Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Dritter Raketenangriff binnen eines Monats: Russland trifft erneut Stahlwerk Saporischstala

In der Nacht zum 12. September 2026 schlugen vier ballistische Raketen auf dem Gelände des metallurgischen Kombinats Saporischstala in Saporischschja ein. Vier Mitarbeiter wurden verletzt. Es war der dritte Raketenangriff auf das Werk innerhalb eines Monats; die Produktion war nach den vorherigen Treffern vom 11. und 27. August noch nicht wieder angelaufen.

Das Wichtigste

  • Vier ballistische Raketen trafen in der Nacht zum 12. September das Produktionsgelände von Saporischstala
  • Vier Mitarbeiter wurden verletzt, drei davon mit mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert
  • Es war der dritte ballistische Raketenangriff auf das Werk binnen etwa eines Monats
  • Die Produktion war nach den Treffern vom 11. und 27. August noch nicht wieder angelaufen
  • Beschädigt wurden Haupt- und Hilfsanlagen der Hochofen- und Siemens-Martin-Werkstätten, die Energieversorgung sowie die Logistikinfrastruktur
  • Metinvest spricht von einer vorläufig als kritisch eingestuften Zerstörung und sieht darin eine systematische Vernichtung der ukrainischen Zivilindustrie
  • Saporischstala gehört zur Metinvest-Gruppe von Rinat Achmetow und produziert nach eigenen Angaben ausschließlich für zivile Zwecke

Warum es wichtig ist

Drei ballistische Raketenangriffe auf ein einziges metallurgisches Werk binnen rund eines Monats deuten auf eine gezielte, wiederholte Bekämpfung derselben zivilen Industrieanlage hin. Nach Angaben von Metinvest liegt darin ein Muster systematischer Zerstörung der ukrainischen Zivilindustrie. Die Schäden werden vorläufig als kritisch eingestuft; da die Produktion seit den früheren Treffern stillstand, wurde allerdings kein technogener Unfall ausgelöst.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 12. September 2026 schlugen vier ballistische Raketen auf dem Gelände des metallurgischen Kombinats Saporischstala in Saporischschja ein. Vier Mitarbeiter des Werks wurden verletzt: Drei wurden nach erster Hilfe mit Verletzungen mittleren Schweregrads in städtische Krankenhäuser eingeliefert, ein vierter lehnte nach medizinischer Untersuchung eine Hospitalisierung ab und blieb zur Beseitigung der Angriffsschäden vor Ort. Tote gab es keine. Beschädigt wurden Haupt- und Hilfsausrüstung der Hochofen- und Siemens-Martin-Werkstätten, die Energieversorgung und die Netze des Werks sowie die Logistikinfrastruktur. Das Ausmaß der Zerstörungen wird vorläufig als kritisch eingeschätzt; eine abschließende Bewertung ist erst nach Abschluss der Inspektion möglich. Da die Produktion nach den vorangegangenen Angriffen ruhte, bestand nach Werksangaben keine Gefahr eines technogenen Unfalls. Die Personenzahl auf dem Werksgelände war zum Zeitpunkt des Angriffs deutlich reduziert. Es war der dritte ballistische Raketenangriff auf Saporischstala binnen rund eines Monats. Zuvor war das Werk am 11. und 27. August getroffen worden; die Produktion war seither nicht wieder angelaufen.

Hintergrund

Saporischstala ist Teil der Metinvest-Gruppe von Rinat Achmetow und eines der führenden metallurgischen Unternehmen der Ukraine; das Werk stellt nach eigenen Angaben Roheisen und Stahl ausschließlich für zivile Zwecke her und beherbergt nichts auf seinem Gelände, das es zu einem militärischen Ziel machen könnte. Bei den vorherigen Angriffen am 11. und 27. August waren mehrere Mitarbeiter getötet und verletzt worden; der Schaden vom 27. August wurde von Metinvest als vergleichbar mit Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg beschrieben. In derselben Nacht zum 12. September meldete der Verteidigungsrat der Stadt Saporischschja zudem Schäden an Privathäusern und zwei Tote in der Stadt; ein separater Raketenangriff traf das Werk ArcelorMittal Krywyj Rih, wobei zwei Menschen getötet und vier verletzt wurden.