Ukrainischer Generalstab bestätigt: Zwei große russische Raffinerien nach Angriffen außer Betrieb
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte hat am 4. September bestätigt, dass zwei große russische Erdölverarbeitungsbetriebe nach ukrainischen Angriffen ihre Arbeit eingestellt haben: die Raffinerie LUKOIL-Nishegorodnefteorgsintez in Kstowo, Oblast Nischni Nowgorod, und der Komplex NOWATEK-Ust-Luga in Slobidka, Oblast Leningrad. Beide Einrichtungen sind nach Angaben des Generalstabs an der Versorgung der russischen Streitkräfte beteiligt.
Das Wichtigste
- Generalstab der Ukraine bestätigte am 4. September die Stilllegung zweier großer russischer Erdölverarbeitungsbetriebe.
- LUKOIL-Nishegorodnefteorgsintez in Kstowo wurde am 26. August 2026 getroffen und stellte den Betrieb ein.
- Der Komplex NOWATEK-Ust-Luga in Slobidka, Oblast Leningrad, wurde am 1. September 2026 getroffen und stellte den Betrieb ein.
- In NOWATEK-Ust-Luga wurden Pipelines, eine Primärgaskondensat-Verarbeitungsanlage und zwei Hydrocracking-Kolonnen beschädigt.
- Im Reservoirbereich des Komplexes NOWATEK-Ust-Luga brannte eine Pipeline; die Ölproduktverschmutzung umfasste laut Generalstab etwa 250 Quadratmeter.
- Reuters bezeichnete LUKOIL-Nishegorodnefteorgsintez als die viertgrößte russische Raffinerie und den zweitgrößten Benzinproduzenten Russlands.
Warum es wichtig ist
Die Stilllegung der beiden Anlagen verringert die russische Inlandsraffinationskapazität. Nach Reuters-Angaben handelt es sich bei der betroffenen LUKOIL-Raffinerie um die viertgrößte Russlands und den zweitgrößten Benzinproduzenten; zum Zeitpunkt der Reuters-Berichterstattung sollen zudem alle großen LUKOIL-Raffinerien in Russland außer Betrieb gewesen sein, ohne dass konkrete Wiederinbetriebnahmetermine bekannt waren. Der ukrainische Generalstab stuft beide Einrichtungen als Versorger der russischen Streitkräfte ein. Die Angriffe verursachten an NOWATEK-Ust-Luga Ölverschmutzungen, Brände und Schäden an zentraler Verarbeitungstechnik.
Was geschehen ist
Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte teilte am 4. September mit, dass zwei große russische Erdölverarbeitungsbetriebe nach ukrainischen Angriffen ihren Betrieb eingestellt haben. Betroffen sind die Raffinerie LUKOIL-Nishegorodnefteorgsintez im Kstowo des Oblast Nischni Nowgorod und der Komplex NOWATEK-Ust-Luga im Slobidka des Oblast Leningrad. Die LUKOIL-Raffinerie war am 26. August 2026 getroffen worden, der NOWATEK-Komplex am 1. September 2026. Am Komplex NOWATEK-Ust-Luga wurden Pipelines zwischen der Ölpumpstation und den Reservoirs beschädigt, was zu einer Ölverschmutzung von etwa 200 Quadratmetern führte. Darüber hinaus wurden eine Anlage zur Primärgaskondensatverarbeitung sowie zwei Kolonnen der Hydrocracking-Anlage getroffen. Im Reservoirbereich des Komplexes geriet eine Pipeline in Brand, wobei sich die Ölproduktverschmutzung nach Angaben des Generalstabs auf etwa 250 Quadratmeter ausweitete. Laut Hauptaufklärungsdirektion des ukrainischen Verteidigungsministeriums wurde der Komplex NOWATEK-Ust-Luga am 1. September 2026 von ukrainischen Drohnen getroffen, wobei zentrale Elemente der Ölverarbeitungsanlage und der Prozessausrüstung beschädigt wurden. Die LUKOIL-Raffinerie hat laut Reuters eine Kapazität von rund 17 Millionen Tonnen Öl pro Jahr und produziert Benzin, Diesel- und Flugkraftstoffe sowie Schmierstoffe.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die internationale Rahmung beschränkt sich im verfügbaren Material weitgehend auf die Berichterstattung von Reuters. Diese ordnet den Vorgang in einen Markt- und Branchenkontext ein und beschreibt LUKOIL-Nishegorodnefteorgsintez als viertgrößte russische Raffinerie und zweitgrößten Benzinproduzenten des Landes. Reuters wies zudem darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Berichterstattung sämtliche großen LUKOIL-Raffinerien in Russland außer Betrieb gewesen seien – die Anlage in Perm nach einem Angriff vom 21. August, jene in Wolgograd seit dem 31. Juli –, ohne dass konkrete Wiederinbetriebnahmetermine bekannt gewesen seien. Im Vordergrund stehen damit die Auswirkungen auf die Industrie und die Unsicherheit über den Neustart; die explizit ukrainische Zuordnung der Angriffe, wie sie der ukrainische Generalstab vornimmt, tritt hier weniger in den Fokus.
Wo die Berichte auseinandergehen
In den Fakten wird das Datum des Angriffs auf LUKOIL-Nishegorodnefteorgsintez teils ohne Jahresangabe als 26. August, teils ausdrücklich als 26. August 2026 geführt. Die Bestätigung der Stilllegung durch den Generalstab erfolgte jeweils am 4. September.
Hintergrund
Die Raffinerie LUKOIL-Nishegorodnefteorgsintez in Kstowo war am 26. August 2026 getroffen worden, der Komplex NOWATEK-Ust-Luga in Slobidka im Oblast Leningrad am 1. September 2026. Reuters berief sich auf informierte Quellen, die die Stilllegung von LUKOIL-Nishegorodnefteorgsintez nach dem Angriff vom 26. August bestätigten; konkrete Wiederinbetriebnahmetermine waren zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht bekannt. Die Hauptaufklärungsdirektion des ukrainischen Verteidigungsministeriums (HUR) gab an, dass der Komplex NOWATEK-Ust-Luga am 1. September von ukrainischen Drohnen getroffen worden sei.