4 September 2026 · Aktualisiert am 4 September 2026

Spanien stockt Lieferungen von Patriot-Raketen an die Ukraine auf

Der spanische Außenminister José Manuel Albares hat angekündigt, dass Spanien seine Lieferungen von Flugabwehrraketen für Patriot-Systeme an die Ukraine erhöhen wird. Die Erklärung erfolgte am 3. September auf einem Treffen der EU-Außenminister in Irland, einen Tag nach einem bilateralen Treffen mit dem ukrainischen Außenminister Andriy Sybiha.

Das Wichtigste

  • Spanien wird die Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine erhöhen.
  • Außenminister José Manuel Albares gab dies am 3. September beim EU-Außenministertreffen in Irland bekannt.
  • Am 2. September traf Albares bilateral mit dem ukrainischen Außenminister Andriy Sybiha zusammen und bestätigte dort die Aufstockung.
  • Spanien ist seit Ende August Mitgründer einer neuen Raketenabwehr-Koalition für die Ukraine.
  • Madrid unterzeichnete kürzlich einen Vertrag über 1,7 Mrd. US-Dollar mit dem US-Unternehmen Raytheon zur Modernisierung der eigenen Patriot-Systeme.
  • Bestimmte Komponenten der Patriot-Systeme werden in Spanien vom Unternehmen Sener gefertigt.
  • Spanien liefert laut Albares bereits seit Längerem Patriot-Munition an die Ukraine und werde dies fortsetzen.

Warum es wichtig ist

Die Ankündigung erfolgt in einer Phase, in der die Ukraine dringend Luftabwehrkapazitäten benötigt, und unterstreicht die anhaltende europäische Koordinierung bei der Lieferung von Patriot-Abfangraketen. Als Mitgründer der neuen Raketenabwehr-Koalition und als Standort eines Herstellers von Patriot-Komponenten nimmt Spanien sowohl eine politische als auch eine industrielle Rolle in den Bemühungen ein.

Was geschehen ist

Der spanische Außenminister José Manuel Albares kündigte auf einem Treffen der EU-Außenminister in Irland am 3. September an, dass Spanien seine Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine erhöhen werde. Am Vortag, dem 2. September, hatte er sich bilateral mit dem ukrainischen Außenminister Andriy Sybiha getroffen und dabei ebenfalls die Aufstockung bestätigt. Albares verwies zudem auf Spaniens Beteiligung an einer neuen Raketenabwehr-Koalition für die Ukraine, der Spanien Ende August als Mitgründer beigetreten war. Spanien beliefert die Ukraine nach seinen Angaben bereits seit Längerem mit Patriot-Munition. Zuletzt hatte Madrid mit dem US-Unternehmen Raytheon einen Vertrag über 1,7 Milliarden US-Dollar zur Modernisierung der eigenen Patriot-Systeme unterzeichnet; bestimmte Komponenten der Systeme werden vom spanischen Unternehmen Sener in Spanien gefertigt.

Hintergrund

Am 25. August hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgeteilt, die Ukraine habe eine kleine Charge Patriot-Raketen, AIM-Raketen für NASAMS-Systeme sowie die Bestätigung zu Crotale-Luftabwehrsystemen erhalten. Am 31. August berichtete Euronews, die Europäische Kommission wolle EU-Staaten mit großen Patriot-Beständen – namentlich Griechenland und Spanien – zur Abgabe an die Ukraine drängen. Am 1. September meldete Bloomberg, EU und NATO forderten Spanien und Griechenland zur Lieferung von Patriot-Abfangraketen an die Ukraine auf. Am 2. September erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Ukraine habe formell beantragt, den Kauf von PAC-3-Raketen über ein europäisches Darlehen von 90 Milliarden Euro zu finanzieren; dabei werde die Ukraine mehr als 2 Milliarden Euro für diese Raketen anfordern. Ebenfalls am 2. September bestätigte US-Außenminister Marco Rubio laufende Gespräche zwischen den USA und der Ukraine über Lizenzen für Patriot-Raketen.