Ukrainische Stahlproduktion bricht im August 2026 nach russischen Angriffen auf Hüttenwerke ein
Die ukrainische Stahl-, Roheisen- und Walzstahlproduktion ist im August 2026 drastisch eingebrochen, nachdem Russland die drei größten Hüttenwerke des Landes – Zaporizhstal, ArcelorMittal Kryvyi Rih und Kametstal – mit Raketen angegriffen hat. Die August-Werte gehören nach Angaben von Branchenanalysten zu den historisch niedrigsten in der Ukraine.
Das Wichtigste
- Stahlproduktion Januar–August 2026: 4,3 Mio. Tonnen (−12,5 % gegenüber Vorjahreszeitraum)
- Roheisenproduktion Januar–August 2026: 4,35 Mio. Tonnen (−14,8 % gegenüber 5,11 Mio. Tonnen 2025)
- Walzstahlproduktion Januar–August 2026: 3,59–3,6 Mio. Tonnen (−15,6 % gegenüber 4,26 Mio. Tonnen 2025)
- August 2026: Stahl −57,3 % gegenüber Juli (277.000 t), Roheisen −65,6 % (257.100 t), Walzstahl −57,4 % (269.500 t)
- 11. August: Russischer Raketenangriff auf Zaporizhstal – 8 Tote, Werk stellt Betrieb ein
- Nacht 15./16. August: Angriff auf ArcelorMittal Kryvyi Rih – 2 Tote, 13 Verletzte, Produktion teilweise eingestellt
- Nacht 4./5. September: Kametstal in Kamianske mit mehreren ballistischen Raketen getroffen – Produktion vollständig gestoppt
Warum es wichtig ist
Zwei der größten Stahlproduzenten der Ukraine – Zaporizhstal und ArcelorMittal Kryvyi Rih – wurden nach russischen Raketenangriffen im August 2026 zur Einstellung oder Reduzierung ihrer Produktion gezwungen; Anfang September traf es auch Kametstal. Die August-Zahlen zeigen branchenweit jährliche Rückgänge von mehr als der Hälfte bei Stahl, Roheisen und Walzprodukten. Zusätzlich zu den direkten Angriffen kämpft der Sektor mit einer faktischen Blockade der ukrainischen Seehäfen und EU-Handelsmaßnahmen wie dem CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) sowie Stahlimportquoten, was den Produktionseinbruch weiter verschärft.
Was geschehen ist
Im August 2026 brach die ukrainische Stahl-, Roheisen- und Walzstahlproduktion nach einer Reihe russischer Raketenangriffe auf große Hüttenwerke drastisch ein. Am 11. August traf eine ballistische Rakete das Werk Zaporizhstal; acht Arbeiter kamen ums Leben, und der Betrieb wurde vollständig eingestellt. In der Nacht vom 15. auf den 16. August schlug eine Rakete in ArcelorMittal Kryvyi Rih ein, tötete zwei Menschen, verletzte 13 Mitarbeiter des Werks und von Vertragsunternehmen und führte zu einer teilweisen Produktionsunterbrechung. In der Nacht vom 4. auf den 5. September trafen mehrere ballistische Raketen das Hüttenwerk Kametstal in Kamianske (Gebiet Dnipropetrowsk) und beschädigten wichtige Produktionsanlagen und Infrastruktur; das Werk stellte die Produktion vollständig ein. Die monatlichen Produktionsmengen sanken im August im Vergleich zum Juli um 57,3 % bei Stahl (auf 277.000 t), 65,6 % bei Roheisen (257.100 t) und 57,4 % bei Walzprodukten (269.500 t). Über die ersten acht Monate des Jahres 2026 sank die Stahlproduktion um 12,5 % auf 4,3 Mio. Tonnen, die Roheisenproduktion um 14,8 % auf 4,35 Mio. Tonnen und die Walzstahlproduktion um 15,6 % auf 3,59–3,6 Mio. Tonnen. Die Daten wurden vom Verband Ukrmetalurhprom veröffentlicht und von Ukrinform gemeldet.
Wo die Berichte auseinandergehen
Die Quellen weichen bei den monatlichen Rückgängen im August 2026 im Vergleich zum Juli voneinander ab: Die meisten ukrainischen Medien (Ukrinform, Forbes Ukraine, NV) berichten von Einbrüchen um 57,3 % bei Stahl, 65,6 % bei Roheisen und 57,4 % bei Walzprodukten. Eine Quelle gibt deutlich geringere Rückgänge von 39,4 % bei Stahl, 40,5 % bei Roheisen und 29,6 % bei Walzprodukten an.
Hintergrund
Im Jahr 2025 hatten die ukrainischen Metallurgen die Walzstahlproduktion im Jahresvergleich um 4,8 % und die Roheisenproduktion um 11,2 % gesteigert, während die Stahlproduktion um 2,2 % zurückging – ein Hinweis auf eine gewisse Erholung vor dem Einbruch 2026. Der März 2026 war der stärkste Monat des Jahres: Die Roheisenproduktion stieg um 22,5 % und die Stahlproduktion um 27,6 % im Jahresvergleich, bevor es im Frühjahr und Sommer zu einem anhaltenden Rückgang kam. Bereits im Juli 2026 waren Rückgänge von mehr als 30 % bei Stahl, Roheisen und Walzprodukten verzeichnet worden, bevor es im August zum noch tieferen Einbruch kam.