Ukrainische Expedition beendet Sucharbeiten in Lasków: Über 40 Tote gefunden
Eine ukrainische Expedition hat vom 2. bis 16. Oktober Sucharbeiten im Dorf Lasków in der polnischen Woiwodschaft Lublin abgeschlossen. Nach vorläufigen Schätzungen wurden die Überreste von mehr als 40 Menschen entdeckt, darunter Frauen, Kinder und Männer. Das Ukrainische Institut für nationales Gedenken plant weitere Exhumierungen im Frühjahr 2027.
Das Wichtigste
- Sucharbeiten im Dorf Lasków (Woiwodschaft Lublin, Polen) vom 2. bis 16. Oktober
- Auftraggeber: Ukrainisches Institut für nationales Gedenken (UINR)
- Durchführung durch das kommunale Unternehmen „Dolja", das die Genehmigung der polnischen Seite am 31. August 2026 erhielt
- Vorläufige Schätzung: Überreste von mehr als 40 Personen, darunter Frauen, Kinder und Männer
- Entdeckt wurden Gruppen- und Einzelgräber
- Weitere Exhumierungen zur Klärung von Alter, Geschlecht und Todesursache sind für Frühjahr 2027 geplant
- Massakers an Ukrainern in Lasków am 10. März 1944; Historiker und Experten aus Ukraine und Polen haben Daten zu 327 Opfern zusammengetragen
Warum es wichtig ist
Die Grabungen liefern erstmals greifbare physische Belege für das Massaker an Ukrainern in Lasków aus dem Jahr 1944. Dass unter den Überresten Frauen, Kinder und Männer sind, zeigt, dass mehrere Bevölkerungsgruppen betroffen waren. Die geplanten Exhumierungen im Frühjahr 2027 sollen das Alter, das Geschlecht und die Todesursache der Bestatteten klären und damit zur historischen Aufarbeitung beitragen.
Was geschehen ist
Vom 2. bis 16. Oktober führte eine ukrainische Expedition Sucharbeiten im Dorf Lasków in der polnischen Woiwodschaft Lublin durch. Beauftragt wurde die Untersuchung vom Ukrainischen Institut für nationales Gedenken (UINR); die praktischen Arbeiten übernahm das kommunale Unternehmen „Dolja". „Dolja" hatte die Genehmigung der polnischen Seite am 31. August 2026 erhalten. Nach vorläufigen Schätzungen wurden die Überreste von mehr als 40 Personen gefunden – darunter Frauen, Kinder und Männer – sowohl in Gruppen- als auch in Einzelgräbern. Am letzten Arbeitstag öffneten die Forschenden teilweise ein Gruppengrab mit acht Toten. Zum Abschluss der Expedition entzündeten die Teilnehmer Gedenklichter. Das UINR plant, im Frühjahr 2027 weitere Exhumierungen durchzuführen, um Alter, Geschlecht und Todesursache der Bestatteten festzustellen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen unterscheiden sich in der geschätzten Zahl der Opfer des Massakers vom 10. März 1944: Ukrainische und polnische Historiker und Experten haben Daten zu 327 getöteten Bewohnern von Lasków zusammengetragen, während einzelne Historiker die Opferzahl auf etwa 350 schätzen. Die endgültige Zahl steht noch aus und soll durch weitere Untersuchungen ermittelt werden.
Hintergrund
Die Grabungen gehen auf einen Austausch von Listen möglicher Exhumierungsorte zwischen der Ukraine und Polen im Jahr 2025 zurück. Die Ukraine hatte Suchanträge für drei Orte – Sahryń, Lasków und Przemyśl – eingereicht; nur für Lasków wurde die Suche von polnischer Seite genehmigt. Das kommunale Unternehmen „Dolja" erhielt die Genehmigung am 31. August 2026. Im Herbst 2025 hatte die ukrainische Seite bereits Sucharbeiten im Dorf Jureczkowa in der Woiwodschaft Karpatenvorland durchgeführt. Polnische Forscher hatten im Vorjahr im Dorf Puzhnyky in der Oblast Ternopil und in Lwiw gearbeitet; im Sommer 2026 fanden Sucharbeiten in der Ukraine in den ehemaligen Dörfern Ostriwky und Wolia Ostroverezka in den Oblasten Riwne und Wolyn statt, und im August 2026 wurden in Ostrivka die Überreste von 55 polnischen Opfern der Wolhynien-Tragödie wiederbestattet.