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Kiew: Mehr als 51 % der russischen Ölverarbeitungskapazität durch ukrainische Angriffe außer Betrieb

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat erklärt, dass mehr als 51 % der russischen Ölverarbeitungskapazität durch weitreichende Schläge der ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungskräfte außer Betrieb seien. Verteidigungsminister Jevhenij Chmara bezeichnete die Angriffe als systematische Schwächung des militärisch-wirtschaftlichen Potenzials Russlands. Genannt wurden unter anderem die Raffinerien in Moskau, Jaroslawl, KINEF, Perm, Ilysky, Saratow und Sysran sowie der NOVATEK-Komplex in Ust-Luga.

Das Wichtigste

  • Ukrainisches Verteidigungsministerium: mehr als 51 % der russischen Ölverarbeitungskapazität außer Betrieb
  • Bewertung stammt von Generalstab und Verteidigungsministerium, vorgestellt von Verteidigungsminister Jevhenij Chmara
  • Genannte betroffene Anlagen: Raffinerien Moskau, Jaroslawl, KINEF, Perm, Ilysky, Saratow und Sysran sowie der NOVATEK-Komplex in Ust-Luga
  • Perm-Raffinerie (7.-größte Russlands) nach Drohnenangriff am 25. September gestoppt; Moskau-Raffinerie (Gazprom Neft) seit 21. September stillgelegt
  • Ukraine hat nach eigenen Angaben Produktion und Beschaffung von Langstrecken-Drohnen 2026 verdreifacht und will weiter ausbauen
  • Trump sprach am 1. Oktober von einer „alarmierenden Geschwindigkeit" der Zerstörung russischer Raffinerien
  • Putin hat am 28. September Daten zum Handel mit Ölprodukten als Verschlusssache eingestuft

Warum es wichtig ist

Sollte die Bewertung zutreffen, wäre die Mehrheit der russischen Ölverarbeitungskapazität ausgefallen – mit direkten Folgen für die Versorgung der russischen Wirtschaft und Streitkräfte mit Benzin, Diesel und Flugkraftstoff. Die Zahl stammt allerdings ausschließlich von ukrainischer Seite und ist nicht unabhängig bestätigt. Die Angabe konkreter Raffinerien und Stillstandsdaten sowie der Hinweis auf eine verdreifachte Drohnenproduktion 2026 deuten auf eine andauernde Kampagne hin.

Was geschehen ist

Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte, dass weitreichende Schläge der ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungskräfte mehr als 51 % der russischen Ölverarbeitungskapazität außer Betrieb gesetzt hätten. Die Bewertung basiert nach Angaben von Verteidigungsminister Jevhenij Chmara auf Erkenntnissen und Analysen des Generalstabs und des Verteidigungsministeriums. Als zuletzt getroffene Anlagen nannte das Ministerium die Raffinerien in Moskau, Jaroslawl, KINEF, Perm, Ilysky, Saratow und Sysran sowie den NOVATEK-Komplex in Ust-Luga. Die Moskau-Raffinerie von Gazprom Neft stellte demnach am 21. September die Rohölverarbeitung ein, die Perm-Raffinerie wurde nach einem Reuters-Bericht vom 25. September gestoppt, Sysran am 15. September und Saratow am 11. September (nach früheren Angriffen am 2. August und 8. September). Das Ministerium kündigte an, die Kapazitäten für weitreichende Schläge weiter auszubauen; die Produktion und Beschaffung entsprechender Drohnen sei 2026 verdreifacht worden.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Zahl von 51 % stammt ausschließlich aus einer Bewertung des ukrainischen Verteidigungsministeriums auf Grundlage eigener Erkenntnisse und Analysen des Generalstabs; sie ist nicht unabhängig verifiziert. Einige ukrainische Schlagzeilen geben die Größenordnung mit „über 50 %" wieder.

Hintergrund

Russische Raffinerien versorgen die Wirtschaft und die Streitkräfte mit Benzin, Diesel und Flugkraftstoff. Am 28. September wurde bekannt, dass Wladimir Putin Daten zum Handel mit Ölprodukten als Verschlusssache eingestuft hat – was ukrainische Quellen als Reaktion auf die Schäden im Verarbeitungssektor deuten. Am 1. Oktober bezeichnete US-Präsident Donald Trump das Tempo der Zerstörung russischer Raffinerien als „alarmierend". Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor angekündigt, die Angriffe auf russische Raffinerien als Reaktion auf die russische Taktik massiver Angriffe auf zivile Infrastruktur in der Ukraine zu verstärken.