. bis 27. August sowie eine zeitweise Pause im Raum Wladiwostok auf Wunsch eines anderen Staates. Russland habe diese Pausen seinerseits nicht eingehalten. Aktuell seien neue Treffen in Moskau in Vorbereitung; die Ukraine sei bereit, für diese Termine den russischen Luftraum zeitweise und räumlich begrenzt freizuhalten.