2 September 2026 · Aktualisiert am 4 September 2026

EU-Staaten sagen bei informellem Treffen in Wicklow neue Luftverteidigungshilfen für Ukraine zu

Beim informellen Treffen der EU-Außenministerinnen und -Außenminister am 2. September in Wicklow, Irland, haben mehrere EU-Mitgliedstaaten neue Zusagen für Luftverteidigungsgüter einschließlich Abfangraketen für die Ukraine angekündigt. Dies teilte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf einer Pressekonferenz im Anschluss mit. Zugleich verwies sie auf bereits ausgezahlte und zusätzlich genehmigte Mittel aus dem 90-Milliarden-Euro-Ukraine-Darlehen und betonte, dass die Ukraine über die EU-Hilfe hinaus auch bilaterale Unterstützung durch Partnerstaaten benötige.

Das Wichtigste

  • 2. September: Informelles Treffen der EU-Außenminister in Wicklow, Irland.
  • EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigt neue Zusagen mehrerer EU-Staaten für Luftverteidigungsgüter und Abfangraketen an.
  • 8,47 Milliarden Euro aus dem 90-Milliarden-Euro-Ukraine-Darlehen wurden als erste Tranche ausgezahlt.
  • Weitere 6,1 Milliarden Euro wurden genehmigt, unter anderem für Luftverteidigung – laut Kallas nicht ausreichend.
  • Kallas nannte weder die Zahl der zugesagten Abfangraketen noch die einzelnen Länder, die Zusagen machten.
  • Kallas erklärte, die jüngsten russischen Angriffe auf Kiew zeigten, dass Moskau den Frieden nicht wolle.
  • Kallas rief dazu auf, der Ukraine zusätzlich zur EU-Hilfe auch bilaterale Unterstützung durch Partnerstaaten zu gewähren.

Warum es wichtig ist

Die Zusagen kommen in einer Phase anhaltender russischer Angriffe auf die Ukraine, in der Kiew nach eigenen Angaben 2026 ein Drittel weniger Flugabwehrraketen erhalten hat als im Vorjahr. Mit den ausgezahlten 8,47 Milliarden Euro und weiteren genehmigten 6,1 Milliarden Euro aus dem 90-Milliarden-Euro-Darlehen macht die EU ihre finanzielle Dimension sichtbar, während Kallas zugleich einräumt, dass dies nicht ausreicht und bilaterale Beiträge der Partnerstaaten nötig sind. Die Ankündigungen sind damit Teil eines koordinierten, mehrgleisigen westlichen Anstrengung, die Luftverteidigung der Ukraine – einschließlich Patriot-Komponenten – zu stärken.

Was geschehen ist

Beim informellen Treffen der EU-Außenministerinnen und -Außenminister am 2. September im irischen Wicklow kündigten mehrere EU-Mitgliedstaaten neue Zusagen für Luftverteidigungsgüter an die Ukraine an, darunter Abfangraketen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas gab dies nach dem Treffen auf einer Pressekonferenz bekannt, ohne einzelne Länder oder Stückzahlen zu nennen; diese sollten die betreffenden Staaten selbst öffentlich machen. Kallas bezifferte die bereits ausgezahlten Mittel aus dem 90-Milliarden-Euro-Ukraine-Darlehen auf 8,47 Milliarden Euro und verwies auf weitere genehmigte 6,1 Milliarden Euro unter anderem für Luftverteidigung – was nach ihrer Einschätzung nicht ausreiche. Sie betonte, die Ukraine benötige über die EU-Ebene hinaus bilaterale Unterstützung durch Partnerstaaten, und erklärte, die jüngsten russischen Angriffe auf Kiew zeigten, dass Moskau den Frieden nicht wolle.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung stellt die Ankündigung von Kaja Kallas und die neuen EU-Zusagen für Luftverteidigung und Abfangraketen in den Vordergrund. Sie hebt zugleich die konkreten Finanzgrößen hervor – 8,47 Milliarden Euro ausgezahlt, 6,1 Milliarden Euro zusätzlich genehmigt aus dem 90-Milliarden-Euro-Darlehen – und verknüpft die Zusagen mit Kallas' Aussage, die jüngsten russischen Angriffe auf Kiew zeigten, dass Moskau den Frieden nicht wolle. Ergänzend werden parallele Spuren erwähnt: die für September angekündigten deutschen Luftverteidigungspakete, der ukrainische Antrag an die EU-Kommission, Teile des Darlehens für PAC-3-Raketen für Patriot-Systeme einzusetzen, sowie laufende Gespräche zwischen den USA und der Ukraine über Lizenzen für die Produktion von Patriot-Raketen – allesamt als Belege für eine mehrgleisige westliche Unterstützung.

Hintergrund

Am 1. September hatte Kaja Kallas EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, der Ukraine Abfangraketen zu übergeben, deren Lagerfähigkeit bald abläuft. Am 2. September erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Ukraine habe einen Antrag bei der Europäischen Kommission gestellt, mehrere Milliarden Euro aus dem 90-Milliarden-Euro-Darlehen für den Kauf von PAC-3-Raketen für Patriot-Systeme zu verwenden. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz an, im September würden neue deutsche Luftverteidigungspakete eintreffen. Der britische Premierminister Andy Burnham berichtete, europäische Staats- und Regierungschefs erwägten ein weiteres Treffen der „Koalition der Willigen" in den USA am Rande der UN-Generalversammlung im September, um die Lieferung von Abfangraketen für Patriot-Systeme an die Ukraine zu behandeln. Am 25. August hatte Selenskyj mitgeteilt, eine kleine Zahl von Patriot-Raketen sei in der Ukraine eingetroffen, mehr werde benötigt. Am 5. August erklärte er, die Ukraine habe 2026 drei Mal weniger Flugabwehrraketen erhalten als 2025. US-Außenminister Marco Rubio sagte, die USA verhandelten mit der Ukraine über Lizenzen für die Produktion von Patriot-Raketen.