4 September 2026 · Aktualisiert am 4 September 2026

Kabinett ernennt Ivan Fedorov zum Leiter des Wiederaufbauamts – Personalwechsel in Saporischschja

Am 4. September ernannte das ukrainische Kabinett Ivan Fedorov, den bisherigen Leiter der Oblast-Verwaltung Saporischschja, zum neuen Chef des Staatlichen Amts für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung. Sein Vorgänger Serhiy Sukhomlyn sowie dessen erster Stellvertreter wurden abgelöst. Parallel unterzeichnete Präsident Wolodymyr Selenskyj die Entlassung Fedorovs aus der Oblast-Verwaltung und setzte dessen bisherigen Stellvertreter Mykhaylo Semykin kommissarisch als OVA-Leiter ein.

Das Wichtigste

  • 4. September: Kabinett ernennt Ivan Fedorov zum Leiter des Staatlichen Amts für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung.
  • Gleichzeitig werden Serhiy Sukhomlyn (Leiter des Amts) und sein erster Stellvertreter Mykola Boyko entlassen.
  • Anna Sdobnova wird als stellvertretende Leiterin des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken abberufen.
  • Kabinett stimmt Fedorovs Entlassung als Leiter der Oblast-Verwaltung Saporischschja zu; Präsident Selenskyj unterzeichnet den Erlass Nr. 871/2026.
  • Per Erlass Nr. 872/2026 wird Mykhaylo Semykin kommissarisch zum Leiter der Oblast-Verwaltung Saporischschja ernannt.
  • Fedorov kündigt an, die neue Aufgabe mit der Tätigkeit als Co-Vorsitzender des regionalen Verteidigungsrats in Saporischschja zu verbinden.
  • Mitteilung der Personalentscheidungen durch den Regierungsbeauftragten in der Werchowna Rada, Taras Melnychuk, über Telegram.

Warum es wichtig ist

Der Personalwechsel setzt eine neue Leitung an die Spitze der zentralen Behörde, die in Kriegszeiten für den Schutz und die Wiederherstellung strategisch wichtiger Infrastruktur in der Ukraine zuständig ist. Er ersetzt Serhiy Sukhomlyn, der das Amt seit September 2024 führte und laut Berichten bereits im Juli selbst seinen Rücktritt eingereicht hatte, sowie dessen ersten Stellvertreter. Zeitgleich wechselt die Führung in der Oblast-Verwaltung Saporischschja, einer der am stärksten vom Krieg betroffenen Regionen.

Was geschehen ist

Auf seiner Sitzung am 4. September berief das ukrainische Kabinett Ivan Fedorov zum neuen Leiter des Staatlichen Amts für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung. Zeitgleich wurden der bisherige Amtschef Serhiy Sukhomlyn und sein erster Stellvertreter Mykola Boyko entlassen. Das Kabinett stimmte außerdem Fedorovs Ablösung als Leiter der Oblast-Verwaltung Saporischschja zu; Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete tags darauf den entsprechenden Erlass (Nr. 871/2026) und bestimmte Mykhaylo Semykin, bisher Fedorovs Stellvertreter, per Erlass Nr. 872/2026 zum kommissarischen OVA-Leiter. Über die Personalentscheidungen informierte der Regierungsbeauftragte in der Werchowna Rada, Taras Melnychuk, per Telegram.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen beschreiben Fedorovs geplante fortdauernde Rolle in Saporischschja uneinheitlich: Die meisten sprechen von einem Co-Vorsitz im regionalen Verteidigungsrat, ein Artikel hingegen charakterisiert ihn als stellvertretenden Leiter des Verteidigungsrats der Oblast. Beim Datum des Rücktrittsschreibens von Sukhomlyn geben einige Quellen nur den 29. Juli an, andere nennen explizit den 29. Juli 2026.

Hintergrund

Ivan Fedorov wurde 2020 zum Bürgermeister von Melitopol gewählt; russische Truppen zogen am 25. Februar 2022 in die Stadt ein, Fedorov verweigerte die Zusammenarbeit. Am 11. März 2022 wurde er von russischen Kräften verschleppt und am 16. März 2022 im Austausch gegen neun russische Wehrpflichtige freigelassen. Im Februar 2024 ernannte ihn Präsident Selenskyj zum Leiter der Oblast-Verwaltung Saporischschja. Serhiy Sukhomlyn war vor seiner Berufung an die Spitze des Wiederaufbauamts im September 2024 Bürgermeister von Schytomyr. Das Staatliche Amt für Wiederaufbau und Infrastrukturentwicklung ist eine zentrale Exekutivbehörde, die staatliche Politik zur Wiederherstellung und Entwicklung der Infrastruktur umsetzt und über den Minister für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien koordiniert wird.