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Spanien will Patriot-Raketenlieferungen an die Ukraine erhöhen

Der spanische Außenminister José Manuel Albares hat angekündigt, dass Spanien seine Lieferungen von Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme an die Ukraine aufstocken wird. Die Ankündigung erfolgte am 3. September beim Treffen der EU-Außenminister in Irland, nach einem bilateralen Treffen mit dem ukrainischen Außenminister Andriy Sybiha am 2. September.

Das Wichtigste

  • Außenminister José Manuel Albares kündigte am 3. September in Irland erhöhte Patriot-Lieferungen an
  • Am 2. September traf Albares in bilateralem Gespräch mit dem ukrainischen Außenminister Andriy Sybiha zusammen
  • Spanien ist seit Ende August Mitgründer einer neuen Luftverteidigungskoalition für die Ukraine
  • Madrid unterzeichnete kürzlich einen 1,7-Mrd.-Dollar-Vertrag mit Raytheon zur Modernisierung der eigenen Patriot-Systeme
  • Teile der Patriot-Systeme werden in Spanien vom Unternehmen Sener produziert
  • Spanische Militärs bilden ukrainische Spezialisten für die Wartung von Patriot-Systemen aus
  • Die Ukraine hat die EU gebeten, PAC-3-Raketen im Rahmen eines 90-Mrd.-Euro-Europäer-Kredits zu finanzieren

Warum es wichtig ist

Die spanische Aufstockung ergänzt die breiteren europäischen Bemühungen, die Ukraine mit Patriot-Abfangraketen zu versorgen, während russische Luftangriffe anhalten. Sie kommt zugleich unter wachsendem Druck von EU und NATO, die Spanien und Griechenland zur Weitergabe ihrer Patriot-Bestände aufgefordert hatten. Spanien nimmt damit eine aktivere Rolle in der neuen, Ende August mitgegründeten Luftverteidigungskoalition ein und bringt über Sener auch Produktionskapazitäten für Patriot-Komponenten mit ein.

Was geschehen ist

Beim Treffen der EU-Außenminister in Irland am 3. September kündigte Spaniens Außenminister José Manuel Albares an, dass Spanien seine Lieferungen von Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme an die Ukraine erhöhen werde. Die Zusage hatte er bereits tags zuvor, am 2. September, in einem bilateralen Gespräch mit dem ukrainischen Außenminister Andriy Sybiha bestätigt. Albares verwies dabei auf Spaniens Beteiligung an einer neuen Luftverteidigungskoalition für die Ukraine, der Spanien Ende August als Mitgründer beigetreten ist. Madrid hatte zudem unlängst mit dem US-Unternehmen Raytheon einen 1,7-Milliarden-Dollar-Vertrag zur Modernisierung der eigenen Patriot-Systeme unterzeichnet; Komponenten der Systeme werden auch in Spanien vom Unternehmen Sener gefertigt. Spanische Militärs bilden ukrainische Spezialisten für die Wartung der Patriot-Systeme aus.

Hintergrund

Am 25. August hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj den Eingang einer kleinen Charge Patriot-Raketen, AIM-Raketen für NASAMS sowie die Bestätigung mehrerer Crotale-Luftabwehrsysteme einschließlich Raketen gemeldet. Am 31. August berichtete Euronews, die EU-Kommission werde EU-Staaten mit nennenswerten Patriot-Beständen – namentlich Griechenland und Spanien – drängen, diese an die Ukraine abzugeben. Am 1. September berichtete Bloomberg, EU und NATO forderten Spanien und Griechenland zur Weitergabe von Patriot-Abfangraketen auf. Am 2. September erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Ukraine habe erstmals offiziell beantragt, dass die EU den Kauf von PAC-3-Raketen über einen europäischen Kredit über 90 Milliarden Euro finanziert; nach anderen Angaben fordert die Ukraine dafür mehr als 2 Milliarden Euro. Ebenfalls am 2. September bestätigte US-Außenminister Marco Rubio laufende Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine über Patriot-Lizenzen. Spanien hat mit Raytheon zudem einen 1,7-Mrd.-Dollar-Vertrag zur Modernisierung eigener Patriot-Systeme geschlossen; spanische Militärs bilden ukrainische Spezialisten für die Wartung dieser Systeme aus.