Trump knüpft neues Treffen mit Putin an Bereitschaft zu Friedensabkommen
Am 2. September 2025 erklärte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus, er sei bereit, sich sofort mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen – wolle ein solches Treffen aber nur stattfinden lassen, wenn Russland und die Ukraine bereit seien, ein Friedensabkommen zu schließen. Trump nannte die persönliche Feindschaft zwischen Wolodymyr Selenskyj und Putin als größtes Hindernis und äußerte sich optimistisch, dass das Kriegsende „ziemlich nahe“ sei.
Das Wichtigste
- Trump sagte am 2. September im Weißen Haus, er sei bereit, Putin sofort zu treffen, aber nur wenn Russland und die Ukraine für ein Friedensabkommen bereit seien.
- Trump bezeichnete die „enormen Feindseligkeiten“ zwischen Selenskyj und Putin als Haupthindernis für ein Abkommen.
- Trump sagte, die USA wollten gute Beziehungen zu Russland, der Ukraine und allen anderen und beschrieb Russland als Land mit riesigem Territorium und wertvollen Ländereien.
- Trump behauptete, er habe acht Kriege beendet, einige davon schwieriger als der Russland und Ukraine.
- Trump nannte den Krieg eine „dumme“ Krieg, den Putin und Selenskyj beenden sollten, und äußerte die Einschätzung, das Ende sei „ziemlich nahe“.
- CIA-Direktor John Ratcliffe hatte Ende August einen geheimen Moskau-Besuch gemacht und dort ein trilaterales Treffen Trump-Selenskyj-Putin vorgeschlagen; laut dem russischen Medium Agentstvo lehnte Putin ein Treffen ab, nachdem er den Inhalt der Botschaft erfahren hatte.
- Am 31. August traf US-Finanzminister Scott Bessent am Rande des G20-Gipfels den russischen Finanzminister Anton Siluanov – Siluanows erster solcher Besuch in den USA seit Kriegsbeginn – und warb laut Journalisten für einen von Trump vorgeschlagenen 28-Punkte-Friedensplan.
Warum es wichtig ist
Trumps Äußerung definiert die öffentliche Bedingung der US-Regierung für ein neues direktes Gipfeltreffen mit Putin und verknüpft es mit konkreten Fortschritten hin zu einem ukrainisch-russischen Friedensabkommen. Indem er die persönliche Feindschaft zwischen Selenskyj und Putin als Haupthindernis nennt, verlagert Trump die Verantwortung weg von der russischen Invasion. Die Aussagen fallen in eine breitere, mehrgleisige US-Diplomatieoffensive – CIA-Direktor John Ratcliffes Moskau-Reise Ende August, Finanzminister Scott Bessents G20-Treffen mit dem russischen Finanzminister Anton Siluanov und ein angeblicher 28-Punkte-Plan –, was Trumps Schwelle zum Bewertungspunkt für den gesamten US-Vermittlungsversuch macht. Seine Einschätzung, das Kriegsende sei „ziemlich nahe“, signalisiert, dass die US-Regierung in naher Zukunft ein diplomatisches Ergebnis erwartet. Eine wiederholte, nicht belegte Behauptung von rund 25.000 Gefallenen pro Monat erhöht zudem die Lautstärke der Verlustframing ohne Quellenangabe.
Was geschehen ist
Am 2. September 2025 sprach US-Präsident Donald Trump vor Journalisten im Weißen Haus über den Stand der US-Bemühungen um ein Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine. Er sagte, er sei bereit, sich „sofort“ mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen, wolle ein solches Treffen aber nur stattfinden lassen, wenn Russland und die Ukraine bereit seien, ein Friedensabkommen zu schließen. Trump erklärte, Putin würde einem Treffen zustimmen, wenn er dies wolle; er bevorzuge aber, damit zu warten, bis ein Deal unterschriftsreif sei. Er bezeichnete das Verhältnis zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Putin als von „enormer Feindschaft“ geprägt und nannte dies das Haupthindernis für eine Einigung. Trump forderte beide Seiten auf, den „dummen Krieg“ zu beenden, und behauptete, er habe bereits acht Kriege beendet, einige davon als schwieriger als den russisch-ukrainischen. Er äußerte die Einschätzung, das Kriegsende sei „ziemlich nahe“, und sagte, die USA strebten gute Beziehungen zu Russland, der Ukraine und allen anderen an. Die Äußerungen fallen zusammen mit Berichten über einen geheimen Moskau-Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe Ende August – bei dem er laut Axios ein trilaterales Trump-Selenskyj-Putin-Treffen vorgeschlagen hatte und laut dem russischen Medium Agentstvo von Putin abgewiesen worden war, nachdem dieser den Inhalt der Botschaft erfahren hatte – sowie über ein G20-Randtreffen zwischen US-Finanzminister Scott Bessent und dem russischen Finanzminister Anton Siluanov am 31. August, bei dem laut Journalisten ein angeblicher 28-Punkte-Plan Trumps beworben wurde.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt Trumps Worte als bedingte US-Haltung dar: ein Treffen mit Putin werde explizit an die Bereitschaft geknüpft, ein Friedensabkommen zu schließen, nicht als Selbstzweck. Sie rahmt die Äußerungen als Teil eines breiteren US-Diplomatiepakets – Ratcliffes Moskau-Reise, Bessent-Siluanov am G20 – ein und betont die Positionen der Gegenseite: Die Bedingung des Kreml, ein trilaterales Treffen könne nur „zur Formalisierung von Abkommen“ stattfinden, Selenskyjs Aussage, die Geheimdienstdaten zeigten, dass Putin den Krieg nicht beenden wolle, und die ukrainische Weigerung, die gesamte Donbas-Region an Russland abzutreten. Damit wird die Bewegungslast auf Moskau gelegt. Ein ukrainischsprachiger Beitrag verweist zudem darauf, dass Trump über Videos mutmaßlicher Übergriffe bei der Mobilmachung in der Ukraine informiert sei – ein Hinweis auf die innenpolitische Sensibilität des Themas.
Wo die Berichte auseinandergehen
Über den Schwerpunkt von CIA-Direktor John Ratcliffes geheimer Moskau-Reise Ende August gehen die Darstellungen auseinander: Die New York Times berichtet, er habe eine pessimistische Kriegseinschätzung geteilt und Russland zu einem Abkommen gedrängt, während der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Kyrylo Budan, am 27. August sagte, der Krieg in der Ukraine sei nicht das Hauptthema gewesen. Die Wall Street Journal deutete zudem an, die Reise habe eine Warnung an Putin im Kontext von Hinweisen auf russische Mobilmachungsvorbereitungen und einen möglichen Test der NATO-Entschlossenheit enthalten.
Hintergrund
Der vorangegangene Trump-Putin-Gipfel fand im August 2025 in Anchorage, Alaska, statt. Russische Vertreter berufen sich seither auf einen nicht näher definierten „Geist von Anchorage“ bzw. ein „Einvernehmen“; Kommentatoren mutmaßten, dies könne ein Einfrieren des Konflikts und die Abtretung des gesamten Donbas an Russland umfassen – was Trump zurückgewiesen hat. Die ukrainische Seite lehnt eine Abtretung des gesamten Donbas ab. CIA-Direktor John Ratcliffe hielt sich um den 25. August zu einem nicht angekündigten Besuch in Moskau auf und schlug ein trilaterales Treffen Trump-Selenskyj-Putin vor; nach Angaben des russischen Mediums Agentstvo lehnte Putin ein Treffen ab, als er vom Inhalt der Botschaft erfuhr, die ein rasches Kriegsende anmahnte. Am 31. August traf US-Finanzminister Scott Bessent am Rande des G20-Gipfels den russischen Finanzminister Anton Siluanov – Siluanows erste solche Teilnahme seit Kriegsbeginn –; Journalisten zufolge warb Bessent für einen angeblichen 28-Punkte-Plan Trumps und stellte laut Reuters klar, dass die USA keine wirtschaftlichen Zugeständnisse oder neuen Vereinbarungen mit Moskau vor einem Kriegsende akzeptieren würden. Kremlsprecher Peskow erklärte, ein mögliches trilaterales Treffen könne nur „zur Formalisierung von Abkommen“ stattfinden; Selenskyj sagte, Geheimdienstdaten zeigten, dass Putin den Krieg nicht beenden wolle.