NATO: Verbündete haben über 10 Milliarden Dollar für US-Waffenlieferungen an die Ukraine bereitgestellt
NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat bekannt gegeben, dass die Alliierten im vergangenen Jahr mehr als 10 Milliarden Dollar über die PURL-Initiative und den Kauf amerikanischer Waffen für die ukrainischen Streitkräfte bereitgestellt haben. Am 8. September kam die Kontaktgruppe im Ramstein-Format virtuell zusammen, um die Luftverteidigung der Ukraine vor dem Winter zu stärken – mit Lieferungen von Patriot-Systemen und Abwehrraketen.
Das Wichtigste
- Mark Rutte: Mehr als 10 Milliarden Dollar seit dem letzten Jahr in PURL und US-Waffenkäufe für die Ukraine geflossen
- Davon 3,5 Milliarden Dollar aus einem EU-Kredit
- Lieferungen aus den USA im Rahmen von PURL erreichen die Ukraine laut Rutte ohne Unterbrechungen
- Kontaktgruppe im Ramstein-Format tagte am 8. September virtuell unter Ko-Vorsitz von Deutschland und Großbritannien
- Schwerpunkt: Verstärkung der ukrainischen Luftverteidigung vor dem Winter, Patriot-Systeme und Abwehrraketen
- Boris Pistorius kündigte Lieferung von PAC-2-Raketen aus Bundeswehr-Beständen an; Großbritannien stellt 130 Millionen Pfund (rund 135 Millionen Dollar) für ein Luftverteidigungspaket bereit
- EU genehmigte am selben Tag Patriot-Käufe für die Ukraine im Wert von 3,2 Milliarden Euro
Warum es wichtig ist
Die Ankündigung beziffert erstmals die finanziellen Verpflichtungen der Alliierten über die PURL-Initiative und macht damit das Ausmaß der westlichen Beschaffungsunterstützung greifbar. Rutte verknüpft Verzögerungen direkt mit dem Verlust von Menschenleben und setzt damit eine politische Dringlichkeitsmarke. Im Zentrum steht die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung vor dem Winter, wenn Angriffe auf Energie- und zivile Infrastruktur typischerweise zunehmen. EU, Deutschland und Großbritannien bündeln ihre Zusagen um ein konkretes Paket aus Patriot-Systemen und Abwehrraketen.
Was geschehen ist
NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, die Alliierten hätten im vergangenen Jahr über 10 Milliarden Dollar über die PURL-Initiative und den Kauf amerikanischer Waffen für die ukrainischen Streitkräfte geleitet, wovon 3,5 Milliarden Dollar aus einem EU-Kredit stammten. Lieferungen militärischen Geräts aus den USA erreichten die Ukraine den Angaben zufolge ohne Unterbrechungen. Rutte rief die teilnehmenden Länder zu größtmöglicher Dringlichkeit auf, da Verzögerungen Menschenleben kosteten.
Am 8. September trat die Kontaktgruppe zur Verteidigung der Ukraine im Ramstein-Format zu einer virtuellen Sitzung zusammen, gemeinsam geleitet von Deutschland und Großbritannien. Hauptthema war die dringende Verstärkung der ukrainischen Luftverteidigung vor dem Winter, einschließlich der Lieferung von Patriot-Systemen und Abwehrraketen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kündigte vor dem Treffen die Lieferung von PAC-2-Raketen aus Bundeswehr-Beständen an die Ukraine an und appellierte an andere Staaten, dies ebenfalls zu tun. Großbritannien sagte 130 Millionen Pfund (etwa 135 Millionen Dollar) für ein Luftverteidigungspaket zu, das Raketen für Patriot-Systeme umfasst. Am selben Tag genehmigte die EU den Kauf von Patriot-Raketen für die Ukraine im Wert von 3,2 Milliarden Euro. Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, hatte bereits am 2. September bei einem informellen Treffen der EU-Außenminister in Wicklow, Irland, neue Zusagen mehrerer EU-Staaten zur Lieferung von Abwehrraketen an die Ukraine angekündigt.
Am Rande des Ramstein-Treffens sprach der stellvertretende US-Verteidigungsminister für Militärpolitik, Elbridge Colby. Er sagte, das US-Verteidigungsministerium könne nicht vorhersagen, wann der Krieg in der Ukraine enden werde, und Russland baue seine Streitkräfte und seine Rüstungsindustrie wieder auf. Die USA und ihre Partner müssten sich auf einen langwierigen Konflikt und einen anhaltenden Bedarf der Ukraine in den kommenden Monaten und Jahren einstellen. Colby warb für mehr Munition und kritische Fähigkeiten, auch über PURL, und verwies auf das Jumpstart-Programm zum Kauf von Luftverteidigungsabwehrraketen für die Ukraine.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Beide ukrainische Agentur- und Medienquellen führen mit Ruttes 10-Milliarden-Dollar-Zahl und rahmen die Ankündigung als Bestätigung erheblicher alliierter Rückendeckung für die ukrainische Verteidigung. Ukrainische Bedarfsmeldungen, etwa von Verteidigungsminister Jevhenij Chmara – 300 Patriot-Abwehrraketen aus Partnerbeständen, 500 luftgestützte Raketen gegen Marschflugkörper, MANPADS und 2 Milliarden Dollar für Drohnen –, werden in den Kontext konkreter Lieferzusagen gestellt.
Hintergrund
Die PURL-Initiative bündelt alliierte Mittel für den Kauf von US-Militärgerät zugunsten der Ukraine. Die Kontaktgruppe zur Verteidigung der Ukraine im Ramstein-Format ist ein wiederkehrender Koordinationsmechanismus für Militärhilfe. Luftverteidigungsmunition, insbesondere Patriot-Abwehrraketen, gilt als anhaltend berichteter Engpass für die Ukraine.