2 September 2026 · Aktualisiert am 4 September 2026

EU verschiebt Entscheidung über Sanktionen gegen 3.000 Russen auf den 9. September

Die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel haben sich am 2. September nicht auf eine Verlängerung der individuellen Sanktionen gegen mehr als 3.000 russische Personen und Unternehmen einigen können und die Beratung auf den 9. September vertagt. Die derzeitigen Maßnahmen laufen am 15. September aus. Als Hindernis gilt die Position der Slowakei.

Das Wichtigste

  • 2. September: Der EU-Ausschuss der Ständigen Vertreter (Coreper) erzielte keine Einigung zur Verlängerung der individuellen Sanktionen.
  • Die Maßnahmen betreffen mehr als 3.000 russische Personen und Unternehmen, die für die Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine verantwortlich gemacht werden.
  • Die derzeitigen Sanktionen laufen am 15. September aus.
  • Die Beratung wurde auf den 9. September vertagt.
  • Die Slowakei blockiert den Vorschlag der irischen Ratspräsidentschaft, die Sanktionen um ein Jahr zu verlängern, und unterstützt stattdessen eine Verlängerung um sechs Monate.
  • Die Slowakei hat zudem vorgeschlagen, mehrere Namen von der Sanktionsliste zu streichen; die Liste wurde bisher nicht veröffentlicht.
  • Im Juni hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs erstmals seit Beginn der russischen Aggression auf eine 12-monatige statt der üblichen 6-monatigen Verlängerung der Wirtschaftssanktionen geeinigt.

Warum es wichtig ist

Die Sanktionen richten sich gegen mehr als 3.000 russische Personen und Unternehmen, die mit der Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine in Verbindung gebracht werden. Wenn keine Verlängerung bis zum 15. September erzielt wird, laufen die individuellen restriktiven Maßnahmen aus. Der Widerstand der Slowakei gegen eine Verlängerung um ein Jahr bricht mit dem im Juni vereinbarten längeren Verlängerungszyklus.

Was geschehen ist

Am Mittwoch, dem 2. September, konnte der Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU (Coreper) keine Einigung über die Verlängerung der individuellen Sanktionen gegen mehr als 3.000 russische Personen und Unternehmen erzielen und vertagte die Beratung auf den 9. September. Die EU-Botschafter in Brüssel blieben damit in dieser Frage ohne Ergebnis. Die derzeitigen individuellen restriktiven Maßnahmen, die Verstöße gegen die territoriale Integrität der Ukraine betreffen, laufen am 15. September aus. Berichten zufolge war die Slowakei das Hindernis: Sie ist nicht bereit, die von der irischen Ratspräsidentschaft vorgeschlagene Verlängerung um ein Jahr mitzutragen, sondern unterstützt die bisherige sechsmonatige Verlängerung. Darüber hinaus hat die Slowakei vorgeschlagen, mehrere Namen von der Sanktionsliste zu streichen; welche Namen betroffen sind, wurde noch nicht öffentlich gemacht.

Hintergrund

Im Juni hatten sich die Staats- und Regierungschefs der EU erstmals seit Beginn der russischen Aggression darauf geeinigt, die EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland statt um die üblichen sechs Monate um zwölf Monate zu verlängern. Diese Änderung wurde nach der Wahlniederlage von Viktor Orbán in Ungarn möglich. Am 25. Juni verlängerte der EU-Rat die EU-restriktiven Wirtschaftsmaßnahmen wegen der Handlungen Russlands in der Ukraine um weitere zwölf Monate bis zum 31. Juli 2027. Während der Amtszeit Orbáns hatte Ungarn regelmäßig EU-Sanktionen und andere Beschlüsse blockiert und dafür verschiedene Zugeständnisse verlangt; die Slowakei schloss sich diesen Blockaden häufig an.