Hälfte der größten russischen Dieselraffinerien nach Drohnenangriffen außer Betrieb
Drei von sechs der größten russischen Ölraffinerien, die Dieselkraftstoff produzieren, mussten im September 2026 ihre Produktion deutlich drosseln oder vollständig stoppen, nachdem ukrainische Drohnenangriffe Schäden verursacht hatten. Das geht aus Reuters-Berechnungen auf Grundlage von Daten aus dem Treibstoffmarkt hervor.
Das Wichtigste
- Drei der sechs größten russischen Dieselraffinerien drosselten oder stoppten ihre Produktion im September 2026 nach Drohnenschäden
- Die betroffenen Werke – Omsk, KINEF, Taneco, Wolgograd, NORSI und Perm – decken rund die Hälfte der russischen Dieselproduktion ab
- KINEF stellte den Betrieb vollständig ein; die Raffinerien Wolgograd und NORSI arbeiten mit etwa einem Viertel ihrer Nennkapazität
- Rosneft-Raffinerien in Sysran und Saratow stoppten die Produktion – Sysran am 16. September, Saratow ab dem 11. September
- In Sysran wurde die Hauptdestillationsanlage CDU-6 beschädigt; die Reparatur könnte laut Schätzung mindestens einen Monat dauern
- Nach MIE-Angaben wurden russische Raffinerien in den ersten acht Monaten 2026 im Durchschnitt alle drei Tage erfolgreich getroffen
- Die verringerte Produktion hat Moskau laut Berichten dazu veranlasst, die Exporte von Benzin, Diesel und Flugkraftstoff einzuschränken
Warum es wichtig ist
Die Angriffe haben rund die Hälfte der russischen Dieselproduktionskapazität getroffen – einen strategisch bedeutsamen Anteil der Kraftstofferzeugung des Landes. Die Internationale Energieagentur verzeichnet für die ersten acht Monate des Jahres 2026 im Durchschnitt einen erfolgreichen Treffer alle drei Tage, was auf eine anhaltende Kampagne hindeutet. Die geringere Produktion hat Moskau Berichten zufolge gezwungen, Exporte von Benzin, Diesel und Flugkraftstoff einzuschränken, mit Folgen für die inländische Versorgung und die externen Märkte.
Was geschehen ist
Im September 2026 haben ukrainische Drohnenangriffe mehrere große russische Ölraffinerien getroffen. Nach Berechnungen von Reuters auf Grundlage von Daten aus dem Treibstoffmarkt mussten drei der sechs größten Dieselproduzenten Russlands – die zusammen rund die Hälfte der landesweiten Dieselproduktion ausmachen – ihre Produktion deutlich drosseln oder vollständig einstellen. Die Raffinerie Kirischinefteorgsintez (KINEF) stellte den Betrieb vollständig ein; die Raffinerien in Wolgograd und NORSI arbeiten Berichten zufolge nur mit etwa einem Viertel ihrer Nennkapazität.
Am 11. September wurde am Saratower Werk die primäre Ölverarbeitungseinheit ELZU-AVT-6 sowie ein Abschnitt der Hauptpipeline beschädigt. Die Raffinerie in Sysran stoppte am 16. September, nachdem unter anderem die Hauptdestillationsanlage CDU-6 mit einer Kapazität von 17.000 Tonnen pro Tag – etwa 71 Prozent der Verarbeitungskapazität des Werks – beschädigt worden war. Die zweite Destillationseinheit CDU-5 befand sich bereits seit einem Drohnentreffer im Juli in Reparatur. Die Nennkapazität der Sysraner Raffinerie liegt bei 8,5 Millionen Tonnen pro Jahr (150.000 Barrel pro Tag), die des Saratower Werks bei 7,0 Millionen Tonnen pro Jahr (140.000 Barrel pro Tag).
Weitere Angriffe trafen die Raffinerie Slawjansk-na-Kubani in der Region Krasnodar, die Industriezone von Nischnekamsk in der Republik Tatarstan, in der große russische Erdölverarbeitungsbetriebe konzentriert sind, sowie die Raffinerie in Rjasan, in deren Folge es am 6. September zu einem Brand kam. Auch die Taneco-Raffinerie wurde Berichten zufolge angegriffen, wobei das Ausmaß der Schäden noch nicht abschätzbar ist.
Andrej Gangan, Direktor der geldpolitischen Abteilung der Bank von Russland, erklärte, die durch die Angriffe ausgelöste Treibstoffkrise habe die Inflation in Russland um 0,7 bis 0,8 Prozentpunkte steigen lassen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die einzige ukrainischsprachige Quelle rahmt den Bericht als Reuters-basierte Übersicht ein, die das Ausmaß der Störungen der russischen Raffineriekapazitäten – die Hälfte der großen Werke ist betroffen – betont und die Schäden auf ukrainische Drohnenangriffe zurückführt. Besonderes Augenmerk liegt auf den Auswirkungen auf die russischen Kraftstoffexporte.
Hintergrund
Die sechs namentlich genannten Raffinerien – Omsk, KINEF, Taneco, Wolgograd, NORSI und Perm – decken zusammen etwa die Hälfte der russischen Dieselkraftstoffproduktion ab. KINEF hat den Betrieb vollständig eingestellt, während Wolgograd und NORSI Berichten zufolge mit rund einem Viertel ihrer Nennkapazität arbeiten.