Albanien weist russischen Schattenflottentanker HANUMAN aus dem Hafen Durrës ab
Albanien hat dem Öltanker HANUMAN, der nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR Teil der russischen Schattenflotte ist, am 29. August die Einfahrt in den Hafen von Durrës verweigert. HUR wertete die Entscheidung als Zeichen internationaler Sanktionssolidarität und stellte den Tanker samt Logistikunternehmen in den Kontext eines Netzwerks sanktionierter russischer Oligarchen.
Das Wichtigste
- 29. August: Albanien verweigert dem Tanker HANUMAN die Einfahrt in den Hafen Durrës.
- Seit Anfang 2025 hat die HANUMAN mindestens 452.000 Tonnen russischen Treibstoff exportiert.
- Die Routen liefen von Noworossijsk in die Türkei, den Senegal, die VAE und in ein Umladegebiet bei Augusta, Italien.
- Logistikpartner ist das russische Unternehmen Altoprae Marine mit Sitz in Noworossijsk, das laut HUR von einem Manager aus dem Umfeld des sanktionierten Oligarchen Gennady Timtschenko geführt wird.
- Altoprae Marine betreut auch die sanktionierten Tanker EVENTIN (IMO 9308065) und CORDELIA MOON/WALRUS (IMO 9297888), die beide mit Vorfällen mit Umweltrisiken in Verbindung gebracht werden.
- Altoprae Marine ist zudem in Schiffsoperationen der Firma Rosewood Shipping eingebunden, die mit Oksana Martschenko, der Ehefrau des als Staatsverräter beschriebenen Wiktor Medwedtschuk, assoziiert wird.
- 4. September: HUR veröffentlicht die Informationen und ordnet Albaniens Entscheidung als Beleg für gemeinsame Anstrengungen gegen russische Sanktionsumgehung ein.
Warum es wichtig ist
Der Vorgang zeigt, dass ein westbalkanischer Staat Hafenkontrollen gegen Schiffe aus dem russischen Sanktionsumgehungsnetzwerk konkret durchsetzt. Zugleich verdeutlicht er die Rolle des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, der einzelne Schattenflottentanker öffentlich markiert und Drittstaaten auf diese hinweist. Das Verbot reiht sich in eine Serie jüngerer maritimer Maßnahmen ein, darunter eine von der EU am 31. August gemeldete Tanker-Stoppung sowie eine Beobachtungsoperation der britischen Royal Navy.
Was geschehen ist
Am 29. August verweigerte Albanien dem Öltanker HANUMAN die Einfahrt in den Hafen von Durrës. Die Entscheidung wurde am 4. September durch den ukrainischen Militärgeheimdienst HUR öffentlich gemacht. HUR erklärte, der Tanker sei Teil der russischen Schattenflotte und habe seit Jahresbeginn 2025 mindestens 452.000 Tonnen russischen Treibstoff aus Noworossijsk in die Türkei, den Senegal, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie in ein Umladegebiet bei Augusta in Italien transportiert. Die logistische Betreuung übernahm demnach die in Noworossijsk ansässige Firma Altoprae Marine, die laut HUR von einem Manager aus dem Umfeld des sanktionierten Oligarchen Gennady Timtschenko gegründet wurde und geführt wird. Altoprae Marine betreut auch die Tanker EVENTIN (IMO 9308065) und CORDELIA MOON, heute WALRUS (IMO 9297888), die beide unter Sanktionen mehrerer westlicher Staaten sowie der Ukraine stehen und mit Zwischenfällen mit Umweltgefahren in Verbindung gebracht werden. Zudem ist Altoprae Marine nach HUR-Angaben in Schiffsoperationen der Firma Rosewood Shipping eingebunden, die Oksana Martschenko zugeordnet wird, der Ehefrau des als Staatsverräter und Verdächtigen im Zusammenhang mit der Plünderung ukrainischer Ressourcen beschriebenen Wiktor Medwedtschuk. HUR stufte Albaniens Entscheidung als Ausdruck internationaler Sanktionssolidarität ein.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Alle vier herangezogenen Quellen stammen aus der Ukraine und stellen den HUR als Ausgangsbehörde sowohl für die Erkenntnisse über die HANUMAN als auch für die Bewertung der albanischen Entscheidung als Sanktionssolidarität in den Mittelpunkt. Die ukrainischsprachigen Quellen betiteln die Geschichte als Albaniens Verweigerung gegenüber einem russischen Schattenflottentanker; das russischsprachige Material rückt zusätzlich die Verbindung des Tankers zu einem Umfeld-Mann Wladimir Putins in den Vordergrund.
Wo die Berichte auseinandergehen
Unterschiedliche Quellen datieren Albaniens Verweigerung teils nur als 29. August, teils ausdrücklich als 29. August 2026; die öffentliche Bekanntgabe durch HUR erfolgte am 4. September. Beim Datum der Aufnahme der HANUMAN in die War&Sanctions-Datenbank nennen einige Artikel den 26. Januar ohne Jahresangabe, ein Artikel (3786) präzisiert den 26. Januar 2026.
Hintergrund
Die HANUMAN verkehrt nach HUR-Angaben seit Anfang 2025 als Teil eines russischen Schattenflottennetzwerks, das Treibstoff aus Noworossijsk in verschiedene Drittstaaten verschifft. Schattenflottentanker nutzen demnach riskante Praktiken wie das Abschalten von Ortungssystemen und gefährliche Manöver und erfüllen häufig moderne Umweltstandards nicht. Die logistische Betreuung solcher Tanker übernimmt in diesem Fall die Firma Altoprae Marine aus Noworossijsk, die laut HUR von einem Manager aus dem Umfeld des sanktionierten Oligarchen Gennady Timtschenko kontrolliert wird und auch andere sanktionierte Schiffe wie EVENTIN und CORDELIA MOON/WALRUS betreut. Über die Firma Rosewood Shipping besteht nach HUR zudem eine Verbindung zu Oksana Martschenko, der Ehefrau des früheren ukrainischen Politikers Wiktor Medwedtschuk. Die EU setzt parallel Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte fort, um die Öleinnahmen zur Finanzierung des russischen Krieges zu begrenzen.