6 September 2026 · Aktualisiert am 6 September 2026

Ukrainische Drohnenangriffe treffen Ölraffinerie Rjasan und Flughafen Rostow am Don

In der Nacht zum 6. September 2026 hat der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte Angriffe auf mehrere Ziele in Russland bestätigt. Getroffen wurden demnach die Ölraffinerie Rjasan, der Flughafen Rostow am Don, eine Podlyot-Radaranlage sowie zwei Flugabwehrsysteme vom Typ Pantsir-S1. An der Raffinerie und am Flughafen wurden Brände registriert. Das Ausmaß der Schäden wird noch geprüft.

Das Wichtigste

  • Nacht zum 6. September 2026: Ukrainische Streitkräfte bestätigen Angriffe auf mehrere Ziele in Russland.
  • Ölraffinerie Rjasan (Oblast Rjasan) getroffen – Feuer auf dem Gelände registriert.
  • Flughafen Rostow am Don (Oblast Rostow) getroffen – Feuer im Bereich des Flugplatzes.
  • Im Oblast Rostow außerdem eine Podlyot-Radaranlage und zwei Pantsir-S1-Flugabwehrsysteme getroffen.
  • Laut Fire Point wurde die Raffinerie Rjasan mit einer FP-1-Drohne angegriffen; Entfernung zum Ziel rund 500 km.
  • Gouverneur des Oblasts Rjasan, Pawel Malkow, bestätigte Drohnenangriff und Feuer „in einem der Betriebe", ohne das Objekt zu benennen.
  • Die Raffinerie Rjasan hatte bereits am 29. Juli 2026 nach einem ukrainischen Drohnenangriff die Ölverarbeitung eingestellt.

Warum es wichtig ist

Die Angriffe trafen nach ukrainischer Darstellung strategisch relevante Infrastruktur tief auf russischem Territorium, darunter eine der größten Ölraffinerien Russlands, die bereits zuvor wiederholt angegriffen wurde. Der erneute Treffer nur wenige Wochen nach der Unterbrechung der Verarbeitung am 29. Juli deutet auf ein anhaltendes Muster gezielter Schläge gegen Logistik und Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte hin.

Was geschehen ist

Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte schlugen in der Nacht zum 6. September 2026 ukrainische Drohnen unter anderem auf dem Gelände der Ölraffinerie Rjasan im gleichnamigen Oblast zu. Auf dem Raffineriegelände wurde ein Feuer registriert. Ebenfalls getroffen wurden der Flughafen Rostow am Don im Oblast Rostow, wo ebenfalls ein Brand ausbrach, sowie eine Podlyot-Radaranlage und zwei Flugabwehrsysteme vom Typ Pantsir-S1 im selben Oblast. Das Ausmaß der Schäden war zum Zeitpunkt der Meldungen noch unklar. Das Drohnenherstellerunternehmen Fire Point erklärte, der Angriff auf die Raffinerie sei mit einer FP-1-Drohne aus einer Entfernung von rund 500 km ausgeführt worden. Gouverneur Pawel Malkow bestätigte einen Drohnenangriff auf das Oblast Rjasan und ein Feuer „in einem der Betriebe", nannte das Objekt aber nicht. Das OSINT-Projekt Astra identifizierte anhand von Foto- und Videoaufnahmen die getroffene Anlage als die zu Rosneft gehörende Raffinerie Rjasan.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die russischen Behörden gaben offiziell keine Schäden an der Raffinerie Rjasan für den 6. September bekannt, während der ukrainische Generalstab den Treffer und das Feuer bestätigte. Der Gouverneur des Oblasts Rostow, Juri Sljusar, meldete die Vernichtung von rund 30 Drohnen, drei Verletzte und beschädigte Häuser, äußerte sich jedoch nicht zu den vom ukrainischen Generalstab behaupteten Treffern auf den Flughafen, das Radar und die Pantsir-Systeme.

Hintergrund

Die Raffinerie Rjasan hat nach Branchenangaben eine Kapazität von rund 17 Millionen Tonnen Öl pro Jahr und produzierte 2024 etwa 2,2 Millionen Tonnen Benzin, 3,4 Millionen Tonnen Diesel und 4,3 Millionen Tonnen Heizöl, was rund 4,9 % der gesamten russischen Ölverarbeitung entspricht. Sie soll die russischen Streitkräfte mit Benzin, Diesel und Flugkraftstoff versorgen. Seit Beginn der großangelegten Invasion wurde die Anlage mehrfach von ukrainischen Drohnen angegriffen, unter anderem im Mai und Juli 2026; am 29. Juli 2026 stellte die Raffinerie nach einem Drohnenangriff die Ölverarbeitung vorübergehend ein.