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HUR benennt 17 Tanker und Kapitäne aus Russland, China und Indien in Russlands Benzin- und Dieselimporten

Der ukrainische Militärnachrichtendienst (HUR) hat 17 Tanker und deren Kapitäne aus Russland, China und Indien identifiziert, die zwischen Juli und September 2026 über Umschlagpunkte in Ägypten, der Türkei, Marokko und Südkorea mehr als 562.000 Tonnen Benzin und Dieselkraftstoff nach Russland geliefert haben. Mehrere der genannten Schiffe stehen bereits unter Sanktionen der EU, der Schweiz, Großbritanniens, Kanadas und/oder der Ukraine.

Das Wichtigste

  • HUR identifizierte 17 Tanker mit Kapitänen aus Russland, China und Indien, die zwischen Juli und September 2026 über 562.000 Tonnen Benzin und Dieselkraftstoff nach Russland lieferten.
  • Wichtigste Einfuhrhäfen für Kraftstoff aus Indien und Südkorea waren Vitino/Kandalakscha, Murmansk, Wysotsk, Sankt Petersburg, Nachodka und Wladiwostok.
  • SINO FAITH (Panama-Flagge) unter Kapitän Gong Yanjun (China) lieferte im Juli 2026 rund 32.000 Tonnen Benzin aus Marokko (Tanger Med) nach Murmansk.
  • TULU (Barbados-Flagge) unter Kapitän Sarbjit Singh (Indien) lieferte im August 2026 rund 37.000 Tonnen Benzin aus Tanger Med nach Wysotsk.
  • WENDRIX, CHONGCHON und LAYLA stehen unter Sanktionen der EU, der Schweiz, Großbritanniens, Kanadas und/oder der Ukraine und lieferten dennoch Benzin und Diesel nach Russland.
  • LAYLA unter Kapitän Wu Yongjian (China) lieferte Ende Juli und Mitte August 2026 über 57.000 Tonnen Diesel aus Ulsan nach Wladiwostok.
  • ARAM KHACHATURIAN lieferte Anfang August 2026 zusätzlich eine Probepartie JET A-1-Flugturbinenkraftstoff von Ulsan nach Nachodka.

Warum es wichtig ist

Mit über 562.000 Tonnen in einem einzigen Quartal zeigt das identifizierte Schema, dass Russland die Schäden an seiner eigenen Raffineriekapazität systematisch durch Importe aus Drittstaaten ausgleicht. Dass mehrere der eingesetzten Schiffe bereits unter westlichen Sanktionen stehen, wirft Fragen zu Durchsetzung und Umgehung auf. HUR stellt die Lieferungen ausdrücklich in den Kontext der Versorgung der russischen Rüstungsindustrie, der Frontlogistik und der besetzten Gebiete.

Was geschehen ist

Der ukrainische Militärnachrichtendienst (HUR) hat 17 Tanker und deren Kapitäne — Bürger Russlands, Chinas und Indiens — namentlich benannt, die zwischen Juli und September 2026 mehr als 562.000 Tonnen Benzin und Dieselkraftstoff nach Russland befördert haben. Der Treibstoff wurde überwiegend in Marokko (Tanger Med) und Südkorea (Ulsan, Yeosu) umgeschlagen und erreichte Russland über die Häfen Murmansk, Wysotsk, Sankt Petersburg, Nachodka und Wladiwostok.

Mehrere Schiffe stehen bereits auf Sanktionslisten der EU, der Schweiz, Großbritanniens, Kanadas und/oder der Ukraine: WENDRIX und CHONGCHON (Flagge Äquatorialguineas) sowie LAYLA (Flagge Kameruns). CHONGCHON fuhr unter dem indischen Kapitän Varudkar Vijay Vinayakrao, der seinerseits unter ukrainischen Sanktionen steht. Der chinesische Kapitän Wu Yongjian kommandierte die LAYLA.

HUR benannte zudem mehrere russische und Hongkonger Zwischenhändler, die in die Lieferketten eingebunden waren. Dazu zählen die russische AO „Morskoye agentstvo Novotorik" (Teil des Netzwerks des sanktionierten PAO Lukoil), die in Hongkong registrierte Golden Centre Trading Limited sowie die russischen Firmen OOO „Global Marine Agency", OOO „Kompaniya Pelagus", OOO „Turey" und OOO „Morskoy Briz". Anfang August 2026 lieferte die ARAM KHACHATURIAN zusätzlich eine Probepartie JET A-1-Flugturbinenkraftstoff von Ulsan nach Nachodka — vermutlich für Labortests und eine mögliche Zertifizierung nach russischen Standards RT oder TS-1.

Hintergrund

Nach Darstellung von HUR haben umfangreiche Ausfälle der russischen Raffineriekapazität Russland gezwungen, die eigenen Kraftstoffexporte einzuschränken und Importe aus befreundeten Ländern hochzufahren. Mehrere der in der Veröffentlichung genannten russischen und Hongkonger Zwischenhändler sind nach Angaben von HUR an Lieferketten gebunden, die auch den sanktionierten russischen Ölkonzern PAO Lukoil einbeziehen.