Deutschland ergänzt Europäischen Haftbefehl gegen Nord-Stream-Verdächtigen um «Kriegsverbrechen»
Deutschland hat den Europäischen Haftbefehl gegen den ukrainischen Staatsbürger Wolodymyr Schurawljow im Fall der Nord-Stream-Sabotage aktualisiert und den Tatbestand «Kriegsverbrechen» ergänzt. Die für den 4. September angesetzte Auslieferungsanhörung in Kroatien wurde daraufhin verschoben. Schurawljows Verteidigung wird von der Kanzlei «Katerynchuk, Moor i partnery» geführt.
Das Wichtigste
- Deutschland ergänzte den Europäischen Haftbefehl gegen Wolodymyr Schurawljow um die Qualifikation «Kriegsverbrechen».
- Die für den 4. September geplante Auslieferungsanhörung in Kroatien wurde wegen des aktualisierten Haftbefehls verschoben.
- Die Verteidigung wird laut Bekanntmachung von der Kanzlei «Katerynchuk, Moor i partnery» übernommen.
- Der Generalbundesanwalt hatte am 19. August die Festnahme Schurawljows in Kroatien im Zusammenhang mit der Nord-Stream-Sabotage bekanntgegeben.
- Vor der Festnahme in Kroatien war Schurawljow bereits zweimal einer Festnahme und Auslieferung nach Deutschland entgangen.
- Ein weiterer Verdächtiger, Serhij Kusnezow, befindet sich bereits in Deutschland in Untersuchungshaft; die Bundesanwaltschaft hat Ende Juni 2026 offiziell Anklage gegen ihn erhoben.
- Medienberichten zufolge wurde Schurawljow in Kroatien während der Dreharbeiten zu einem Hollywood-Film über die Sabotage mit dem Titel «Ostriv Zmiinyi» («Schlangeninsel») festgenommen.
Warum es wichtig ist
Die zusätzliche Qualifikation «Kriegsverbrechen» erhöht die rechtlichen Risiken für Schurawljow erheblich und deutet auf eine breitere strafrechtliche Einordnung der Nord-Stream-Sabotage durch die deutsche Seite hin. Da die Bundesanwaltschaft in der Anklage gegen den mitangeklagten Kusnezow geltend macht, die Verdächtigen seien als ukrainische Militärangehörige tätig geworden, könnte der Fall diplomatische Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Ukraine haben. Die Verschiebung der kroatischen Anhörung verlängert die juristische Ungewissheit.
Was geschehen ist
Deutschland hat den Europäischen Haftbefehl gegen den ukrainischen Staatsbürger Wolodymyr Schurawljow aktualisiert und um den Tatbestand «Kriegsverbrechen» ergänzt. Die Verteidigung – die Kanzlei «Katerynchuk, Moor i partnery» – gab diese Aktualisierung bekannt. In der Folge wurde die für den 4. September in Kroatien angesetzte Auslieferungsanhörung verschoben. Schurawljow war am 19. August in Kroatien festgenommen worden, nachdem er zuvor zweimal einer Festnahme und Auslieferung nach Deutschland entgangen war. Medienberichten zufolge erfolgte die Festnahme während der Dreharbeiten zu einem Hollywood-Film über die Nord-Stream-Sabotage mit dem Titel «Ostriv Zmiinyi» («Schlangeninsel»). Ein zweiter Verdächtiger, Serhij Kusnezow, sitzt bereits in Deutschland in Untersuchungshaft; die Bundesanwaltschaft hatte Ende Juni 2026 Anklage gegen ihn erhoben und wirft ihm vor, gemeinsam mit weiteren Gruppenmitgliedern als ukrainischer Militärangehöriger gehandelt zu haben.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainischen Quellen stellen die Mitteilung der Verteidigungskanzlei «Katerynchuk, Moor i partnery» in den Vordergrund und betonen das prozessuale Detail der Haftbefehl-Aktualisierung sowie die Verschiebung der kroatischen Anhörung. Daneben heben sie den ungewöhnlichen Umstand hervor, dass Schurawljow während der Dreharbeiten zu einem Hollywood-Film über die Sabotage mit dem Titel «Ostriv Zmiinyi» festgenommen wurde.
Hintergrund
Wolodymyr Schurawljow gilt Deutschland als an der Sabotage der Nord-Stream-Pipelines im Jahr 2022 beteiligt. Er war zuvor bereits zweimal einer Festnahme und Auslieferung nach Deutschland entgangen, bevor er am 19. August in Kroatien festgenommen wurde. Ein weiterer ukrainischer Verdächtiger, Serhij Kusnezow, war im Sommer zuvor in Italien festgenommen worden und befindet sich in Deutschland in Untersuchungshaft. Ende Juni 2026 veröffentlichte die Bundesanwaltschaft eine offizielle Anklageschrift gegen Kusnezow, in der behauptet wird, er und weitere Gruppenmitglieder seien als ukrainische Militärangehörige tätig geworden.