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Ukraine fordert schärfere Sanktionen gegen Russlands Satellitensystem „Rasswet“

Der ukrainische Geheimdienst hat Daten zu 49 russischen und belarussischen Unternehmen veröffentlicht, die an der Entwicklung des russischen Niedrigorbit-Satellitenkommunikationssystems „Rasswet“ beteiligt sind. Er fordert gemeinsame Sanktionen und Einschränkungen der Lieferketten. Das System ist bereits im Orbit, wird vor allem für militärische Aufgaben geplant und soll insbesondere Ukraine sowie EU-Staaten abdecken.

Das Wichtigste

  • Das ukrainische Militärgeheimdienst GUR veröffentlichte Daten zu 49 am Projekt „Rasswet“ beteiligten russischen und belarussischen Unternehmen und Institutionen.
  • 23 der 49 genannten Unternehmen und Institutionen, darunter „Roskosmos“, sind nach Angaben des GUR von keinem Land der Sanktionskoalition sanktioniert.
  • „Rasswet“ soll vor allem als militärisches Kommunikationssystem für Russland dienen.
  • Russland plant, die Satelliten in das Weltraumsystem zur Zielunterstützung für Raketenwaffen einzubinden.
  • Vorgesehen ist außerdem die Ausstattung von Kommando- und Stabsfahrzeugen des Raketenkomplexes „Iskander-M“ mit „Rasswet“-Terminals.
  • Die ersten 16 Seriensatelliten wurden im März 2026 von „Büro 1440“ in den Orbit gebracht; der kommerzielle Betrieb ist für 2027 geplant.
  • Bis Ende 2030 sind 292 Satelliten im System vorgesehen, insgesamt sollen 383 Satelliten gestartet werden.

Warum es wichtig ist

Russland entwickelt mit „Rasswet“ eine eigene Alternative zu Starlink. Das könnte die militärische Kommunikation, die Verbindung zwischen Führung und Einheiten sowie die Zielunterstützung verbessern. Da das geplante Netz vor allem die Ukraine und EU-Staaten abdecken soll, besteht zudem die Gefahr, dass es für Angriffe oder hybride Aggression eingesetzt wird. Mit 23 nicht sanktionierten Beteiligten zeigt die veröffentlichte Liste außerdem eine deutliche Lücke bei den internationalen Beschränkungen.

Was geschehen ist

Das GUR veröffentlichte die Namen von 49 russischen und belarussischen Unternehmen und Institutionen, die an der Realisierung von „Rasswet“ beteiligt sind. Das System umfasst eine Gruppierung von Niedrigorbit-Satelliten, Bodensteuerinfrastruktur, Gateway-Stationen und Terminale für stationäre sowie mobile Objekte. Hauptverantwortlich ist das russische Unternehmen „Büro 1440“ aus dem IT-Konzern „IKS Holding“. Das GUR bezeichnete „Rasswet“ als в первую очередь militärisches Kommunikationssystem Russlands.

Unter den 49 genannten Beteiligten befinden sich nach Angaben des Geheimdienstes 23 nicht sanktionierte Unternehmen und Institutionen, darunter „Roskosmos“. Das GUR forderte daher, die Beteiligten in die schwarzen Listen von Staaten, Banken und Unternehmen aufzunehmen, die Zusammenarbeit vollständig zu untersagen und für Verstöße reale Folgen sicherzustellen. Zugleich wurden die Staaten der Sanktionskoalition aufgefordert, die Lieferung von Technologien, Komponenten, Ausrüstung und Software zu blockieren.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung betont die absehbare militärische Nutzung von „Rasswet“, die geplante Einbindung in die Zielunterstützung für Raketenwaffen sowie die Ausrüstung von „Iskander-M“-Fahrzeugen. Zugleich wird die Lücke bei den Sanktionen hervorgehoben: Nahezu die Hälfte der identifizierten Beteiligten не підпадає під обмеження держав санкційної коаліції. Проєкт сприймається як технологічна загроза для України та Європи, що потребує обмежень не лише на рівні компаній, а й у ланцюжках постачання компонентів, обладнання та програмного забезпечення.

Hintergrund

„Rasswet“ об’єднує низькоорбітальні супутники, наземну інфраструктуру керування, шлюзові станції та абонентські термінали. До створення системи залучені IT-компанії, виробники мікроелектроніки, наукові центри, структури «Роскосмосу» та Міністерство оборони Росії. Підприємства «ІКС Холдингу» виготовляють сонячні панелі, абонентське обладнання, друковані плати та електронні модулі, а аерокосмічні підприємства — ракети-носії, розгінні блоки, двигуни й супутникові компоненти. Банк ВТБ надав фінансову підтримку проєкту. Перші 16 серійних супутників вивели на орбіту в березні 2026 року; комерційний запуск сервісу запланований на 2027 рік.