Russland greift Ukraine in der Nacht zum 4. September mit Marschflugkörper und 121 Drohnen an
In der Nacht zum 4. September 2026 startete Russland einen großangelegten Luftangriff auf die Ukraine mit einer Kh-31-Lenkwaffe und 121 Drohnen, davon rund die Hälfte mit Düsenantrieb. Ukrainische Luftabwehr, Luftstreitkräfte, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegsführung sowie mobile Feuergruppen meldeten die Abwehr des Angriffs. Einschläge und Schäden wurden in Kiew, Kiewer Oblast, Cherkasy, Odessa und Oblast Dnipropetrowsk registriert; in Odessa starb mindestens ein Mensch, in der Oblast Dnipropetrowsk kamen zwei Polizeibeamte ums Leben.
Das Wichtigste
- Angriff ab 18:00 am 3. September: eine Kh-31-Lenkwaffe und 121 Drohnen, davon rund die Hälfte düsengetrieben.
- Ukrainische Luftabwehr meldete bis 9:30 am 4. September 103 feindliche Luftziele zerstört (Shahed, Herbera, andere Typen, S8000 „Banderol"); eine frühere Zählung nannte 101 Drohnen und zwei „Banderolen".
- Treffer und herabfallende Trümmer an 15 bzw. 6 Stellen im Norden, Süden, Osten und Zentrum des Landes.
- In Odessa: ein Toter, drei Verletzte, beschädigte Wohngebäude, rund 500 zerstörte Fenster und 28 beschädigte Fahrzeuge.
- In Kiew: im Stadtteil Solomjanskyj brach in einem Nichtwohngebäude ein Feuer aus; im Stadtteil Holosiijskyj wurde ein Mensch ambulant versorgt.
- In Browary (Kiewer Oblast) brach nach dem Angriff ein Feuer in einem Industrieunternehmen aus, Rauch breitete sich in der Stadt aus.
- In der Oblast Dnipropetrowsk starben die Polizeibeamten Oleksandr Hryhorenko und Serhii Shmatko in der Gemeinde Bohdaniw im Rajon Pawlohrad.
- Generalstab: 240 Gefechte an der Front am Vortag, die meisten auf den Richtungen Pokrowsk (38) und Kostjantyniwka (24).
Warum es wichtig ist
Der Angriff kombinierte eine Lenkwaffe mit einer ungewöhnlich großen Drohnensalve, deren Hälfte aus düsengetriebenen Modellen bestand — ein neuerer, schwerer abzufangender Drohnentyp. Die Schäden an Wohnhäusern, Fahrzeugen, Lagergebäuden und einem Industrieunternehmen in Browary verdeutlichen die Breite der zivilen und wirtschaftlichen Folgen nächtlicher russischer Angriffe, während in Odessa mindestens ein Mensch und in der Oblast Dnipropetrowsk zwei Polizeibeamte getötet wurden.
Was geschehen ist
Ab 18:00 Uhr am 3. September 2026 beschoss Russland die Ukraine mit einer gelenkten Kh-31-Flugkörperrakete und 121 Drohnen, von denen nach ukrainischen Angaben etwa die Hälfte mit Düsenantrieb flog. Die ukrainische Luftabwehr setzte zur Abwehr Luftstreitkräfte, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegsführung, unbemannte Systeme und mobile Feuergruppen ein. Nach Angaben der Luftstreitkräfte waren bis 9:30 Uhr am 4. September 103 feindliche Luftziele vom Typ Shahed, Herbera und S8000 „Banderol" zerstört; eine frühere Meldung sprach von 101 Drohnen und zwei „Banderolen". Treffer wurden an 15 Standorten registriert, herabfallende Trümmer an 6 weiteren.
Am Morgen des 4. September wurden Explosionen in Cherkasy und am Stadtrand während eines Luftalarms gemeldet. Kiew und die Kiewer Oblast wurden beschossen, wobei Wohnhäuser, Autos und Lagerräume beschädigt wurden; in Browary brach in einem Industrieunternehmen ein Feuer aus. In Odessa wurden bei einem Treffer im dicht bebauten Stadtteil Kiewskyj Wohnungen in den Stockwerken 6 bis 8 zerstört, benachbarte Gebäude und 28 Fahrzeuge beschädigt und rund 500 Fenster zerstört; ein Bewohner starb, drei wurden verletzt, Kommunaldienste begannen mit der provisorischen Verglasung. In der Oblast Dnipropropetrowsk starben in der Gemeinde Bohdaniw im Rajon Pawlohrad zwei Polizeibeamte der kriminaltechnischen-operativen Gruppe bei der Dokumentation der Angriffsfolgen: Hauptmann Oleksandr Hryhorenko starb am Einsatzort, Oberleutnant Serhii Schmatko erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen; ein weiterer Beamter wurde hospitalisiert. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine meldete für den Vortag 240 Gefechte an der Front, die meisten auf den Richtungen Pokrowsk (38) und Kostjantyniwka (24).
Wo die Berichte auseinandergehen
Die ukrainischen Quellen nennen unterschiedliche Gesamtzahlen zerstörter Luftziele in der Nacht zum 4. September: ein Bericht spricht von 101 Drohnen und zwei „Banderolen", die Luftstreitkräfte melden bis 9:30 Uhr 103 feindliche UAVs. Die Werte beziehen sich auf verschiedene Meldezeitpunkte, weichen aber in den genauen Zahlen voneinander ab. Außerdem stuft eine Quelle „Banderolen" als russische Raketen ein, eine andere ordnet sie dem Drohnentyp S8000 zu.
Hintergrund
Die ukrainischen Luftstreitkräfte veröffentlichen regelmäßig die nächtlichen Bilanzen abgefangener russischer Drohnen und Raketen und beschreiben den Einsatz von Luftstreitkräften, Flugabwehrraketentruppen, Einheiten für elektronische Kriegsführung, unbemannten Systemen und mobilen Feuergruppen. Russische Drohnenangriffe auf ukrainische Städte gehören seit Langem zum nächtlichen Bild des Krieges und lösen landesweit Luftalarm aus.