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Ukrainischer Drohnenangriff stoppt russische Raffinerie Jaroslawl

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat die Primärverarbeitungsanlage AVT-3 der Raffinerie Slavneft-Jaroslavlnefteorgsintez (JANOS) beschädigt und die Rohölverarbeitung am 17. September 2025 gestoppt. Die Anlage macht rund 40 Prozent der Verarbeitungskapazität aus; eine zweite Einheit war bereits seit einem vorherigen Angriff außer Betrieb. Treibstoff der Raffinerie wurde am selben Tag nicht mehr an der russischen Warenbörse angeboten.

Das Wichtigste

  • Die Raffinerie Jaroslawl (JANOS) stoppte am 17. September nach einem ukrainischen Drohnenangriff die Rohölverarbeitung.
  • Die beschädigte Anlage AVT-3 hat eine Kapazität von 17.140 Tonnen pro Tag, rund 40 Prozent der Gesamtkapazität.
  • Einheit AVT-4 befand sich bereits seit einem Drohnenangriff am 28. August in Reparatur.
  • Treibstoff der Raffinerie wurde am 17. September nicht mehr an der russischen Warenbörse angeboten.
  • JANOS gehört Slavneft, das gemeinsam von Rosneft und Gazprom Neft kontrolliert wird.
  • Die Raffinerie liegt rund 250 Kilometer nordöstlich von Moskau und ist die sechstgrößte Russlands nach Kapazität.
  • Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Videoaufnahmen des Treffers bei JANOS.

Warum es wichtig ist

Mit der beschädigten AVT-3-Einheit fällt etwa 40 Prozent der Verarbeitungskapazität einer der größeren russischen Raffinerien aus, während eine zweite Haupteinheit seit dem Angriff vom 28. August ohnehin stillsteht. Dass Treibstoff der Raffinerie noch am selben Tag nicht mehr an der russischen Warenbörse gehandelt wurde, zeigt die unmittelbare Wirkung auf den Inlandsmarkt. Betroffen ist Slavneft, ein Gemeinschaftsunternehmen von Rosneft und Gazprom Neft – zwei der größten staatlich verbundenen Energiekonzerne Russlands. Ukrainische Stellen, darunter der Generalstab und der Präsident, haben den Angriff öffentlich als Teil der Schläge gegen russische Energie- und Militärinfrastruktur eingeordnet.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 17. September trafen ukrainische Drohnen die Raffinerie Slavneft-Jaroslavlnefteorgsintez (JANOS) etwa 250 Kilometer nordöstlich von Moskau. Die Anlage AVT-3, eine der drei Primärverarbeitungseinheiten, wurde beschädigt. Reuters berichtete unter Berufung auf vier Branchenquellen, dass die Rohölverarbeitung daraufhin am Donnerstag eingestellt wurde. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Videoaufnahmen, die den Treffer auf dem Werksgelände sowie auf Flugzeuge auf einem Flugplatz in Rostow zeigen. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte erklärte, auf dem Gelände der Raffinerie sei auf der Einheit AVT-3 ein Brand festgestellt worden. Nach Angaben von Marktteilnehmern wurde am selben Tag kein Treibstoff der Raffinerie mehr an der russischen Warenbörse angeboten.

Hintergrund

JANOS ist mit einer Gesamtkapazität von 15 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr (300.000 Barrel pro Tag) die sechstgrößte Raffinerie Russlands. Im Jahr 2024 verarbeitete sie 14,9 Millionen Tonnen Öl und produzierte 2,6 Millionen Tonnen Benzin, 4,0 Millionen Tonnen Diesel und 4,7 Millionen Tonnen Heizöl. Die Anlage gehört Slavneft, das gemeinsam von Rosneft und Gazprom Neft kontrolliert wird. Die Raffinerie verfügt über drei Primärverarbeitungseinheiten: AVT-3 (17.140 Tonnen/Tag, 40 Prozent), AVT-4 (14.300 Tonnen/Tag, 33 Prozent) und AT-4 (11.430 Tonnen/Tag, 27 Prozent). Einheit AVT-4 befand sich bereits seit einem Drohnenangriff am 28. August in Reparatur.