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Ukraine: Bevölkerung auf kontrolliertem Gebiet auf 28,5 Millionen geschätzt

Das ukrainische Institut für Demografie schätzt die Bevölkerung auf dem kontrollierten Staatsgebiet zur Mitte des Jahres 2026 auf 28,5 Millionen Menschen. Die revidierte Schätzung liegt rund 500.000 Menschen unter der vorherigen Schätzung. Als wichtigste Ursache des Bevölkerungsrückgangs wird Auswanderung, nicht die Zahl der Gefallenen, genannt.

Das Wichtigste

  • Die Bevölkerung auf dem von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiet wird zur Mitte 2026 auf 28,5 Millionen Menschen geschätzt.
  • Die neue Schätzung liegt rund 500.000 Menschen unter der vorherigen Schätzung von etwa 29 Millionen.
  • Migration gilt als zentraler Faktor für den Bevölkerungsrückgang, neben der inneren und äußeren Migration.
  • In der EU befanden sich am 31. August 4,43 Millionen ukrainische Staatsangehörige unter vorübergehendem Schutz.
  • Die Sterberate liegt derzeit etwa 3,5-mal so hoch wie die Geburtenrate.
  • Das Institut für Demografie entwickelt eine Migrationsstrategie mit Mechanismen für die Rückkehr nach dem Kriegsende.

Warum es wichtig ist

Die revidierte Schätzung zeigt einen erheblichen Bevölkerungsrückgang auf dem kontrollierten ukrainischen Staatsgebiet. Migration, nicht die Zahl der Gefallenen, gilt als wichtigste Ursache. Gleichzeitig übersteigt die Sterberate die Geburtenrate deutlich, und nach dem Ende des Kriegszustands könnte eine weitere, vor allem männliche Migrationswche die Bevölkerungsentwicklung verschärfen. Für die postwar Rückkehr sei die Frage entscheidend, ob ehemalige Soldaten Arbeit und angemessene Löhne finden.

Was geschehen ist

Das Institut für Demografie und Sozialforschung der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine schätzt die Bevölkerung auf dem kontrollierten ukrainischen Staatsgebiet zur Mitte des Jahres 2026 auf 28,5 Millionen Menschen. Die neue Schätzung liegt etwa 500.000 Menschen unter der vorherigen gemeinsamen Schätzung von rund 29 Millionen, die im Juli 2026 auf Daten von drei Mobilfunkbetreibern und staatlichen Registern beruhte. Als wichtigste Ursache des Bevölkerungsrückgangs wurde die Auswanderung ins Ausland genannt. Die Institute arbeiten daher an einer Migrationsstrategie mit Mechanismen für die Rückkehr ukrainischer Staatsangehöriger nach dem Krieg. Eine mögliche weitere, überwiegend männliche Migrationswelle nach der Aufhebung des Kriegszustands hängt nach Einschätzung von Ella Libanova unter anderem von den Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten für zurückkehrende Soldaten ab.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Berichte stellen vor allem die revidierte Bevölkerungsschätzung, den methodischen Unterschied zur früheren Schätzung und die Rolle der Migration für den Bevölkerungsrückgang in den Mittelpunkt. Zusätzlich wird auf ungünstige demografische Entwicklungen hingewiesen: Die Sterberate übersteigt die Geburtenrate, und die Geburtenzahl ging im ersten Halbjahr deutlich zurück. Sorgen macht die mögliche neue, vor allem männliche Migrationswelle nach dem Ende des Kriegszustands, insbesondere im Zusammenhang mit der Rückkehr von Soldaten und ihren Beschäftigungsmöglichkeiten.

Wie internationale Quellen darüber berichten

In der internationalen Berichterstattung wird vor allem die revidierte Bevölkerungsschätzung hervorgehoben und die Migration als wichtigste Ursache des Bevölkerungsverlusts dargestellt. Die Angaben zum vorübergehenden Schutz in EU-Ländern verdeutlichen das Ausmaß der internationalen Vertreibung: Am 31. August waren 4,43 Millionen ukrainische Staatsangehörige in der EU geschützt. Thematisiert werden außerdem mögliche zusätzliche Migrationsbewegungen nach dem Krieg und die Frage der Rückkehr nach Ukraine.

Hintergrund

Die Schätzung bezieht sich auf das kontrollierte ukrainische Staatsgebiet und nicht auf die gesamte Ukraine. Die vorherige gemeinsame Schätzung von Staatst Statistikdienst und Institut für Demografie stützte sich auf Daten von drei Mobilfunkbetreibern sowie staatliche Register und berücksichtigte Binnenvertriebene. Die Sterberate übersteigt die Geburtenrate derzeit etwa um das 3,5-Fache, nach einem Verhältnis von ungefähr drei zu eins im Zeitraum 2022 bis 2025. Das Institut für Demografie entwickelt eine neue Migrationsstrategie mit Mechanismen für die Rückkehr nach dem Ende des Krieges.