Veröffentlicht am · Aktualisiert:

Russland greift Krywyj Rih mit ballistischen Raketen an – zwei Tote auf ArcelorMittal-Gelände

In der Nacht zum 12. September 2025 hat die russische Armee Krywyj Rih mit ballistischen Raketen aus mehreren Richtungen angegriffen. Getroffen wurde das Hüttenwerk ArcelorMittal Krywyj Rih, wo nach aktualisierten Angaben zwei Menschen getötet und mehrere verletzt wurden. In der Stadt wurden zudem fünf Wohnhäuser, ein Gesundheitszentrum, drei Bildungseinrichtungen und Geschäftsobjekte beschädigt. Der Angriff war Teil einer breit angelegten russischen Nachtoffensive auf die Oblast Dnipropetrowsk sowie weitere ukrainische Städte.

Das Wichtigste

  • Russische Streitkräfte griffen Krywyj Rih in der Nacht zum 12. September mit ballistischen Raketen aus mehreren Richtungen an.
  • Ziel des Angriffs war das Hüttenwerk ArcelorMittal Krywyj Rih, das laut Unternehmen ein ziviles Bergbau- und Metallurgieobjekt ist.
  • Nach aktualisierten Angaben starben zwei Menschen, vier wurden verletzt; zwei Männer (54 und 58 Jahre) erlitten schwere Verletzungen, einer schwebte in Lebensgefahr.
  • In Krywyj Rih wurden fünf mehrstöckige Wohnhäuser, ein Zentrum für medizinische Primärversorgung, drei Bildungseinrichtungen und Geschäftsobjekte beschädigt.
  • ArcelorMittal Krywyj Rih aktivierte den Notfallplan; Feuerwehr, Arbeitsschutz, Rettungskräfte und Mediziner waren im Einsatz.
  • Ab 08:00 wurde in einer Krywyj-Rih-Schule ein Hilfsstab für Betroffene eingerichtet, an dem materielle Hilfe und Baumaterial beantragt werden konnten.
  • Die Oblast Dnipropetrowsk wurde laut OVA in der Nacht und am Morgen fast 20-mal mit Raketen, Fliegerbomben, Drohnen und Artillerie angegriffen; russische Streitkräfte schlugen zudem in Dnipro, Nikopol, der Gemeinde Marhanez, den Gemeinden Wassylkiwska und Raiwska, Saporischschja und Odessa zu.
  • Oleksandr Wilkul, Leiter des Verteidigungsrats von Krywyj Rih, bestätigte den Angriff und rief die Bevölkerung auf, in Schutzräumen zu bleiben.
  • Oleksandr Hantscha, Leiter der Militärverwaltung der Oblast Dnipropetrowsk, meldete die Opferzahlen und Schäden.
  • Die Luftwaffe der ukrainischen Streitkräfte hatte gegen 03:10 Hochgeschwindigkeitsziele Richtung Krywyj Rih, Dnipro und Saporischschja registriert.

Warum es wichtig ist

Der Angriff traf mit dem Hüttenwerk ArcelorMittal Krywyj Rih eines der größten zivilen Industrieunternehmen der Ukraine, was Fragen zur gezielten Bombardierung industrieller und ziviler Infrastruktur aufwirft. Das Werk hatte bereits in der Vergangenheit unter russischen Angriffen gelitten – im Dezember 2022 wurde eine Walzhalle zerstört, ein Mitarbeiter getötet. Die sich zwischen den Behördenmeldungen unterscheidenden Opferzahlen zeigen, wie schnell sich die Lage während aktiver Angriffe ändert und offizielle Angaben voneinander abweichen können. Eingebettet war der Schlag in eine breit angelegte russische Nachtoffensive, die neben der Oblast Dnipropetrowsk auch Saporischschja und Odessa traf.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 12. September 2025 schlugen russische ballistische Raketen aus mehreren Richtungen in Krywyj Rih ein. Gegen 03:10 hatte die ukrainische Luftwaffe Hochgeschwindigkeitsziele in Richtung Krywyj Rih, Dnipro und Saporischschja registriert. Oleksandr Wilkul, Leiter des Verteidigungsrats von Krywyj Rih, bestätigte den Angriff und forderte die Bevölkerung auf, in Schutzräumen zu bleiben. Ziel war das Hüttenwerk ArcelorMittal Krywyj Rih, auf dessen Gelände laut Unternehmen zwei Mitarbeiter verletzt und ein Auftragnehmermitarbeiter getötet wurden; später wurde unter den Trümmern eine zweite Leiche geborgen, sodass die Gesamtzahl der Toten in Krywyj Rih auf zwei stieg. Vier Menschen wurden verletzt, darunter zwei Männer im Alter von 54 und 58 Jahren mit schweren Verletzungen, von denen einer in Lebensgefahr schwebte; eine Person galt als vermisst. In der Stadt wurden fünf Wohnhäuser, ein Zentrum für medizinische Primärversorgung, drei Bildungseinrichtungen und Geschäftsobjekte beschädigt. ArcelorMittal Krywyj Rih aktivierte den Notfallplan, am Standort waren Feuerwehr, Arbeitsschutz, Rettungskräfte und Mediziner im Einsatz. Ab 08:00 wurde an einer Schule ein Hilfsstab für Betroffene eröffnet. Oleksandr Hantscha, Leiter der Militärverwaltung der Oblast Dnipropetrowsk, berichtete, die Oblast sei in der Nacht und am Morgen fast 20-mal mit Raketen, Fliegerbomben, Drohnen und Artillerie angegriffen worden; unter den Raketen schlugen auch Drohnenangriffe am Morgen in Krywyj Rih ein. In Dnipro geriet ein Industrieunternehmen nach einem Treffer in Brand, das laut Behörden in derselben Nacht ein zweites Mal getroffen wurde; in Nikopol und der Gemeinde Marhanez wurden Privathäuser und eine Feuerwache beschädigt, in den Gemeinden Wassylkiwska und Raiwska im Rajon Synelnykowe brachen Brände aus.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die gesamte zugängliche Berichterstattung stammt aus ukrainischen Medien. Sie ordnet den Angriff eindeutig russischen Streitkräften zu und stellt Aussagen von Oleksandr Wilkul (Verteidigungsrat Krywyj Rih) und Oleksandr Hantscha (Militärverwaltung Oblast Dnipropetrowsk) in den Mittelpunkt. Spätere Berichte identifizierten den getroffenen Standort als ArcelorMittal Krywyj Rih und listen Schäden an ziviler Infrastruktur auf – fünf Wohnhäuser, ein Gesundheitszentrum, drei Bildungseinrichtungen und Geschäftsobjekte. Das Unternehmen selbst stufte das Werk als zivile Bergbau- und Hüttenanlage ein und verurteilte den Angriff. Die Berichte betten den Schlag in eine breitere russische Nachtoffensive gegen mehrere ukrainische Regionen ein und heben die lokale humanitäre Reaktion hervor, einschließlich der Eröffnung eines Hilfsstabs in einer Krywyj-Rih-Schule.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Opferzahlen aus dem Krywyj-Rih-Angriff wurden im Laufe des Tages mehrfach korrigiert. Anfängliche Meldungen sprachen von einem Toten und zwei Verletzten; später stiegen die Angaben auf drei Verletzte und schließlich vier Verletzte an, während am späten Vormittag eine zweite Leiche aus den Trümmern von ArcelorMittal Krywyj Rih geborgen wurde, sodass die Gesamtzahl der Toten auf zwei stieg. Damit schwanken die Angaben je nach Quelle zwischen einem und zwei Toten und zwischen zwei und vier Verletzten in Krywyj Rih. Auch für die gesamte Oblast Dnipropetrowsk divergieren die Bilanzen: Eine Quelle nennt einen Toten und drei Verletzte, eine andere zwei Tote und drei Verletzte, eine weitere zwei Tote und vier Verletzte.

Hintergrund

ArcelorMittal Krywyj Rih zählt zu den größten metallurgischen Betrieben der Ukraine und war bereits zuvor Ziel russischer Angriffe, darunter im Dezember 2022, als eine Walzhalle zerstört und ein Mitarbeiter getötet wurde. Krywyj Rih ist eine große Industriestadt in der Oblast Dnipropetrowsk und der Geburtsort von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Oleksandr Wilkul wird in den vorliegenden Fakten als Leiter des Verteidigungsrats von Krywyj Rih ausgewiesen, Oleksandr Hantscha als Leiter der Militärverwaltung der Oblast Dnipropetrowsk. In derselben Nacht traf Russland zudem Industrie- und Zivilstandorte in Dnipro, im Rajon Nikopol, im Rajon Synelnykowe, in Saporischschja und in Odessa.