Polen richtet zeitlich befristete Flugbeschränkungszone EPR134 im Osten des Landes ein
Das Operative Kommando der polnischen Streitkräfte führt vom 10. September bis zum 9. Dezember eine temporäre eingeschränkte Flugzone mit der Bezeichnung EPR134 im östlichen Polen ein. Die Maßnahme wird mit dem Krieg in der Ukraine begründet und soll der polnischen Luftabwehr freie Hand für schnelle Reaktionen auf mögliche Bedrohungen geben. Eine volle Sperrung gilt innerhalb der Zone speziell in den Nachtstunden.
Das Wichtigste
- Polens Operatives Kommando der Streitkräfte richtet die zeitlich befrichtete Flugzone EPR134 im Osten Polens ein.
- Die Beschränkungen gelten vom 10. September bis zum 9. Dezember.
- Die Zone reicht vom Boden bis etwa 3 Kilometer Höhe (FL95).
- Eine vollständige Flugeinschränkung innerhalb der Zone gilt speziell nachts.
- Zivile Passagierflugzeuge auf höheren Flughöhen sind nicht betroffen.
- Die Maßnahme wird mit dem Krieg in der Ukraine und dem Bedarf an freier Hand für die Luftabwehr begründet.
- In der Nacht zum 31. Juli war es während eines russischen Angriffs auf die Westukraine zu einer Verletzung des polnischen Luftraums gekommen; ukrainische Angaben sprechen von einer eingeflogenen russischen Ch-101-Marschflugkörper.
Warum es wichtig ist
Ein NATO-Staat, der direkt an die Ukraine grenzt, formalisiert eine zeitlich ausgedehnte Flugbeschränkungszone in seinem östlichen Luftraum – mit ausdrücklichem Bezug auf den Krieg in der Ukraine. Nach den Vorfällen Ende Juli, bei denen es während russischer Angriffe auf die Westukraine zu einer Verletzung des polnischen Luftraums kam, erhält die polnische Luftabwehr damit ein planbares Instrument für schnelle Reaktionen.
Was geschehen ist
Das Operative Kommando der polnischen Streitkräfte hat eine zeitlich befristete Flugbeschränkungszone mit der Bezeichnung EPR134 im Osten Polens angeordnet. Die Beschränkungen gelten vom 10. September bis zum 9. Dezember und reichen vom Boden bis etwa 3 Kilometer Höhe (FL95). Während der Nachtstunden gilt innerhalb der Zone ein vollständiges Flugverbot. Zivile Passagierflugzeuge auf höheren Flughöhen sind nicht betroffen. Die polnische Flugsicherungsbehörde PAŻP veröffentlichte die Mitteilung zur Einrichtung der Zone auf Bitten des Militärs. Als Grund wurden die Sicherheit des Luftraums angesichts des Krieges in der Ukraine und die Notwendigkeit genannt, der polnischen Luftabwehr freie Hand für schnelle und wirksame Reaktionen auf mögliche Bedrohungen zu geben. Die Zone liegt in der Nähe der Grenzen zur Ukraine und zu Belarus und folgt auf eine analoge Beschränkung, die bereits vom 10. Juni bis zum 9. September in Kraft war.
Wo die Berichte auseinandergehen
Uneinigkeit besteht beim Enddatum der Beschränkungen: Eine Quelle spricht ohne Jahresangabe von „diesem Jahr“, eine andere nennt ausdrücklich 2026.
Hintergrund
Eine ähnliche polnische Flugbeschränkung war zuvor bereits vom 10. Juni bis zum 9. September in Kraft – es handelt sich also um eine Verlängerung. In der Nacht zum 31. Juli hatte Polen eine Verletzung seines Luftraums während eines groß angelegten russischen Angriffs auf die Westukraine registriert; ein nicht identifiziertes Objekt, das sich westwärts bewegte, verschwand vom Radar, bevor es vollständig identifiziert werden konnte. Eine wahrscheinliche Einschlagstelle wurde in einem Feld nahe dem Dorf Tarnawa-Kolonia in der Woiwodschaft Lublin festgestellt, wo später ein Krater und Fragmente gefunden wurden. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte, eine russische Ch-101-Marschflugkörper habe in jener Nacht polnisches Hoheitsgebiet überflogen. Polnische F-16-Kampfjets sowie Aufklärungs- und Tankflugzeuge von Verbündeten wurden daraufhin aufgestiegen. Die Zone liegt im östlichen Polen nahe den Grenzen zur Ukraine und zu Belarus und reicht vom Boden bis etwa 3 Kilometer Höhe.