Mutmaßliche Abhöranlage im Dienstwagen von Lwiws Bürgermeister Sadowyj gefunden
Im Dienstwagen von Lwiws Bürgermeister Andrij Sadowyj wurde ein möglicher Abhörsender mit Antenne und SIM-Karte entdeckt. Sadowyj wandte sich an die Strafverfolgungsbehörden und forderte sie öffentlich auf, das Gerät abzuholen, falls es per Gerichtsbeschluss installiert wurde. Bereits rund ein Jahr zuvor war in seinem Büro ein ähnliches Gerät gefunden worden.
Das Wichtigste
- Am 18. September wurde im Dienstauto von Lwiws Bürgermeister Andrij Sadowyj ein Gerät mit Antenne und SIM-Karte entdeckt.
- Anlass war eine innerhalb eines Monats vollständig entladene Autobatterie sowie ein Klopfgeräusch im Fahrzeug.
- Sadowyj zeigte die Funde auf Video und übergab sie den Strafverfolgungsbehörden.
- Sadowyj erklärte, er wisse nicht, wer das Gerät angebracht haben könnte.
- Sadowyj forderte die Strafverfolgungsbehörden auf, das Gerät abzuholen, falls es per Gerichtsbeschluss rechtmäßig installiert wurde.
- Bereits etwa ein Jahr zuvor war in seinem Amtszimmer ein ähnliches Abhörgerät gefunden worden; laut Sadowyj erhielt er dazu keine konkreten Antworten.
Warum es wichtig ist
Es ist innerhalb eines Jahres der zweite mutmaßliche Lauschangriff im unmittelbaren Arbeitsumfeld des Bürgermeisters einer großen ukrainischen Stadt. Sadowyjs öffentliche Aufforderung an die Strafverfolgungsbehörden, das Gerät abzuholen, falls es per Gerichtsbeschluss installiert wurde, stellt die Frage, unter welcher Autorität solche Eingriffe in die Privatsphäre eines gewählten Beamten im Kriegsrecht erfolgen.
Was geschehen ist
Lwiws Bürgermeister Andrij Sadowyj meldete, dass in seinem Dienstwagen ein möglicherweise zum Abhören geeignetes Gerät mit Antenne und SIM-Karte gefunden worden sei. Die Entdeckung erfolgte, nachdem die Autobatterie innerhalb eines Monats mehrfach vollständig entladen war und im Innenraum ein Klopfen zu hören gewesen war. Sadowyj filmte die gefundenen Platinen mit Mikrochips, Kabeln und Antenne, veröffentlichte das Video in sozialen Netzwerken und übergab den Fund den Strafverfolgungsbehörden. Er kündigte an, die Leiter der zuständigen Dienste zu informieren. Sadowyj sagte, er wisse nicht, wer das Gerät angebracht haben könnte; sei es auf legalem Weg per Gerichtsbeschluss geschehen, könnten die Behörden es abholen kommen. Rund ein Jahr zuvor war bereits in seinem Amtszimmer ein als Abhörgerät bezeichneter Gegenstand gefunden worden, zu dessen Herkunft er nach eigenen Angaben keine konkrete Antwort erhalten habe.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die genauen Datumsangaben variieren: Der Fund im Dienstwagen wird in einem Teil der Berichte auf den 18. September datiert, in anderen Artikeln ohne genaues Datum genannt. Beim früheren Fund im Amtszimmer gibt eine Quelle den 17. September 2025 an, andere Berichte sprechen allgemeiner von „September 2025".
Hintergrund
Etwa ein Jahr vor dem aktuellen Fund hatten Fachleute laut Sadowyj in einem Ladegerät eines Funktelefons in seinem Büro ein Abhörgerät mit Speicherkarte und SIM-Karte entdeckt, nachdem sein Diensttelefon nicht mehr funktioniert hatte. Das Bürogerät war kurz nach Besuchen der damaligen Premierministerin Julia Swyrydenko, des Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk und ausländischer Gäste gefunden worden. Nach diesem Fund eröffnete der ukrainische Geheimdienst SBU ein Strafverfahren und kündigte an, das Gerät für eine Untersuchung sicherzustellen; nach Angaben von Sadowyj erhielt er keine konkrete Antwort zu dessen Herkunft.