Russland greift Kiew mit Raketen und Drohnen an – mindestens zwölf Tote
In der Nacht vom 31. August auf den 1. September 2026 hat Russland Kiew und das Kiewer Gebiet mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Ein Eisenbahndepot in Kiew wurde getroffen, sieben Menschen starben, sechs davon waren Mitarbeitende von Ukrzaliznytsia. Insgesamt wurden in der Ukraine mindestens zwölf Tote und Dutzende Verletzte gemeldet.
Das Wichtigste
- Russland griff Kiew und das Kiewer Gebiet in der Nacht vom 31. August auf den 1. September 2026 mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen an.
- Ein Eisenbahndepot in Kiew wurde durch ballistische Raketen getroffen; sieben Menschen kamen ums Leben, sechs davon Ukrzaliznytsia-Mitarbeiter.
- Insgesamt wurden in der Ukraine mindestens zwölf Tote gemeldet, darunter nach Angaben von Präsident Selenskyj ein indischer Staatsbürger.
- Die ukrainische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben fünf Iskander-M/KN-23/S-400-Raketen, fünf Kalibr-Marschflugkörpern und 187 Drohnen ab.
- In Boryspil im Kiewer Gebiet wurden ein fünfstöckiges Wohnhaus und ein Unternehmen beschädigt; 48 bis 50 Menschen wurden evakuiert.
- Der Fährübergreifen „Orlivka" an der Grenze zu Rumänien wurde ebenfalls getroffen; die Abfertigung von Personen und Fahrzeugen wurde vorübergehend eingestellt.
Warum es wichtig ist
Der Angriff forderte den größten einzelnen Verlust unter Eisenbahn-Mitarbeitern seit Langem: Sechs Beschäftigte von Ukrzaliznytsia starben bei dem Treffer des Depots in Kiew. Gleichzeitig wurden kritische Infrastruktur – ein Eisenbahndepot und der Grenzübergang Orlivka nach Rumänien – beschädigt oder unterbrochen. Die Vielfalt der eingesetzten Waffensysteme – Iskander/KN-23/S-400-Ballistikraketen, Marschflugkörper und mehr als 200 Shahed-Drohnen in einer einzigen Nacht – verdeutlicht die Bandbreite der russischen Fernwaffen. Opfer wurden aus mehreren Regionen gemeldet, darunter auch ein ausländischer Staatsbürger.
Was geschehen ist
In der Nacht vom 31. August auf den 1. September 2026 führte Russland einen großangelegten Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew, das Kiewer Gebiet und weitere Teile der Ukraine durch. Laut ukrainischen Angaben kamen Iskander-M/KN-23/S-400-Ballistikraketen, Zircon-Marschflugkörper, Kh-31P-Raketen, „Banderole"-Raketen sowie 218 Shahed-Drohnen und „Parodia"-Drohnen zum Einsatz. Die Luftabwehr meldete Abschüsse von fünf Iskander-M/KN-23/S-400-Raketen, zwei „Banderole"-Raketen, fünf Kalibr-Marschflugkörpern und 187 Drohnen. Raketen und Drohnen trafen in 28 Orten, Trümmer fielen in weiteren 10 Orten nieder. Ein Eisenbahndepot in Kiew wurde durch ballistische Raketen zerstört; dabei starben sieben Menschen, sechs davon Ukrzaliznytsia-Mitarbeiter; ein weiterer Eisenbahner wurde hospitalisiert. Eine Werkstatt wurde zerstört, Brände brachen aus, der Verkehr auf zwei Streckenabschnitten wurde vorübergehend eingestellt. Der Leiter von Ukrzaliznytsia, Oleksandr Pertsovskyi, berichtete von umfangreicher Zerstörung am Depot. Insgesamt wurden in Kiew acht Tote und fünf Verletzte (darunter drei Kinder) gemeldet. Im Kiewer Darnytskyj-Bezirk starben sieben Menschen; eine Person wurde in schwerem Zustand hospitalisiert, darunter vermutlich Eisenbahner. Im Holosiijiwskij-Bezirk wurde ein Mensch getötet; im Solomjanskyj-Bezirk traf eine Drohne ein Wohnhaus – Rettungskräfte retteten einen Mann und bargen eine Frau aus den Trümmern. Im Boryspil im Kiewer Gebiet wurden ein fünfstöckiges Wohnhaus und ein Unternehmen beschädigt; 48 bis 50 Menschen wurden evakuiert. Präsident Selenskyj sprach von vier Toten und 13 Verletzten (darunter einem Kind) in Boryspil; eine andere Quelle nannte acht Verletzte, eine weitere zwei Tote und drei Verletzte an einem Unternehmen sowie einen weiteren Toten nach einem Treffer eines Autowerkstatt-Gebäudes. Im Kiewer Gebiet starben nach übergreifenden Angaben vier Menschen, 12 wurden verletzt, Häuser, Lager, eine Tankstelle und Autos wurden beschädigt. Russland traf zudem den Fährübergang „Orlivka" an der Grenze zu Rumänien; die Abfertigung wurde vorübergehend eingestellt. Separat wurde Odessa und das Odessaer Gebiet mit KAB-Bomben und Drohnen angegriffen, tausende Familien waren ohne Strom. In Saporischschja wurde ein Rettungsfahrzeug getroffen, vier Retter wurden verletzt. Präsident Selenskyj zufolge starben in der Nacht zwölf Menschen, darunter ein indischer Staatsbürger. Etwa 350 Rettungskräfte waren in Kiew und im Kiewer Gebiet im Einsatz.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien stellen den Treffer des Kiewer Eisenbahndepots in den Mittelpunkt und betonen die Opfer unter den Ukrzaliznytsia-Beschäftigten; als Sprecher wird der Leiter des Unternehmens, Oleksandr Pertsovskyi, genannt. Die Berichte gliedern die Auswirkungen bezirksweise in Kiew (Darnytskyj, Holosiijiwskij, Solomjanskyj, Dnipro) und listen die eingesetzten Waffensysteme sowie die Abschusszahlen der Luftabreckehrung im Detail auf. Die Angriffe auf das Depot werden in einen größeren Zusammenhang gestellt: Nach Daten des Ministeriums für Gemeinden und Territorialentwicklung verübte Russland im ersten Halbjahr 2026 mehr als 1.000 Angriffe auf Ukrzaliznytsia-Einrichtungen; NV zufolge stieg die monatliche Zahl von 134 im Januar auf 207 im März 2026, im ersten Halbjahr 2025 lag der monatliche Durchschnitt noch bei rund 82. Präsident Selenskyj wird als zentrale Quelle für landesweite Opferzahlen und für Details aus Boryspil zitiert, was der Berichterstattung einen offiziellen Ton von oben verleiht.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Opferzahlen aus Boryspil schwanken zwischen den Quellen: Eine Meldung nennt vier Tote und 13 Verletzte (darunter ein Kind), eine andere acht Verletzte, eine dritte zwei Tote und drei Verletzte an einem beschädigten Unternehmen sowie einen weiteren Toten nach einem Treffer einer Autowerkstatt. Die Zahl der Evakuierten aus dem beschädigten Gebäude in Boryspil wird mit 48 oder 50 Personen angegeben. Die Todeszahl in Kiew wird in einer Darstellung mit sieben Toten am Eisenbahndepot – sechs davon Ukrzaliznytsia-Mitarbeiter – und in einer anderen mit acht Toten in der gesamten Stadt angegeben; dies spiegelt unterschiedliche Bezugsrahmen wider (Depot gegenüber Gesamtstadt) und stellt keinen echten Widerspruch dar.
Hintergrund
Nach Angaben des Ministeriums für Gemeinden und Territorialentwicklung verübte Russland im ersten Halbjahr 2026 mehr als 1.000 Angriffe auf Einrichtungen von Ukrzaliznytsia – gegenüber einem monatlichen Durchschnitt von rund 82 Angriffen im ersten Halbjahr 2025. Das getroffene Kiewer Eisenbahndepot gehört zu einem Netz, das wiederholt Ziel war; laut NV stieg die monatliche Zahl dokumentierter Angriffe von 134 im Januar auf 207 im März 2026. Odessa und das Odessaer Gebiet wurden separat mit KAB-Bomben und Drohnen angegriffen, wodurch tausende Familien ohne Strom blieben. Der Fährübergang „Orlivka" ist ein wichtiger Landgrenzübergang zwischen der Ukraine und Rumänien.