Veröffentlicht am · Aktualisiert:

G7 stellen 260 Millionen Euro für Reparatur des Tschernobyl-Sarkophags bereit

Die G7-Staaten haben 260 Millionen Euro für die dringende Reparatur der neuen Schutzhülle über dem zerstörten vierten Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl zugesagt. Die Hülle war im Februar 2025 durch einen Drohnenangriff beschädigt worden. Eine Geberkonferenz in Paris am 9. November 2026 soll die weitere internationale Finanzierung koordinieren.

Das Wichtigste

  • G7-Staaten stellen 260 Millionen Euro für die Reparatur der neuen Schutzhülle des Kernkraftwerks Tschernobyl bereit.
  • Die Schäden stammen laut ukrainischen Angaben von einer russischen Drohne mit Sprengkopf im Februar 2025.
  • Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) schätzt den Gesamtbedarf auf mindestens 500 Millionen Euro.
  • Die Reparaturen müssen bis 2030 abgeschlossen sein, um Korrosion der Stahlkonstruktion und einen Verlust der Sicherheitsfunktion zu verhindern.
  • Für den 9. November 2026 ist in Paris eine Geberkonferenz geplant, organisiert von Frankreich, der Ukraine und der EBWE.
  • Die G7-Mitglieder umfassen Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.

Warum es wichtig ist

Die beschädigte Schutzhülle sichert die Überreste der Reaktorkatastrophe von 1986 und ist auf eine Betriebsdauer von 100 Jahren ausgelegt. Ohne Reparatur bis 2030 droht Korrosion der Stahlkonstruktion, die jahrzehntelange internationale Investitionen gefährden und langfristige Umwelt- und Sicherheitsrisiken in Europa schaffen würde. Die zugesagten 260 Millionen Euro decken nur etwa die Hälfte des auf mindestens 500 Millionen Euro geschätzten Gesamtbedarfs, weshalb die Pariser Geberkonferenz im November 2026 entscheidend für die Schließung der Finanzierungslücke sein wird.

Was geschehen ist

Die G7-Staaten kündigten bei den Herbsttagungen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Bangkok im Anschluss an ein Treffen der G7-Finanzminister 260 Millionen Euro für die dringende Reparatur der neuen Schutzhülle des Kernkraftwerks Tschernobyl an. Die Struktur war im Februar 2025 durch eine Drohne beschädigt worden, wobei nach ukrainischen Angaben die äußere und innere Hülle der Stahlbogenkonstruktion, Hebevorrichtungen sowie Lüftungs- und Stromversorgungssysteme in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) berichtete im Dezember 2025, dass die Schutzhülle ihre wichtigsten Sicherheitsfunktionen – darunter die Fähigkeit zur Rückhaltung radioaktiver Stoffe – verloren habe, während die Tragstrukturen und Überwachungssysteme intakt geblieben seien. Neben dem G7-Paket sagten die Europäische Union 75 Millionen Euro, Deutschland bis zu 50 Millionen Euro und Norwegen über 9 Millionen Euro für die Instandsetzung zu. Großbritannien kündigte am 14. Oktober ein separates Paket von 17 Millionen Pfund (über 20 Millionen Euro) an, das in das internationale Programm unter Koordination der EBWE einfließt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Über die Urheberschaft des Drohnenangriffs auf die Schutzhülle gibt es widersprüchliche Darstellungen: Die Ukraine gibt an, der Angriff sei von einer russischen Drohne mit Sprengkopf ausgeführt worden. Der Kreml weist jede Verantwortung zurück und behauptet, Kiew habe den Vorfall inszeniert, um die laufenden Friedensverhandlungen zu sabotieren.

Hintergrund

Der vierte Reaktor des Kernkraftwerks Tschernobyl explodierte 1986 in der schwersten Atomkatastrophe der Weltgeschichte. Die neue Schutzhülle, 2019 zu Kosten von 2,5 Milliarden US-Dollar fertiggestellt, umschließt den ursprünglichen Sarkophag und ermöglicht dessen sicheren Rückbau.