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Ukraine deckt 30 ausländische Maschinen im russischen Raketenbau auf

Der ukrainische Geheimdienst hat Daten zu 30 technischen Anlagen aus dem Ausland veröffentlicht, die in russischen Betrieben für bALListische Raketen und deren Komponenten eingesetzt werden. Er empfiehlt zugleich strengere Endkundenkontrollen, Komponentenbeschränkungen und eine engere Prüfung von Exportketten.

Das Wichtigste

  • Das ukrainische Militärgeheimdienst GUR veröffentlichte am 26. Oktober Daten zu 30 ausländischen Anlagen.
  • Die Anlagen stammen aus China, Deutschland, Taiwan, den USA, der Türkei, der Schweiz und Italien.
  • Der chinesische Fünfachs-Bearbeitungszentrum GX-650 von Hyper Machine Tool wird im Wotkinsker Werk eingesetzt.
  • Das Wotkinsker Werk nutzt den GX-650 für die 9M723 „Iskander-M“ und die Raketensektion der X-47M2 „Kinzhal“.
  • Chinesische Dreh- und Fräszentren von Shtral werden bei PEMZ „Molot“ zur Herstellung elektronischer Blöcke für „Iskander-M“ genutzt.
  • Messausrüstung von Rohde & Schwarz ist bei UPKB „Detal“ installiert, wo Höhenmesser für „Zircon“ hergestellt werden.
  • Das GUR empfahl unter anderem Endkontrollen, Prüfungen am Einsatzort sowie Audits von Distributoren und Vermittlern

Warum es wichtig ist

Die Veröffentlichung zeigt, dass die russische Produktion ballistischer Waffen trotz fehlender lokalisierter Ersatzanlagen weiterhin wesentlich von ausländischem Industriemaschinenbau und Komponenten abhängt. Die dokumentierten Lieferbeziehungen verbinden chinesische Maschinen und Technik anderer Hersteller mit Betrieben, die „Iskander-M“, „Kinzhal“ und Komponenten für „Zircon“ herstellen. Von GUR vorgeschlagene Endkundenprüfungen, Audits von Vermittlern, Komponentenkontrollen und Ermittlungen zu Lieferketten könnten die Beschaffung und den Betrieb dieser Anlagen erschweren. Da chinesische Maschinen selbst europäische, japanische und taiwanische Komponenten enthalten, reicht der Kontrolleinzelner Lieferanten möglicherweise nicht aus.

Was geschehen ist

Das GUR veröffentlichte auf dem Portal War&Sanctions sowie in seinem Telegram-Kanal Informationen über 30 ausländische Anlagen, die von Unternehmen des russischen Raketen- und Komponentenprogramms genutzt werden. Das Portfolio umfasst unter anderem Höhenmesser, aerodynamische Ruder und Gyroskope. Eine wichtige Rolle spielen zunehmend chinesische Dreh- und Bearbeitungszentren, unter anderem fünfachsige Modelle, deren Komponenten teilweise aus Europa, Japan und Taiwan stammen. Als konkrete Beispiele nennt das GUR den GX-650 von Hyper Machine Tool im Wotkinsker Werk, chinesische Shtral-Zentren bei PEMZ „Molot“ sowie Messausrüstung von Rohde & Schwarz bei UPKB „Detal“. Das GUR empfahl außerdem, лückenlose Endkundenkontrollen einzuführen, die Einrichtung an den angegebenen Standorten zu überprüfen, Ersatzteile, Software, Wartung und andere Betriebsmittel einzubeziehen sowie Reexporte und Änderungen des Endkunden zu untersuchen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainische Berichterstattung richtet den Fokus auf die operativen Erkenntnisse des Geheimdienstes: konkrete Anlagen, Hersteller, Produktionsstätten, Raketentypen und die wachsende Präsenz chinesischer Bearbeitungszentren. Besonders betont wird, dass Russland ausländisches industrielles Equipment nicht durch lokalisierte Analoga ersetzen kann. Die Daten werden zugleich mit den jüngsten groß angelegten ballistischen Angriffen auf die Ukraine sowie den Reserven und der monatlichen Produktionsfähigkeit des russischen Rüstungsindustriekomplexes verknüpft.

Hintergrund

Die Informationen wurden am 26. Oktober auf dem Portal War&Sanctions und im Telegram-Kanal des ukrainischen Geheimdienstes veröffentlicht. Bereits zuvor hatte das GUR auf War&Sanctions 37 ausländische Elektronikkomponenten aufgeführt, die in geschützten Navigationsmodulen namens „Kometa“ eingesetzt werden. Die neue Veröffentlichung vertieft damit die dokumentierte Abhängigkeit des russischen Raketenprogramms von internationalen Lieferketten.