3 September 2026 · Aktualisiert am 3 September 2026

Trump erklärt US-Munitionsbestände für „nahezu unbegrenzt“ und fordert Europa zur Rückzahlung auf

US-Präsident Donald Trump hat am 3. September in einem Truth-Social-Beitrag behauptet, die USA verfügten über „praktisch unbegrenzte“ Bestände an Munition mittlerer und höherer Klasse. Er kündigte an, dass die USA derzeit Munition für eigene Zwecke zurückhielten, der Verkauf an Verbündete aber bald wieder aufgenommen werde. Zugleich warf er der Biden-Administration vor, der Ukraine kostenlos mehr Munition geliefert zu haben, als die USA im Einsatz gegen Iran verbraucht hätten, und kündigte an, von Europa eine Erstattung der „hunderte Milliarden Dollar“ zu fordern, die zuvor kostenfrei an die Ukraine und die NATO geflossen seien.

Das Wichtigste

  • Trump schrieb am 3. September auf Truth Social, die USA hätten „praktisch unbegrenzte“ Bestände an Munition mittlerer und hoher Klasse – mehr als für den Krieg gegen Iran oder einen anderen Konflikt nötig.
  • Trump behauptete, die US-Produktion laufe auf noch nie dagewesenem Niveau; die USA würden derzeit Munition für sich behalten, Verkäufe an Verbündete aber bald wieder aufnehmen.
  • Trump warf der Biden-Administration vor, der Ukraine kostenlos deutlich mehr Munition überlassen zu haben, als die USA im Iran-Einsatz verbraucht hätten.
  • Trump erklärte, „hunderte Milliarden Dollar“ seien kostenfrei an die Ukraine und die NATO geflossen; die USA würden dieses Geld von Europa zurückfordern, „wenn auch mit Verspätung“.
  • Trump kritisierte Medienberichte über Munitionsengpässe als „verräterisch“ und drohte Medien mit langen Haftstrafen.
  • Seit dem Amtsantritt Trumps leisten die USA keine eigene Militärhilfe mehr an die Ukraine; Verbündete kaufen US-Waffen seit Sommer 2025 über die PURL-Initiative für Kiew.
  • Pentagon-Chef Pete Hegseth wies Medienberichte zurück, wonach die US-Streitkräfte wichtige Raketenbestände aufbrauchen.

Warum es wichtig ist

Trumps Beitrag verknüpft die Munitionslage der USA mit dem Iran-Einsatz und der früheren Ukraine-Hilfe und signalisiert, unter welchen Vorbehalten er künftige US-Militärhilfe für Kiew sieht. Mit der erneuten Forderung nach europäischer Erstattung der „hunderte Milliarden Dollar“ an Ukraine und NATO hält er Druck auf die europäischen Verbündeten aufrecht. Gleichzeitig eskaliert er seinen Konflikt mit den US-Medien über die Berichterstattung zur Munitionslage im Iran-Krieg. Der Beitrag bestätigt zudem den seit Trumps Amtsantritt geltenden Kurs, dass europäische Verbündete US-Waffen für die Ukraine über die PURL-Initiative selbst bezahlen.

Was geschehen ist

US-Präsident Donald Trump veröffentlichte am Donnerstag, dem 3. September, einen Beitrag auf Truth Social, in dem er den USA „praktisch unbegrenzte“ Bestände an Munition mittlerer und höherer Klasse zuschrieb. Er erklärte, die US-Produktion laufe auf einem noch nie dagewesenen Niveau und die USA würden derzeit Munition für eigene Zwecke zurückhalten; der Verkauf an Verbündete solle aber bald wieder aufgenommen werden. Trump warf der Biden-Administration vor, der Ukraine kostenlos deutlich mehr Munition überlassen zu haben, als die USA im Iran-Einsatz verbraucht hätten. Er kündigte an, von Europa die Erstattung der „hunderte Milliarden Dollar“ zu verlangen, die zuvor kostenfrei an die Ukraine und die NATO geflossen seien – „wenn auch mit Verspätung“. Zugleich griff er Medienberichte über Munitionsengpässe scharf an und drohte den beteiligten Medien mit langen Haftstrafen.

Wo die Berichte auseinandergehen

In der Berichterstattung ist umstritten, auf welcher Plattform Trump den Beitrag veröffentlicht hat: Ein Artikel (Nr. 2629) verortet den Post auf X (Twitter) über die Nachrichtenagentur Reuters, während alle anderen Beiträge des Sets ihn als auf Truth Social veröffentlicht beschreiben.

Hintergrund

Europäische Partner erwerben US-Waffen für die Ukraine derzeit über die PURL-Initiative, die NATO-Verbündeten, Kanada und anderen Partnern den Kauf amerikanischer Munition und Waffen für die Ukraine ermöglicht. Mehrere Medienberichte hatten zuvor ausgeführt, die USA hätten etwa 80 Prozent der Bestände eines wichtigen Luftverteidigungssystems aufgebraucht; Pentagon-Chef Pete Hegseth wies diese Berichte zurück. Bis April hatten die US-Streitkräfte laut Berichten über 1.000 weitreichende Tomahawk-Marschflugkörper eingesetzt; Schätzungen gingen von einem Verbrauch von nahezu 50 Prozent der Patriot-Abfangraketen aus. Im Mai warnte die USA Japan vor erheblichen Lieferverzögerungen bei 400 Tomahawks. Im Juli wurde die Iran-Operation mit 80 bis 100 Milliarden Dollar veranschlagt – fast dreimal so hoch wie die öffentlich genannte Pentagon-Zahl. Am 30. August hatten die USA zwei Raketeninstallationen des iranischen Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) auf der iranischen Insel Larak angegriffen; Teheran erklärte, die IRGC habe im Gegenzug US-Stützpunkte in Jordanien angegriffen. Am 1. September kündigten die USA Angriffe auf IRGC-Ziele in der Region der Straße von Hormus an; Trump sagte, Iran könne „vollständig zerstört“ werden, sollte es zurückschlagen. Nach Angaben des Kieler Instituts hat Europa der Ukraine bereits deutlich mehr Hilfe geleistet als die USA. Im August hatte Trump erklärt, die USA selbst benötigten Patriot-Abfangraketen, nachdem Selenskyj deren Lieferung an die Ukraine erbeten hatte; die Financial Times berichtete, Trump habe Selenskyjs Bitte um 300 Patriot-Raketen zur Schonung der US-Bestände abgelehnt.