Merz kündigt in Kiew Finanzierung von Zehntausenden Abfangdrohnen für die Ukraine an
Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einem Besuch in Kiew angekündigt, dass Deutschland Zehntausende Abfangdrohnen vom Typ Quantum Systems für die Ukraine finanzieren wird. Die Drohnen sollen in der Ukraine produziert werden und dem Schutz von Städten und kritischer Infrastruktur vor russischen Drohnenangriffen dienen. Im Rahmen des Besuchs wurde zudem ein zusätzliches Militärhilfepaket im Wert von 1 Milliarde Euro sowie 350 Millionen Euro für den Energiesektor der Ukraine in Aussicht gestellt.
Das Wichtigste
- Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte am 5. Oktober 2026 in Kiew die Finanzierung von mehreren Zehntausend Abfangdrohnen von Quantum Systems für die Ukraine an.
- Die Abfangdrohnen wurden vom ukrainischen Team Quantum WIY Industries entwickelt und sollen in der Ukraine produziert werden.
- Die Drohnen sollen ukrainische Städte, zivile Objekte und kritische Infrastruktur vor russischen UAV-Angriffen schützen.
- Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des deutschen Winter-Militärhilfepakets.
- Quantum Systems koordiniert das Projekt über deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen: Quantum Frontline Industries, Quantum WIY Industries und Quantum Tencore Industries.
- Merz kündigte ein zusätzliches Militärhilfepaket im Wert von 1 Milliarde Euro sowie 350 Millionen Euro für Reparaturarbeiten im ukrainischen Energiesektor an.
- Während des Besuchs wurden 15 Dokumente unterzeichnet und Vereinbarungen im Wert von rund 8,5 Milliarden Euro getroffen.
Warum es wichtig ist
Mit der Großbestellung von Abfangdrohnen verlagert Deutschland den Schwerpunkt seiner Militärhilfe gezielt auf den Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur vor russischen Drohnenangriffen. Die Produktion im Land selbst verankert die deutsch-ukrainische Rüstungszusammenarbeit dauerhaft in der Ukraine. Das Programm ist explizit als Antwort auf den Einsatz russischer Marschflugkörper mit Strahlantrieb formuliert und damit auf die neueste Generation luftgestützter Bedrohungen ausgerichtet. Der Besuch führte zudem zu 15 unterzeichneten Dokumenten und Vereinbarungen im Umfang von 8,5 Milliarden Euro, die auf eine breit angelegte bilaterale Agenda hindeuten.
Was geschehen ist
Bundeskanzler Friedrich Merz reiste am 4. Oktober 2026 mit dem Zug nach Kiew und kündigte dort am Folgetag an, dass Deutschland Zehntausende Abfangdrohnen vom Typ Quantum Systems für die Ukraine finanzieren wird. Die Drohnen wurden vom ukrainischen Team Quantum WIY Industries entwickelt, sollen in der Ukraine gefertigt werden und Städte, zivile Objekte sowie kritische Infrastruktur vor russischen UAV-Angriffen schützen. Quantum Systems steuert das Vorhaben über drei deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen: Quantum Frontline Industries, Quantum WIY Industries und Quantum Tencore Industries. Im Rahmen eines runden Tisches mit Vertretern des Verteidigungsindustriekomplexes, an dem auch Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnahm, unterzeichneten Quantum Systems und Fire Point eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung unbemannter Technologien und von Gegenmaßnahmen gegen moderne Luftbedrohungen. Merz kündigte darüber hinaus ein zusätzliches Militärhilfepaket im Wert von 1 Milliarde Euro und 350 Millionen Euro für Reparaturarbeiten im ukrainischen Energiesektor an. Während des Besuchs wurden nach Angaben aus dem Kreis der Delegation 15 Dokumente unterzeichnet und Vereinbarungen im Umfang von rund 8,5 Milliarden Euro erzielt.
Hintergrund
Der Besuch von Bundeskanzler Merz in Kiew fand am 4. und 5. Oktober 2026 statt. Es war nicht sein erster Aufenthalt in der Ukraine als Kanzler: Bereits im Mai des Vorjahres, nur vier Tage nach seiner Amtseinführung, war er nach Kiew gereist, damals gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem damaligen britischen Premierminister Keir Starmer und dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk. Sein Amtsvorgänger Olaf Scholz hatte die Ukraine während seiner dreieinhalbjährigen Amtszeit zweimal besucht. Die Begleiter von Merz auf der aktuellen Reise umfassten unter anderem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie Führungskräfte deutscher Unternehmen, die nach Angaben deutscher Offizieller 14 Vereinbarungen mit der Kiewer Regierung und ukrainischen Firmen im Wert von rund 6,6 Milliarden Euro unterzeichneten.