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Ukrainische F-16-Piloten müssen mangels Raketen mit Kanonen auf russische Ziele schießen

Ukrainische F-16-Piloten leiden Berichten zufolge unter einem akuten Mangel an Luft-Luft-Raketen und müssen bei einigen Tageseinsätzen die bordeigene 20-mm-Kanone einsetzen, um russische Luftziele zu bekämpfen. Der Kommandeur der 107. Luftbrigade mit dem Rufzeichen „Phantom" bestätigte den Engpass und warnte, ein Flugzeug ohne Bewaffnung sei nutzlos. Die Ukraine fordert von westlichen Partnern zusätzliche Lieferungen sowie eine Ausweitung oder Lokalisierung der Produktion.

Das Wichtigste

  • Der Kommandeur der 107. Luftbrigade „Phantom" bestätigte den kritischen Raketenmangel für F-16 und sagte: „Jedes Flugzeug ohne Bewaffnung ist nutzlos".
  • F-16 nutzen üblicherweise AIM-120 AMRAAM und AIM-9 Sidewinder; bei Mangel weichen sie auf die 20-mm-Sechsrohrkanone M61A1 Vulcan aus.
  • Der Beschuss von Luftzielen mit Kanonen gilt als deutlich schwieriger und riskanter, besonders gegen kleine oder langsame Ziele und bei Nacht.
  • Im Mai 2025 musste ein ukrainischer F-16-Pilot nach einem Kanoniereinsatz zum Abschuss eines Ziels aussteigen.
  • AIM-120-Raketen sind auch die Hauptmunition der NASAMS-Systeme zum Schutz Kiews, weshalb der Engpass die gesamte Luftabwehr betrifft.
  • Phantom" fordert mehr Lieferungen von Luft-Luft-Raketen und Patriot-Abfangraketen sowie eine Ausweitung oder Lokalisierung der Produktion.

Warum es wichtig ist

Der Mangel an Luft-Luft-Raketen schwächt die Fähigkeit der ukrainischen F-16, russische Drohnen und Marschflugkörper zu bekämpfen – beides prioritäre Bedrohungen für die ukrainische Infrastruktur. Da die gleiche AIM-120-Rakete auch die Hauptmunition der NASAMS-Systeme zum Schutz Kiews ist, wirkt sich der Engpass auf die gesamte Luftabwehr aus. Der Einsatz der Kanone erhöht zudem das Risiko für die Piloten, wie ein dokumentierter Ausstieg im Mai 2025 zeigt. Die Ukraine appelliert öffentlich an westliche Partner für zusätzliche Lieferungen und eine Ausweitung oder Lokalisierung der Produktion.

Was geschehen ist

Berichten von The War Zone vom 2. September zufolge, die sich auf die Newsmax-Journalistin Shelby Wilder und ein Gespräch mit einem hochrangigen Kommandeur der ukrainischen Luftstreitkräfte stützen, fehlt es ukrainischen F-16-Piloten bei einigen Tageseinsätzen an Luft-Luft-Raketen. Sie weichen dann auf die bordeigene 20-mm-Sechsrohrkanone M61A1 Vulcan aus. Der Kommandeur der 107. Luftbrigade mit dem Rufzeichen „Phantom" bestätigte den Engpass und erklärte, jedes Flugzeug ohne Bewaffnung sei nutzlos; man zähle die Stunden und Minuten, bis neue Lieferungen einträfen. Eine der Hauptaufgaben der F-16 ist demnach der Schutz ukrainischer Infrastruktur vor russischen Drohnen, wobei Marschflugkörper als prioritäre Ziele gelten. Der Beschuss von Luftzielen mit der Kanone gilt als deutlich schwieriger und gefährlicher, insbesondere gegen kleine oder langsame Ziele und bei Nacht. Im Mai 2025 hatte die ukrainische Luftwaffe einen Fall gemeldet, in dem ein F-16-Pilot nach einem Kanoniereinsatz zum Abschuss eines Ziels aussteigen musste.

Hintergrund

Die Informationen stammen aus einem Bericht von The War Zone vom 2. September, der sich auf die Newsmax-Journalistin Shelby Wilder und ein Gespräch mit dem Kommandeur der 107. Luftbrigade „Phantom" stützt. F-16 nutzen normalerweise die amerikanischen Luft-Luft-Raketen AIM-120 AMRAAM (mittlere Reichweite) und AIM-9 Sidewinder (kurze Reichweite) zur Bekämpfung prioritärer Ziele wie Marschflugkörper; die Kanone M61A1 Vulcan ist nur ein Notbehelf. Bereits im August hatte die Financial Times berichtet, US-Präsident Donald Trump habe die Bitte von Präsident Wolodymyr Selenskyj um einige Hundert Patriot-Abfangraketen unter Verweis auf begrenzte US-Bestände wegen des Bedarfs im Nahen Osten abgelehnt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wandte sich daraufhin an alle Mitgliedstaaten mit Patriot-Raketen in Lagerbeständen und bat um Lieferungen an die Ukraine. Ein in den Quellen als britischer Premierminister genannter Andy Burnham kündigte an, im September mit weiteren EU-Führern in die USA zu reisen, um Trump vor dem Winter Zugang zu amerikanischen Abfangraketen nahezulegen. Am 25. August erklärte Selenskyj, die Ukraine habe bereits eine kleine Charge Patriot-Raketen, AIM-Raketen für NASAMS sowie die Zusage für mehrere Crotale-Luftabwehrsysteme erhalten.