Bessent sagt Russland: wirtschaftliche Zusammenarbeit erst nach Kriegsende
US-Finanzminister Scott Bessent hat seinem russischen Amtskollegen Anton Siluanov am Rande des G20-Finanzministertreffens in Asheville (North Carolina) klargemacht, dass eine wirtschaftliche Zusammenarbeit oder Lockerung der Sanktionen erst möglich sei, wenn der Krieg in der Ukraine ende. Hauptthema des bilateralen Gesprächs sei nach Angaben eines US-Vertreters der Ukraine-Friedensplan von Präsident Donald Trump gewesen. Siluanov nahm erstmals seit dem Beginn der russischen Vollinvasion persönlich an einem G20-Finanztreffen teil, was bei europäischen Vertretern auf Unmut stieß.
Das Wichtigste
- US-Finanzminister Scott Bessent traf sich am Rande des G20-Finanzministertreffens in Asheville mit dem russischen Finanzminister Anton Siluanov.
- Bessent unterbrach Siluanov, als dieser Themen von „gegenseitigem Interesse“ ansprechen wollte, und erklärte, „nichts sei möglich, solange der Krieg andauert“.
- Laut einem US-Vertreter war der Ukraine-Friedensplan von Präsident Donald Trump das Hauptthema des Gesprächs.
- Das russische Finanzministerium erklärte dagegen, es sei um Finanzkooperation im G20-Rahmen gegangen.
- Siluanov nahm erstmals seit Beginn der russischen Vollinvasion persönlich an einem G20-Finanztreffen teil.
- Europäische Minister boykotierten das traditionelle Gruppenfoto mit dem russischen Vertreter; Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte ein neues Sanktionspaket gegen Russland an.
Warum es wichtig ist
Das Treffen verknüpfte die Aussichten auf eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland sowie eine mögliche Lockerung der Sanktionen direkt mit der Fortdauer des Krieges in der Ukraine. Dass der US-Friedensplan für die Ukraine das Hauptthema des bilateralen Gesprächs bildete, unterstreicht dessen zentrale Rolle in den internationalen diplomatischen und wirtschaftlichen Kontakten. Zugleich offenbarten die Reaktionen der europäischen Teilnehmer – das Boykottieren des Gruppenfotos und die Ankündigung neuer Sanktionen – die anhaltenden Spannungen in der Frage einer Normalisierung der Beziehungen zu Moskau während des andauernden Konflikts.
Was geschehen ist
Am Rande des G20-Finanzministertreffens und der Notenbankgouverneurssitzung in Asheville (North Carolina) kam US-Finanzminister Scott Bessent bilateral mit dem russischen Finanzminister Anton Siluanov zusammen. Nach Darstellung eines US-Vertreters war das Hauptthema der Ukraine-Friedensplan von Präsident Donald Trump. Als Siluanov Fragen von „gegenseitigem Interesse“ ansprechen wollte, unterbrach ihn Bessent und stellte klar, dass weder eine Lockerung der wirtschaftlichen Beschränkungen noch Vereinbarungen zu anderen Themen möglich seien, solange der Krieg andauere. Das russische Finanzministerium erklärte hingegen, bei dem Treffen habe es um die Finanzkooperation im Rahmen der G20 gehen. Siluanov nahm erstmals seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine persönlich an einem G20-Finanztreffen teil. Europäische Minister und Notenbankgouverneure verweigerten die Teilnahme am traditionellen gemeinsamen Gruppenfoto mit dem russischen Vertreter; das Foto wurde schließlich ohne Siluanov aufgenommen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte ein neues europäisches Sanktionspaket gegen Russland an und bezeichnete Siluanovs Rückkehr als „besorgniserregendes Signal“ hinsichtlich einer möglichen Normalisierung der Beziehungen zu Moskau. US-Präsident Trump sagte auf eine Frage zu Siluanovs Einladung, Washington wolle „mit allen gut auskommen“ und sehen, was dabei herauskomme.
Wo die Berichte auseinandergehen
Quellen widersprechen sich beim angegebenen Zweck und Inhalt des Bessent-Siluanov-Treffens: Ein US-Vertreter nannte Trumps Ukraine-Friedensplan als Hauptthema, während das russische Finanzministerium erklärte, es sei um Finanzkooperation im G20-Rahmen gegangen. Darüber hinaus gibt es einander widersprechende Aussagen zur möglichen russischen Beteiligung am G20-Gipfel 2026 in Miami und zu einem möglichen Besuch Putins: Ein russischer Vertreter sprach von einer Einladung „auf höchster Ebene“, eine andere russische Vertreterin erklärte, die amerikanische Präsidentschaft bereite sich auf einen möglichen Putin-Besuch vor, während Kremlsprecher Dmitrij Peskow erklärte, ein Besuch Putins in den USA werde nicht erörtert.
Hintergrund
Siluanovs persönliche Teilnahme an einem G20-Finanztreffen erfolgte erstmals seit dem Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine; europäische Vertreter boykottierten daraufhin das traditionelle Gruppenfoto. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte ein neues europäisches Sanktionspaket gegen Russland an und bezeichnete die Rückkehr des russischen Ministers als besorgniserregendes Signal hinsichtlich einer möglichen Normalisierung der Beziehungen zu Moskau. Zugleich gab es unterschiedliche Aussagen über eine mögliche russische Teilnahme am G20-Gipfel 2026 in den USA und einen möglichen Besuch von Wladimir Putin.