Ukrainische Drohnenangriffe stoppen Ölverarbeitung in den Raffinerien Sysran und Saratow
Zwei russische Ölraffinerien — Sysran und Saratow — haben nach ukrainischen Drohnenangriffen die Erdölverarbeitung eingestellt. Das berichtet Reuters unter Berufung auf drei Branchenquellen. Die Anlage CDU-6 der Raffinerie Sysran, die rund 71 % der Verarbeitungskapazität ausmacht, wurde beschädigt; Reparaturen könnten mindestens einen Monat dauern.
Das Wichtigste
- Raffinerie Sysran stoppte am 15. September 2026, Raffinerie Saratow am 11. September 2026
- CDU-6 der Sysran-Raffinerie mit 17.100 Tonnen Tageskapazität wurde beschädigt — das sind etwa 71 % der Anlagenkapazität
- CDU-5 der Sysran-Raffinerie (7.100 t/Tag, 29 % der Kapazität) ist bereits seit einem Drohnenangriff im Juli in Reparatur
- Reparatur der beschädigten CDU-6 dauert voraussichtlich mindestens einen Monat
- Reuters berichtet unter Berufung auf drei Branchenquellen; Rosneft äußerte sich auf Anfrage nicht
- Generalstab der ukrainischen Streitkräfte bestätigte den Treffer auf die Saratow-Raffinerie
- Russland hat bereits Exporte von Benzin, Diesel und Flugkraftstoff eingeschränkt
Warum es wichtig ist
Die Zerstörung der CDU-6-Anlage nimmt der Raffinerie Sysran rund 71 % ihrer Kapazität, und die zweite Hauptanlage CDU-5 ist bereits seit Juli außer Betrieb. Damit fällt der größte Teil der Verarbeitung dieses Standorts für mindestens einen Monat aus. In Verbindung mit der erneuten Stilllegung in Saratow verschärfen die Angriffe die ohnehin angespannte Treibstoffversorgung in Russland, das bereits Exporte von Benzin, Diesel und Flugkraftstoff eingeschränkt hat.
Was geschehen ist
Nach ukrainischen Drohnenangriffen haben zwei russische Ölraffinerien — Sysran und Saratow — die Erdölverarbeitung eingestellt, wie Reuters unter Berufung auf drei Branchenquellen berichtete. Die Raffinerie Sysran stellte den Betrieb am Dienstag, dem 15. September 2026 ein; bei dem Angriff wurden mehrere Anlagen beschädigt, darunter die Hauptanlage zur Primärölverarbeitung CDU-6 mit einer Kapazität von 17.100 Tonnen pro Tag, die rund 71 % der Verarbeitungskapazität des Werks ausmacht. Die Reparatur der beschädigten Anlage wird laut Quellen mindestens einen Monat dauern. Eine zweite Anlage, CDU-5 mit 7.100 Tonnen Tageskapazität (29 %), befindet sich bereits seit einem Drohnenangriff im Juli in Reparatur. Die Raffinerie Saratow unterbrach die Verarbeitung am 11. September nach einem weiteren Drohnenangriff. Zuvor war die Anlage bereits am 8. September nach Sachschäden und einem Brand stillgelegt worden und hatte sich auf eine Wiederaufnahme am 10.–11. September vorbereitet; zudem war sie nach einem Drohnenangriff am 2. August für mehrere Wochen außer Betrieb gewesen. Reuters wandte sich an Rosneft mit der Bitte um Stellungnahme, erhielt jedoch keine Antwort. In der Nacht zum 15. September wurden in den russischen Regionen Wolgograd und Samara Explosionen und Brände an Industrieanlagen gemeldet, darunter am Werk Sebryakovcement und der Ölraffinerie Sysran.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung führt die Geschichte direkt auf Reuters als maßgebliche Quelle zurück und stellt die Auswirkungen der Angriffe auf die russische Raffinerieinfrastruktur als bestätigte Nachricht dar, die eine Veröffentlichung wert ist. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte und das ukrainische Verteidigungstechnologieunternehmen Fire Point haben den Treffer auf die Raffinerie Saratow beziehungsweise den Ozon-Logistikstandort öffentlich bestätigt.
Hintergrund
Die CDU-5-Anlage der Raffinerie Sysran befand sich bereits seit einem Drohnenangriff im Juli in Reparatur, was die Auswirkungen des jüngsten Treffers auf das Werk noch verschärfte. Die Raffinerie Saratow war am 8. September bereits wegen Sachschäden und eines Brands stillgelegt worden, plante kurzzeitig die Wiederaufnahme und hatte zuvor nach einem Drohnenangriff am 2. August mehrere Wochen stillgestanden. Die CDU-6-Anlage hat eine ausgewiesene Kapazität von rund 17.100 Tonnen pro Tag.