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ArcelorMittal Kryvyi Rih beginnt mit „Cold Shutdown“ nach russischen Raketenangriffen

Das größte ukrainische Hüttenwerk ArcelorMittal Kryvyi Rih hat nach vier russischen Raketentreffern mit der Umstellung auf den Stillstandsmodus begonnen. Dabei werden die Industrieanlagen für eine spätere Wiederinbetriebnahme nach Kriegsende konserviert. Sechs Mitarbeiter kamen bei den Angriffen ums Leben, mehr als 18 wurden verletzt.

Das Wichtigste

  • ArcelorMittal Kryvyi Rih hat die Umstellung auf den „Cold Shutdown“-Modus eingeleitet.
  • Die Entscheidung folgt auf vier russische Raketenangriffe auf das Werk.
  • Bei den Angriffen starben sechs Mitarbeiter, mehr als 18 wurden verletzt.
  • Die Umstellung auf den Stillstand dauert rund zwei Monate und umfasst Vorbereitung, sichere Stilllegung sowie Konservierung der Industrieanlagen.
  • Ziel ist die Wiederaufnahme des Betriebs nach Kriegsende.
  • Generaldirektor Mauro Longobardo erklärte, die ArcelorMittal-Gruppe verlasse die Ukraine nicht.
  • Die primäre metallurgische Produktion im Werk ist bereits durch die Angriffe zum Erliegen gekommen.

Warum es wichtig ist

Das Werk ist das größte vollzyklische Bergbau- und Hüttenunternehmen der Ukraine. Dass ein multinationaler Konzern den sicheren Betrieb eines strategisch wichtigen Industrieobjekts während des Krieges für unmöglich hält, unterstreicht den kumulativen Druck russischer Angriffe auf die ukrainische Schwerindustrie. Der explizite Bezug der Konservierung auf ein Kriegsende signalisiert eine langfristige Unterbrechung eines zentralen Wirtschaftszweigs.

Was geschehen ist

ArcelorMittal Kryvyi Rih hat mit der Umstellung des Werks auf den „Cold Shutdown“-Modus begonnen. Nach vier russischen Raketenangriffen, bei denen sechs Mitarbeiter getötet und mehr als 18 verletzt wurden, war die primäre metallurgische Produktion bereits zum Stillstand gekommen. Der Prozess dauert rund zwei Monate und umfasst die Vorbereitung einer sicheren Stilllegung, deren Durchführung sowie die anschließende Konservierung der Industrieanlagen, um eine Wiederinbetriebnahme nach Kriegsende zu ermöglichen. Generaldirektor Mauro Longobardo bezeichnete die Maßnahme als Vorsichtsentscheidung zur Risikosteuerung auf Anlagenebene und betonte, die ArcelorMittal-Gruppe verlasse die Ukraine nicht.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen weichen bei der Zahl der Verletzten leicht voneinander ab: Einige ukrainische Medien berichten von „mehr als 18“ Verletzten, andere von genau 18.

Hintergrund

ArcelorMittal Kryvyi Rih ist das größte Unternehmen des ukrainischen Bergbau- und Hüttenkomplexes mit vollständigem Produktionszyklus von der Erzförderung bis zum fertigen Walzprodukt. Bereits Ende September hatte ArcelorMittal erklärt, nach den russischen Raketentreffern keine Möglichkeit zur sicheren und stabilen Wiederaufnahme des Betriebs zu sehen. Seit Beginn der großangelegten Invasion hat die ArcelorMittal-Gruppe der Ukraine nach eigenen Angaben über 700 Millionen US-Dollar an finanzieller Unterstützung bereitgestellt; das Werk in Kryvyi Rih investierte etwa 500 Millionen US-Dollar aus eigenen Rücklagen. Im August hatte Russland die Angriffe auf Bergbau- und Hüttenbetriebe intensiviert; Zaporizhstal stellte die Produktion vollständig ein, ArcelorMittal Kryvyi Rih musste Teile seiner Kapazitäten zurückfahren. Schätzungen zufolge sind rund 90 Prozent der ukrainischen Hüttenproduktion derzeit außer Betrieb; im schlimmsten Fall könnten die wirtschaftlichen Verluste bis zu 7 Prozent des BIP erreichen.