Ukrainische Expedition findet rund 30 sterbliche Überreste von Opfern des Massakers in Lasków
Eine ukrainische Suchexpedition hat am orthodoxen Friedhof des Dorfes Lasków in der Woiwodschaft Lublin rund 30 sterbliche Überreste entdeckt. Dabei handelt es sich um Ukrainer, die bei einem Angriff von Einheiten der Armia Krajowa und der Bataliony Chłopskie im März 1944 getötet wurden. Die Arbeiten wurden vom Ukrainischen Institut für Nationales Gedächtnis (UINP) in Auftrag gegeben und vom Kommunalunternehmen „Dolja“ durchgeführt.
Das Wichtigste
- Rund 30 sterbliche Überreste auf dem orthodoxen Friedhof in Lasków (Woiwodschaft Lublin) gefunden
- Opfer eines Angriffs der Armia Krajowa und der Bataliony Chłopskie im März 1944
- Sowohl Einzel- als auch Gruppenbestattungen entdeckt
- Arbeiten vom Ukrainischen Institut für Nationales Gedächtnis in Auftrag gegeben, ausgeführt vom Kommunalunternehmen „Dolja“
- Polnische Genehmigung datiert auf den 31. August 2026; Arbeiten begannen am 6. Oktober
- Zweite ukrainische Suchexpedition in Polen nach langer Pause nach Yurechkowa im Herbst 2025
- Schätzungen der Opferzahl reichen von „über 300" über 327 dokumentierte Tote bis zu rund 350
Warum es wichtig ist
Die Expedition ist nach einer längeren Pause die zweite ukrainisch geführte Suchaktion auf polnischem Boden und damit Teil des heiklen bilateralen Prozesses um Gräber aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Sie betrifft ein Massaker an der Zivilbevölkerung im März 1944, bei dem nach historischen Schätzungen mehr als 300 Menschen in einem einzigen Dorf ums Leben kamen. Beide Seiten – das Ukrainische Institut für Nationales Gedächtnis und das durchführende Kommunalunternehmen – rahmen die Arbeiten als Teil der Vereinbarungen der ukrainisch-polnischen Arbeitsgruppe zu würdevollen Bestattungen, einschließlich folgender Exhumierung und Umbettung mit Gedenkfeier. Das Ereignis steht im Kontext der laufenden, schwierigen Erinnerungsdiplomatie zwischen Kiew und Warschau, parallel zu ukrainischen Schritten, die Exhumierung polnischer Opfer der Wolhynien-Tragödie zu erlauben.
Was geschehen ist
Eine ukrainische Suchexpedition hat am orthodoxen Friedhof des Dorfes Lasków in der Woiwodschaft Lublin, Polen, rund 30 sterbliche Überreste entdeckt. Nach Angaben des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedächtnis (UINP) handelt es sich um Ukrainer, die bei einem Angriff von Einheiten der Armia Krajowa und der Bataliony Chłopskie im März 1944 getötet wurden. Gefunden wurden sowohl Einzel- als auch Gruppenbestattungen. Die Arbeiten wurden vom UINP in Auftrag gegeben und vom Kommunalunternehmen „Dolja" des Lviv Regionalrats ausgeführt, das die entsprechende Genehmigung der polnischen Seite am 31. August 2026 erhalten hatte. Die Sucharbeiten begannen am 6. Oktober. Das UINP gab den Fund am Mittwoch, dem 14. Oktober, bekannt. Der Leiter des UINP, Oleksandr Alfyorov, erklärte, die gemeinsame Aufgabe bestehe darin, eine würdevolle Erinnerung an alle Getöteten unabhängig von Herkunft und Nationalität zu sichern, und dankte der polnischen Seite. Der Leiter von „Dolja", Sviatoslav Sheremeta, sagte, die vorläufigen Ergebnisse bestätigten die Informationen aus den Erinnerungen ehemaliger Bewohner von Lasków, die die Ereignisse überlebten. Der nächste Schritt umfasse Exhumierungsuntersuchungen, die Umbettung der Toten und eine würdevolle Ehrerweisung. Die Suche erfolgt im Rahmen der Vereinbarungen der ukrainisch-polnischen Arbeitsgruppe zu würdevollen Bestattungen. Es ist die zweite ukrainische Suchexpedition auf polnischem Boden nach langer Pause – die erste hatte im Herbst 2025 im Dorf Yurechkowa stattgefunden, wo keine Überreste von UPA-Kämpfern gefunden wurden. Laut unterschiedlichen historischen Daten wurden bei dem Massaker vom 10. März 1944 in Lasków mehr als 300 Menschen getötet; ukrainisch-polnische Forschungen haben Daten zu 327 Bewohnern von Lasków dokumentiert, die 1944 starben, während einige Historiker die Zahl auf rund 350 schätzen.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Schätzungen der Gesamtopferzahl des Massakers in Lasków vom März 1944 gehen auseinander: Einige Quellen geben „mehr als 300" an, ukrainisch-polnische Forschungen haben Daten zu 327 im Jahr 1944 getöteten Bewohnern von Lasków dokumentiert, und einige Historiker nennen eine höhere Zahl von rund 350. Die endgültige Zahl könnte durch weitere historische und archäologische Forschungen ermittelt werden. Zudem variiert die Schreibweise des Dorfnamens in den Quellen zwischen Lasków und Laskiv/Laskiw.
Hintergrund
Das Massaker an Ukrainern in Lasków ereignete sich am 10. März 1944. Die laufenden Sucharbeiten werden vom Kommunalunternehmen „Dolja" auf Grundlage einer Genehmigung der polnischen Seite vom 31. August 2026 durchgeführt und begannen am 6. Oktober. Vergleichbare ukrainische Suchexpeditionen, bei denen menschliche Überreste gefunden wurden, fachten zuletzt 2016 statt; eine Expedition im Herbst 2025 im Dorf Yurechkowa fand keine Überreste von UPA-Kämpfern. Im Januar 2025 erlaubte die Ukraine erstmals die Exhumierung der sterblichen Überreste polnischer Opfer der Wolhynien-Tragödie; im Mai 2025 wurde die Exhumierung von Opfern aus dem Jahr 1945 in der Oblast Ternopil abgeschlossen – Schritte, die Polen als Durchbruch bezeichnete. Zuvor hatte die Ukraine als Reaktion auf die Zerstörung ukrainischer Gedenkstätten in Polen ein Moratorium für die Exhumierung polnischer Gräber verhängt. Im Jahr 2016 hatte Polen die Wolhynien-Tragödie als Völkermord anerkannt.