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Russische Drohnen treffen vier Tankstellen der Ukrnafta in drei Oblasten

Russische Drohnenangriffe haben am Abend des 5. September und in der Nacht zum 6. September vier Tankstellenkomplexe der Ukrnafta in den Oblasten Kyjiw, Saporischschja und Dnipropetrowsk getroffen. Es entstanden Brände und erhebliche Schäden an Gebäuden und Ausrüstung; nach Angaben des Unternehmens wurde niemand verletzt. Der Vorstandsvorsitzende Bohdan Kukura sprach von einem systematischen Terror gegen die zivile Infrastruktur.

Das Wichtigste

  • Abend des 5. September: Drohnentreffer auf eine Anlage der Ukrnafta in der Oblast Kyjiw, Feuer und erhebliche Geräteschäden
  • Gegen Mitternacht (5./6. September): Drohnenangriff auf ein Lagergebäude eines Ukrnafta-Tankstellenkomplexes in Saporischschja, Kapitalschäden an Gebäuden
  • In der Nacht zum 6. September: Drohnentreffer auf ein weiteres Ukrnafta-Gelände in Saporischschja, Schäden an Ausrüstung und Überdachung, Grasbrand durch Trümmer
  • Morgen des 6. September: Angriff auf einen Ukrnafta-Tankstellenkomplex in der Oblast Dnipropetrowsk
  • Bei keinem der vier Angriffe gab es Verletzte
  • Ukrnafta ist die größte ukrainische Ölfördergesellschaft mit 1807 Öl- und 164 Gasbohrungen; das Tankstellennetz umfasst rund 700 Komplexe
  • Aktionäre sind Naftohas Ukraine und das ukrainische Verteidigungsministerium; das Unternehmen steht seit 2022 unter staatlicher Verwaltung

Warum es wichtig ist

Vier Angriffe binnen rund 24 Stunden auf Anlagen eines einzigen großen Energie- und Kraftstoffunternehmens in drei Oblasten deuten auf eine gezielte, anhaltende Kampagne gegen die zivile Treibstoffinfrastruktur hin. Da die Ukrnafta ihr Tankstellennetz 2024–2025 durch die Übernahme der Glusco-Vermögenswerte und den Erwerb des ukrainischen Shell-Tankstellennetzes deutlich vergrößert hat, könnte eine Reihe solcher Treffer die landesweite Kraftstoffversorgung unter Druck setzen. Die ukrainische Seite ordnet die Angriffe als vorsätzliche Schläge gegen zivile, der Bevölkerung dienende Infrastruktur ein.

Was geschehen ist

Am Abend des 5. September schlug eine russische Drohne in eine Anlage des Ukrnafta-Tankstellennetzes in der Oblast Kyjiw ein und löste einen Brand mit erheblichen Geräteschäden aus. Kurz vor Mitternacht traf eine Drohne ein Lagergebäude eines Ukrnafta-Tankstellenkomplexes in Saporischschja; Kapitalbauten wurden beschädigt. In der Nacht zum 6. September griffen Drohnen ein weiteres Ukrnafta-Gelände in Saporischschja an, beschädigten Ausrüstung und Überdachung und entzündeten durch herabfallende Trümmer Gras. Am Morgen des 6. September folgte ein Angriff auf einen Ukrnafta-Tankstellenkomplex in der Oblast Dnipropetrowsk. Nach Angaben des Unternehmens wurde bei keinem der vier Angriffe jemand verletzt. Vorstandsvorsitzender Bohdan Kukura erklärte, Russland greife systematisch und ohne militärischen Zweck zivile Infrastruktur an, die die Bevölkerung mit Kraftstoff und lebenswichtigen Gütern versorge — das sei Terror gegen Zivilisten.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Quellen stellen die Stellungnahme des Ukrnafta-Vorstands in den Mittelpunkt, der die Angriffe als systematischen Terror gegen die Zivilbevölkerung ohne militärischen Zweck rahmt. Sie verbinden taktische Details jedes einzelnen Treffers — Ort, Zeitpunkt, Art der Schäden — mit dem finanziellen und operativen Hintergrund des Unternehmens und betonen sowohl die unmittelbaren physischen Schäden als auch die strategische Bedeutung der Angriffe auf einen großen, staatlich verbundenen Kraftstoffeinzelhändler. Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass es bei allen vier Angriffen keine Verletzten gab.

Hintergrund

Die Ukrnafta ist die größte ukrainische Ölfördergesellschaft mit 1807 Öl- und 164 Gasbohrungen. 2024 übernahm sie Vermögenswerte des Tankstellennetzes Glusco, 2025 erwarb sie das ukrainische Tankstellennetz von Shell Overseas Investments BV. Das Tankstellennetz umfasst rund 700 Komplexe und gehört zu den drei größten Kraftstoffeinzelhändlern des Landes. 2025 wuchsen die Einzelhandelsumsätze mit Euro-5-Kraftstoff um 50 %, mit Non-Fuel-Artikeln um 118 %, mit Heißgetränken um 98 % und mit AdBlue um 59 %. Dennoch sank der Nettogewinn 2025 auf 5,6 Mrd. Hrywnja (von 16,3 Mrd. im Jahr 2024), und der Umsatz fiel um 5,3 % auf 99,4 Mrd. Hrywnja. Aktionäre sind Naftohas Ukraine und das ukrainische Verteidigungsministerium; seit 2022 steht das Unternehmen unter staatlicher Verwaltung.