Ukrainische Drohnen treffen russische Marinestützpunkte in Krasnodar
In der Nacht zum 9. September haben die ukrainischen Streitkräfte mit Beteiligung der unbemannten Systemkräfte die Marinebasis Noworossijsk im russischen Krasnodar angegriffen. Nach Angaben von Kommandeur Robert „Madjar" Brovdi gingen dabei mehrere Militärschiffe verloren, darunter Raketenträger. In Anapa und Gelendschik wurden zudem ein Su-33-Jagdflugzeug, ein Mi-8-Hubschrauber und zwei Radarkomplexe zerstört.
Das Wichtigste
- Angriff in der Nacht zum 9. September auf die Marinestützpunkte Noworossijsk, Anapa und Gelendschik in Krasnodar
- In Noworossijsk wurden mehrere Militärschiffe getroffen, darunter Raketenträger
- In Anapa wurden ein Su-33-Trägheitsjäger und ein Mi-8-Hubschrauber zerstört
- In der Nähe von Gelendschik wurden zwei russische Radarkomplexe zerstört: "Kasta 2E2" und 92N6 (Bestandteil von S-300/S-400)
- Im Schwarzen Meer wurden 13 weitere Schiffe der russischen Schattenflotte getroffen
- Seit Beginn der Operation "MoLoChKa" am 6. Juli wurden insgesamt 282 Schiffe der Schattenflotte getroffen
- Vom 1. bis 8. September trafen die Unbemannten Systemkräfte 3.395 russische Soldaten und 16.720 Ziele
Warum es wichtig ist
Der Angriff traf eine wichtige russische Marinestützpunkt-Infrastruktur weit hinter der Frontlinie und verdeutlicht die wachsende Reichweite der ukrainischen Drohnenangriffe. Er ist Teil der laufenden Operation „MoLoChKa" gegen die russische Schattenflotte im Schwarzen Meer, die seit Juli bereits 282 Schiffe getroffen hat.
Was geschehen ist
In der Nacht zum 9. September führten die ukrainischen Streitkräfte unter Beteiligung der Unbemannten Systemkräfte einen koordinierten Angriff auf die russische Marinestützpunkt-Infrastruktur in Krasnodar durch. Hauptziel war die Basis in Noworossijsk, wo nach Angaben von Kommandeur Robert „Madjar" Brovdi mehrere Militärschiffe getroffen wurden, darunter Kalibr-Raketenträger; auf dem Gelände wurde ein Brand am Heizölterminal des Hafens gemeldet. Brovdi machte keine Angaben zur Anzahl und zum Typ der getroffenen Schiffe oder zur Art der Schäden. In Anapa zerstörten ukrainische Drohnen einen Su-33-Trägheitsjäger und einen Mi-8-Hubschrauber; in der Nähe von Gelendschik wurden zwei Radarkomplexe zerstört – „Kasta 2E2" und 92N6 aus S-300/S-400-Systemen. Parallel dazu trafen Drohnen im Schwarzen Meer 13 weitere Schiffe der russischen Schattenflotte. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Erfolg der Operation und dankte dem SBU, den Unbemannten Systemkräften, den Seestreitkräften, dem HUR und dem Grenzschutz. Brovdi berichtete zudem, dass die Unbemannten Systemkräfte vom 1. bis 8. September 3.395 russische Soldaten und 16.720 Ziele ausgeschaltet haben; die durchschnittlichen täglichen Personalverluste des Feindes stiegen im September auf 411 (gegenüber 355 im August, +16 %).
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle vorliegenden Quellen sind ukrainisch und berichten übereinstimmend im affirmativen Tenor über den Angriff. Sie führen die Unbemannten Systemkräfte als zentrale Akteure und berufen sich primär auf Brovdis Telegram-Kanal. Hervorgehoben wird die Bestätigung auf Präsidentenebene: Selenskyj dankte allen beteiligten Strukturen – SBU, Unbemannte Systemkräfte, Seestreitkräfte, HUR und Grenzschutz – ausdrücklich für die Durchführung der Operation. Besonderes Gewicht legt die ukrainische Berichterstattung auf die kumulativen-operativen Kennzahlen: die Zahl der seit dem 6. Juli getroffenen Schattenflottenschiffe, die wöchentlichen Verlustzahlen sowie den Anstieg der durchschnittlichen täglichen Verluste im September.
Wo die Berichte auseinandergehen
Ukrainische Quellen widersprechen sich beim Standort der zerstörten Radarkomplexe: Eine Quelle verortet sie im Raum Anapa, eine andere im Raum Gelendschik. Auch die Schreibweise des Namens der Schattenflotten-Operation ist uneinheitlich – sie wird sowohl als „MoLoChKa" als auch als „Молочка" wiedergegeben.
Hintergrund
Kommandeur der ukrainischen Unbemannten Systemkräfte ist Robert Brovdi mit dem Funkrufnamen „Madjar". Die Operation „MoLoChKa" gegen die russische Schattenflotte im Schwarzen Meer läuft seit dem 6. Juli. Russland hat seine Personalpräsenz an der Frontlinie verstärkt, insbesondere im Raum Dobropillja in der Oblast Donezk.