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Krywyj Rih schaltet in „Überlebensmodus“ nach Stillstand der Hüttenwerke

Die Stadt Krywyj Rih kürzt ihren Haushalt und stoppt Entwicklungsprojekte, nachdem russische Angriffe und blockierte Seehäfen die größten Bergbau- und Stahlwerke des Landes zum Erliegen gebracht haben. Bürgermeister Oleksandr Wilkul sprach von einem „sehr schlechten“ Haushaltsausblick und kündigte an, Schulen, Krankenhäuser, Wasser- und Wärmeversorgung vorrangig abzusichern.

Das Wichtigste

  • Bürgermeister Oleksandr Wilkul erklärte, Krywyj Rih schalte in einen „Überlebensmodus“ um.
  • Stadtverwaltung kündigt Haushaltssequester und Pause bei Entwicklungsprojekten an.
  • ArcelorMittal Krywyj Rih, Ingulez- und Piwdennyj-Bergbauwerke sowie Krywyj-Rih-Eisenerzkombinat sind stillgelegt.
  • Weitere Großunternehmen der Stadt arbeiten laut Wilkul höchstens auf einem Viertel des Vorkriegsniveaus.
  • Ursache sind neben russischen Angriffen auch fehlende Verschiffungsmöglichkeiten über die Seehäfen.
  • Bergbau- und Hüttenkomplex bringt Ukraine laut Forbes Ukraine über 6 Mrd. Dollar Exportumsatz.
  • Stadt will rund 1000 Stellen in kommunalen Versorgern anbieten, um freigesetzte Industriearbeiter aufzunehmen.

Warum es wichtig ist

Krywyj Rihs Wirtschaft hängt am Bergbau- und Hüttenwesen; das gleichzeitige Stillstehen der größten Werke gefährdet die städtischen Steuereinnahmen. Die Kommune kappt Entwicklungsprojekte, um Schulen, Krankenhäuser und Versorgung zu sichern. Gleichzeitig zeigt sich, wie russische Angriffe auf Industrieanlagen zusammen mit blockierten Seehäfen den ukrainischen Exportsektor erodieren, der über 6 Mrd. Dollar einbringt.

Was geschehen ist

Bürgermeister Oleksandr Wilkul erklärte, Krywyj Rih schalte angesichts der Stilllegung der großen Bergbau- und Hüttenwerke in einen „Überlebensmodus“ um. Die Stadtverwaltung kündigte einen Haushaltssequester an und will einen Teil der Entwicklungsprojekte auf Eis legen, um die sinkenden Steuereinnahmen aufzufangen. ArcelorMittal Krywyj Rih, das Ingulez- und das Piwdennyj-Bergbauwerk sowie der Krywyj-Rih-Eisenerzkombinat sind außer Betrieb; weitere Großbetriebe laufen laut Wilkul nur auf höchstens einem Viertel ihrer Vorkriegsleistung. Als Ursachen nannte er russische Angriffe und die fehlende Möglichkeit, Produkte über die Seehäfen zu verschiffen. Die Stadt will weiterhin Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Wasser- und Wärmeversorgung sicherstellen. Rund 1 000 Stellen sind bei „Krywbadswodokanal“ und „Kryworischteplomereschi“ verfügbar; der städtische Elektrotransport und andere Kommunalbetriebe sind bereit, freigesetzte Industriearbeiter aufzunehmen. Im August hatte Russland seine Angriffe auf den ukrainischen Bergbau- und Hüttenkomplex verschärft, „Saporischstal“ stellte die Produktion vollständig ein, und am 25. September erklärte ArcelorMittal, sein Werk in Krywyj Rih nach vier Raketentreffern bis Kriegsende zu stoppen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Beide ukrainischsprachigen Quellen stellen die städtische Führung in den Mittelpunkt und führen die Lage auf Wilkul zurück, der Krywyj Rihs Situation als lokalen „Überlebensmodus“ infolge der Stilllegung namentlich genannter Betriebe rahmt. Sie betonen das Zusammenwirken russischer Angriffe und blockierter Seexporte und stellen den Hüttenkomplex als Rückgrat der Stadt- und der ukrainischen Volkswirtschaft dar. Gleichzeitig berichten sie über die Aufrechterhaltung des sozialen Netzes – Schulen, Krankenhäuser, Wasser und Wärme bleiben in Betrieb – und bieten mit den Stellen in Stadtwerken einen konkreten Auffangpfad für freigesetzte Industriearbeiter.

Wo die Berichte auseinandergehen

Wilkuls Haushaltsausblick wird in einer Quelle als für „das nächste Jahr“ und in einer anderen als speziell für 2027 angegeben. Im Übrigen decken sich die Angaben beider Quellen.

Hintergrund

Im August verschärfte Russland seine Angriffe auf den ukrainischen Bergbau- und Hüttenkomplex; „Saporischstal“ stellte die Produktion vollständig ein, ArcelorMittal Krywyj Rih kürzte Kapazitäten. Am 25. September erklärte ArcelorMittal, sein Stahlwerk in Krywyj Rih nach vier Raketentreffern bis zum Kriegsende zu stoppen. Neben den Angriffen wurde die fehlende Möglichkeit, Produkte über die Seehäfen zu verschiffen, als eigenständiger Belastungsfaktor genannt.