Ukraine exportiert Strom in die EU, während im Inland der Strom knapp wird
Am Morgen des 9. Oktober 2026 führte der ukrainische Netzbetreiber Ukrenergo in mehreren Regionen Notabschaltungen ein. Grund ist eine schwierige Lage im Energiesystem nach russischen Angriffen. Gleichzeitig exportiert die Ukraine Strom in die EU – obwohl die heimische Erzeugung den Verbrauch übersteigt, lassen sich beschädigte Leitungen den Strom nicht von West nach Ost transportieren.
Das Wichtigste
- Ukrenergo führte am Morgen des 9. Oktober Notabschaltungen in mehreren Regionen ein.
- Geplante Abschaltpläne gelten in den betroffenen Regionen vorerst nicht.
- Die Ukraine exportiert weiterhin Strom in die EU; die Erzeugung übersteigt den Inlandsverbrauch.
- Beschädigte Übertragungsleitungen verhindern den Transport des Stroms von West nach Ost.
- DTEK erklärte die Notabschaltungen in Kiew und Umgebung mit Schäden an Hochspannungsnetzen durch russische Angriffe.
- In einigen Regionen gibt es längere Stromausfälle und Einschränkungen im öffentlichen Verkehr.
- Energieexperten sehen einen Widerspruch zwischen Exporten und gleichzeitigen Abschaltungen im Inland.
Warum es wichtig ist
Die Lage macht den Widerspruch sichtbar: Trotz Erzeugungsüberschuss können beschädigte Übertragungsnetze den Strom nicht dorthin liefern, wo er gebraucht wird. Das wirft Fragen zur Energiepolitik auf und zeigt, wie verwundbar das ukrainische Netz gegenüber russischen Angriffen bleibt – mit spürbaren Folgen für den Alltag der Bevölkerung, einschließlich Einschränkungen im Verkehr.
Was geschehen ist
Am Morgen des 9. Oktober 2026 kündigte Ukrenergo Notabschaltungen in mehreren Regionen an und erklärte die zuvor veröffentlichten Abschaltpläne in den betroffenen Gebieten für vorübergehend ungültig. Laut DTEK sind Schäden an Hochspannungsnetzen und Energieanlagen durch russische Angriffe die Ursache. In manchen Regionen kommt es zu längeren Stromausfällen und Einschränkungen im öffentlichen Verkehr. Die Verbraucher wurden gebeten, Strom sparsam zu nutzen und die Seiten der regionalen Energieversorger zu verfolgen. Die Notabschaltungen sollen aufgehoben werden, sobald sich die Lage stabilisiert.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt den Widerspruch in den Vordergrund: Während Strom in die EU exportiert werde, müssten Verbraucher im Inland ohne Strom auskommen. Als Ursache werden beschädigte Übertragungsleitungen infolge russischer Angriffe genannt. Energieexperten wie Jurij Koroltschuk und Hennadij Rjabzew bewerten die Lage als Folge einer systemischen Krise, die durch die Angriffe verursacht sei und die Logik gleichzeitiger Exporte und Abschaltungen in Frage stelle.
Hintergrund
Ukrainischer Strom gilt als günstiger als der in Nachbarländern, was Exportanreize schafft. In Rumänien und Ungarn gibt es zugleich Probleme mit Atomkraftwerken wegen niedriger Pegelstände der Donau, die für die Kühlung der Reaktoren benötigt werden.