2 September 2026 · Aktualisiert am 4 September 2026

EU und mehrere europäische Länder ziehen russische Diplomaten wegen Leipziger Drohnenangriff ab

Die Europäische Union und zahlreiche europäische Staaten haben russische Botschafter einbestellt, um gegen einen mutmaßlichen russischen Hybridangriff mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle zu protestieren. Deutschland hatte am 1. September Russland direkt beschuldigt und Gegenmaßnahmen angekündigt, darunter die Schließung russischer Konsulatsgebäude.

Das Wichtigste

  • Am 4. August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit Sprengstoff nahe einem ukrainischen Antonov-Frachtflugzeug entdeckt.
  • Am 1. September beschuldigte Deutschland Russland direkt des Hybridangriffs und kündigte Gegenmaßnahmen an, darunter die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des „Russischen Hauses" in Berlin.
  • Bundesaußenminister Johann Wadephul bestellte den russischen Botschafter ein.
  • Die EU zog Russlands Botschafter in Brüssel ein; EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas kündigte dies bei einem Treffen der EU-Außenminister in Irland an.
  • Frankreich, die Niederlande, Belgien, Finnland, Tschechien, Schweden, Portugal und Dänemark bestellten ebenfalls russische Botschafter ein.
  • Frankreich schlug neue Sanktionen gegen Russland vor, auch gegen die sogenannte Schattenflotte.
  • Tschechiens Außenminister Petr Macinka bezeichnete die deutschen Erkenntnisse als alarmierend und kündigte Beratungen mit den tschechischen Geheimdiensten an.

Warum es wichtig ist

Die koordinierten Einbestellungen markieren eine breite europäische diplomatische Reaktion auf einen mutmaßlichen russischen Hybridangriff auf kritische Infrastruktur an einem deutschen Flughafen und unterstreichen die wachsende Bereitschaft der EU-Staaten, russische Aktionen gegen ukrainische Ziele und verbündete Infrastruktur gemeinsam zu beantworten.

Was geschehen ist

Am 4. August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nähe eines ukrainischen Antonov-Frachtflugzeugs entdeckt. Am 1. September beschuldigte Deutschland Russland direkt des Hybridangriffs und kündigte Gegenmaßnahmen an, darunter die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des „Russischen Hauses" in Berlin. Bundesaußenminister Johann Wadephul bestellte den russischen Botschafter ein. Daraufhin weiteten die EU und mehrere Mitgliedstaaten die diplomatischen Proteste aus: EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas kündigte bei einem Treffen der EU-Außenminister in Irland die Einbestellung des russischen Botschafters in Brüssel an. Auch Frankreich (Außenminister Jean-Noël Barrot), die Niederlande (Tom Berendsen), Belgien (Maxime Prévot), Finnland, Tschechien (Petr Macinka, der die russische Botschafterin Anna Ponomaryowa einbestellte), Schweden, Portugal und Dänemark (Lars Løkke Rasmussen) zogen russische Botschafter bzw. Geschäftsträger heran. Frankreich schlug zudem neue Sanktionen gegen Russland vor, einschließlich Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte.

Hintergrund

Am 4. August 2026 wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit Sprengstoff nahe einem ukrainischen Antonov-Frachtflugzeug entdeckt. Am 1. September 2026 bezichtigte Deutschland Russland öffentlich des Hybridangriffs und kündigte als Reaktion die Schließung russischer konsularischer Einrichtungen an.