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Rubio bestätigt Gespräche über Lizenz für ukrainische Patriot-Produktion

US-Außenminister Marco Rubio hat am 2. September bestätigt, dass die USA mit der Ukraine über Lizenzen für die Produktion von Patriot-Raketen verhandeln. Er warnte jedoch, dass selbst mit einer Lizenz der Aufbau der Produktion Jahre dauern würde und die kurzfristige Versorgungslücke der Ukraine nicht schließe.

Das Wichtigste

  • Rubio sagte am 2. September in der Sendung The Brian Kilmeade Show, die USA verhandelten mit der Ukraine über Lizenzen für die Produktion von Patriot-Raketen.
  • Rubio erklärte, der Aufbau der Produktion solch komplexer Waffen und der nötigen Fabriken könne selbst mit erteilter Lizenz mehrere Jahre dauern.
  • Die Lizenz würde laut Rubio das kurzfristige Problem der Ukraine mit der Luftverteidigung nicht lösen.
  • Patriot-Abfangraketen sind nach Rubios Worten weltweit stark nachgefragt, auch von Ländern im Nahen Osten; die USA müssten zunächst ihre eigenen Bestände sichern.
  • Ende Mai 2026 hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj einen dringenden Brief an Präsident Donald Trump und den Kongress mit der Bitte um eine Patriot-Produktionslizenz gesendet.
  • Trump hatte am 8. Juli am NATO-Gipfel die Möglichkeit einer Lizenz ins Spiel gebracht, am 31. Juli aber zur Vorsicht gemahnt.
  • Patriot ist nach Angaben des ISW das einzige System, das in der Ukraine Iskander-M-, Kinzhal- und Zircon-Raketen auf ballistischen und quasi-ballistischen Flugbahnen wirksam abfangen kann.

Warum es wichtig ist

Eine Lizenz würde es der Ukraine erstmals erlauben, ein zentrales westliches Luftverteidigungssystem im Land selbst zu produzieren und damit den chronischen Mangel an Abfangraketen mittelfristig zu lindern. Gleichzeitig macht Rubio deutlich, dass eine solche Lösung an der akuten Notlage nichts ändert. Verhandelt wird vor dem Hintergrund, dass die Trump-Regierung direkte US-Militärhilfe für die Ukraine ablehnt und europäische Verbündete im Rahmen des PURL-Programms US-Waffen für Kiew kaufen. Gleichzeitig regt sich offenbar Widerstand der US-Rüstungskonzerne Raytheon und Lockheed Martin, die durch eine ukrainische Patriot-Produktion Konkurrenz fürchten.

Was geschehen ist

US-Außenminister Marco Rubio bestätigte am Mittwoch, 2. September, in der Radiosendung The Brian Kilmeade Show, dass die Vereinigten Staaten mit der Ukraine über die Erteilung von Lizenzen für die Produktion von Raketen für Patriot-Luftverteidigungssysteme verhandeln. Gleichzeitig schränkte er die Erwartungen deutlich ein: Selbst mit einer erteilten Lizenz würde der Aufbau der Produktion dieser komplexen Waffen und der Bau der nötigen Fabriken mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Damit werde das kurzfristige Versorgungsproblem der Ukraine nicht gelöst. Rubio wies zudem darauf hin, dass Patriot-Abfangraketen weltweit stark nachgefragt seien, auch von Staaten im Nahen Osten, und dass die USA zunächst ihre eigenen Bestände sichern müssten. Zur ukrainischen Drohnentechnologie sagte Rubio, die USA seien offen für Partnerschaften, sofern diese für Washington sinnvoll seien; es handle sich aber um langfristige Vorhaben ohne sofortige Wirkung. Hintergrund der Verhandlungen ist eine Bitte von Präsident Wolodymyr Selenskyj aus dem Mai 2026, der Trump und den Kongress in einem dringenden Brief um eine Patriot-Produktionslizenz für die Ukraine gebeten hatte. Trump hatte am 8. Juli am NATO-Gipfel die Möglichkeit einer Lizenz angesprochen, am 31. Juli aber zur Vorsicht gemahnt.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Berichterstattung unterscheidet sich in der Deutung von Trumps Äußerung vom 31. Juli („sehr vorsichtig“): Einige Darstellungen werten sie als Ausdruck von Widerwillen, andere als teilweise Abkehr von seiner früher am NATO-Gipfel signalisierten Offenheit für eine Lizenz. Auch die Begründungen für Trumps Zögern werden unterschiedlich gewichtet: Teils werden Bedenken wegen eines möglichen Technologieabflusses an Russland hervorgehoben, teils die Sorge um US-eigene Bestände und Verpflichtungen im Nahen Osten, teils der Widerstand der US-Rüstungskonzerne Raytheon und Lockheed Martin.

Hintergrund

Ende Mai 2026 hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj einen dringenden Brief an Präsident Donald Trump und den US-Kongress geschickt, in dem er vor einem kritischen Mangel an Luftverteidigungsmitteln in der Ukraine warnte und um eine Produktionslizenz für Patriot-Raketen bat. Beim NATO-Gipfel am 8. Juli erklärte Trump, die USA könnten Kiew eine solche Lizenz erteilen. Am 31. Juli sagte er jedoch, Washington müsse dabei „sehr vorsichtig“ sein. Nach Berichten der Financial Times lehnte Trump Selenskyjs Bitte um Hunderte zusätzliche Patriot-Abfangraketen ab und verwies auf US-Bedürfnisse, auch im Nahen Osten. In Washington bestehen Sorgen, dass geheime Technologien nach Russland abfließen könnten; als möglicher Kompromiss wurde ein Modell diskutiert, bei dem die Ukraine einzelne Komponenten produziert und die Endmontage in Deutschland erfolgt. Die EU prüft unterdessen separat den ukrainischen Wunsch, Patriot-Raketen mit europäischen Mitteln zu kaufen; mehrere EU-Staaten haben zusätzliche Luftverteidigungsbeiträge zugesagt.