FAO: Weltweite Lebensmittelpreise im August auf höchstem Stand seit Ende 2022
Der FAO-Lebensmittelpreisindex stieg im August auf 133,3 Punkte – den höchsten Wert seit Ende 2022. Alle fünf erfassten Kategorien verteuerten sich, am stärksten Zucker (+11,9%) und Getreide (+2,2%). Ursachen sind unter anderem russische Angriffe auf die Schwarzmeer-Häfen, Dürre in Europa und ein erwartetes El-Niño-Phänomen in Asien. Die Ukraine exportierte im August nur 981.000 Tonnen Getreide – 2,5-mal weniger als im Vorjahresmonat.
Das Wichtigste
- FAO-Lebensmittelpreisindex im August: 133,3 Punkte, +1,9% gegenüber Juli – höchster Stand seit Ende 2022.
- Zucker verteuerte sich am stärksten mit +11,9%, Getreide legte um 2,2% zu (höchster Stand seit Mai 2024).
- Alle fünf FAO-Kategorien stiegen: Getreide, Pflanzenöle, Zucker, Fleisch und Milchprodukte.
- FAO senkte die Prognose für die Weltgetreideproduktion 2026 um 3,4 Mio. Tonnen auf 2,980 Mrd. Tonnen; größter jährlicher Rückgang seit 2018 erwartet.
- Ukraine exportierte im August 981.000 Tonnen Getreide – 2,5-mal weniger als im Vorjahresmonat (Ministerium für Agrarpolitik).
- In den ersten zwei Monaten des Wirtschaftsjahres 2026/27 exportierte die Ukraine 3,726 Mio. Tonnen Getreide (-7,2% gegenüber Vorjahreszeitraum).
- Bei anhaltender Schwarzmeer-Blockade droht der Ukraine laut Forbes Ukraine ein Verlust von über 5 Mrd. USD Exporterlösen und etwa 24 Mio. Tonnen nicht exportiertes Getreide.
Warum es wichtig ist
Der FAO-Index signalisiert eine neue Welle globaler Lebensmittelinflation: Alle fünf erfassten Kategorien verteuerten sich gleichzeitig, was auf einen systemischen und nicht nur lokalen Preisanstieg hindeutet. Russische Angriffe auf Schwarzmeer-Häfen schnitten ukrainische Getreidelieferungen stark ab und trieben Weltmarktpreise. Gleichzeitig senkte die FAO ihre Produktionsprognose für 2026 und erwartet den größten Jahresrückgang seit 2018. Wetterrisiken – Dürre in Europa und El Niño in Asien – verschärfen die Lage zusätzlich.
Was geschehen ist
Im August erreichte der FAO-Lebensmittelpreisindex 133,3 Punkte, ein Plus von 1,9% gegenüber Juli und der höchste Stand seit Ende 2022. Den stärksten Anstieg verzeichnete Zucker mit +11,9%, gefolgt von Getreide (+2,2%, höchster Stand seit Mai 2024) und Pflanzenölen (+0,6%, höchster Stand seit Juni 2022). Auch Fleisch und Milchprodukte verteuerten sich. Als Treiber gelten russische Angriffe auf Häfen und zivile Schiffe im Schwarzen Meer seit Mitte Juli 2026, extreme Hitze und Dürre in Europa sowie die Erwartung eines starken El-Niño-Phänomens mit Auswirkungen auf Palmöl- und Zuckerproduktion in Asien. Die Ukraine exportierte im August nur 981.000 Tonnen Getreide – darunter 605.000 Tonnen Weizen, 306.000 Tonnen Mais, 69.000 Tonnen Gerste und 11.500 Tonnen Mehl. In den ersten zwei Monaten des Wirtschaftsjahres 2026/27 summierte sich der ukrainische Getreideexport auf 3,726 Mio. Tonnen (-7,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum), wobei Weizen (-34,3%) und Gerste (-34,5%) stark einbrachen, während sich Maisexporte nahezu verdoppelten. Die FAO senkte ihre Prognose für die Weltgetreideproduktion 2026 um 3,4 Mio. Tonnen auf 2,980 Mrd. Tonnen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien stellen vor allem die Folgen für die eigene Exportwirtschaft in den Mittelpunkt. Sie berichten über den scharfen Einbruch der Getreideausfuhren im August und in den ersten beiden Monaten des Wirtschaftsjahres 2026/27, über die faktische Blockade der Schwarzmeer-Häfen seit Mitte Juli sowie über das Risiko, bei anhaltender Blockade rund 24 Mio. Tonnen Getreide nicht exportieren zu können und etwa 5 Mrd. USD an Exporterlösen zu verlieren. Der globale Preisanstieg wird so auch als direkte Bedrohung für die ukrainische Volkswirtschaft und die Landwirte gerahmt.
Hintergrund
Der FAO-Index liegt zwar auf dem höchsten Stand seit Ende 2022, aber noch immer rund 17% unter dem Rekordwert vom März 2022. Die Schwarzmeerregion ist einer der wichtigsten Korridore für den globalen Getreideexport; seit Mitte Juli 2026 schränken verstärkte russische Angriffe Lieferungen aus der Ukraine und Russland ein. Die FAO rechnet 2026 mit einem Rückgang der Weltgetreideproduktion um 2 % gegenüber 2025.