Frankreich bereitet Lieferung von SAMP/T-Systemen und Aster-Raketen an die Ukraine vor
Frankreichs Élyséepalast hat bestätigt, dass die Vorbereitungen für die Lieferung von SAMP/T-Luftabwehrsystemen und Aster-Raketen an die Ukraine in Koordination mit Italien laufen. Gleichzeitig werden Optionen für zusätzliche Patriot-Lieferungen geprüft. Die Ankündigung folgt auf ein außerordentliches Treffen des Ukraine-NATO-Rats am 7. September, bei dem die Ukraine eine Liste prioritärer Bedürfnisse im Bereich Luft- und Raketenabwehr vorlegte.
Das Wichtigste
- Frankreichs Élyséepalast: Vorbereitungen für Lieferung von SAMP/T-Systemen und Aster-Raketen an die Ukraine laufen; konkrete Termine wurden nicht genannt.
- Mehrere Optionen für zusätzliche Patriot-Lieferungen an die Ukraine werden laut Élyséepalast geprüft.
- Außerordentliche Sitzung des Ukraine-NATO-Rats auf Ebene der Ständigen Vertreter fand am 7. September in Brüssel statt.
- Die Ukraine übergab der NATO eine Liste prioritärer und dringender Bedürfnisse im Bereich Luft- und Raketenabwehr (ППО/ПРО).
- Stellvertretender Verteidigungsminister Serhij Bojew erklärte: 'Derzeit ist Rechtzeitigkeit wichtiger als Volumen. Drohnen und Luftabwehrmittel werden den Verlauf dieses Winters bestimmen.'
- Die Ukraine rief Partner dazu auf, bis Jahresende die Ressourcen für die von der NATO deklarierte militärische Unterstützung von 70 Milliarden Euro zu mobilisieren.
- Nächste Ramstein-Treffen der Ukraine Defense Contact Group ist für den 8. September geplant.
Warum es wichtig ist
Die Ankündigung signalisiert anhaltende französische und breitere europäische Unterstützung für die ukrainische Luftabwehr vor einem erwarteten schwierigen Winter mit russischen Angriffen auf zivile Infrastruktur. Sie skizziert einen mehrschichtigen Ansatz, der SAMP/T, Aster-Raketen und mögliche zusätzliche Patriots kombiniert, um auf veränderte russische Angriffstaktiken zu reagieren. Zugleich wird die Luftabwehrhilfe in den Kontext sowohl der Widerstandsfähigkeit auf dem Schlachtfeld als auch möglicher künftiger Verhandlungen mit Russland gestellt.
Was geschehen ist
Frankreichs Élyséepalast erklärte, die Vorbereitungen für die Lieferung von SAMP/T-Luftabwehrsystemen und Aster-Raketen an die Ukraine in Koordination mit Italien liefen; konkrete Termine wurden nicht genannt. Zugleich würden laut Élyséepalast mehrere Optionen für zusätzliche Patriot-Lieferungen an die Ukraine geprüft. Am 7. September fand in Brüssel eine außerordentliche Sitzung des Ukraine-NATO-Rats auf Ebene der Ständigen Vertreter statt, die auf Initiative der Ukraine und vor dem Ramstein-Treffen am 8. September einberufen wurde. Die ukrainische Delegation unter Leitung des stellvertretenden Verteidigungsministers Serhij Bojew und des stellvertretenden Oberbefehlshabers der Streitkräfte, Brigadegeneral Serhij Sobko, präsentierte den Alliierten eine detaillierte Bewertung der aktuellen Luftbedrohungen und übergab eine Liste prioritärer Bedürfnisse im Bereich Luft- und Raketenabwehr. Die Ukraine rief die Partner auf, bis Jahresende die Ressourcen für die von der NATO zugesagten 70 Milliarden Euro an militärischer Unterstützung zu mobilisieren.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Quellen betonen die Dringlichkeit der Luftabwehr angesichts veränderter russischer Taktiken und stellen die französische Ankündigung in den Kontext der erwarteten schwierigen Wintermonate mit Angriffen auf zivile Infrastruktur. Bojew erklärte, Drohnen und Luftabwehrmittel würden den Verlauf dieses Winters bestimmen, und die Ukraine fordere die Alliierten auf, von politisch Machbarem zu operativ Notwendigem überzugehen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Artikel 8424 stellt die Lieferung von SAMP/T-Systemen und zusätzlichen Abfangraketen aus Frankreich als feste Zusage dar, während Artikel 8399 und 8452 unter Berufung auf den Élyséepalast die Vorbereitungen als laufend beschreiben und betonen, dass konkrete Liefertermine nicht genannt wurden.
Hintergrund
Im Juli hatte Frankreich angekündigt, zwei SAMP/T-Systeme an die Ukraine zu liefern; diese sollen ab 2027 an Frankreich zurückgegeben werden, sobald eine modernisierte Version verfügbar ist. Ebenfalls im Juli vereinbarten Frankreich und Italien, die Lieferung gemeinsam produzierter Aster-30-Raketen zu beschleunigen, und erteilten der Ukraine eine Lizenz zur Produktion dieser Raketen. Im Juli einigten sich Paris und Kiew zudem vorläufig auf den Kauf von 16 Rafale-Kampfjets, die 2028–2029 in Dienst gestellt werden sollen; die Ukraine hatte zuvor Pläne zum Kauf von insgesamt 100 Rafale-Flugzeugen angekündigt. Die Äußerungen des Élyséepalastes folgten auf einen Besuch hochrangiger Vertreter Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens in der Ukraine am Sonntag.