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Drohnenangriffe in der Nacht: Perm und weitere russische Regionen getroffen

In der Nacht zum 7 September griffen Drohnen die russische Stadt Perm und weitere Regionen an. Wolodymyr Selenskyj erklärte, ukrainische Streitkräfte hätten Raffinerien in Perm, Rjasan und Tatarstan sowie eine Drohnenbasis und ein Ziel im Schwarzen Meer getroffen.

Das Wichtigste

  • Bei Drohnenangriffen in der Nacht zum 7. September wurde Perm getroffen.
  • Als mögliches Ziel gilt Lukoil-Permnefteorgsintez, einer der größten russischen Raffineriebetriebe.
  • Die Raffinerie verarbeitet mehr als 13 Millionen Tonnen Öl pro Jahr; mehr als die Hälfte ihrer Produkte werden exportiert.
  • Selenskyj erklärte, ukrainische Streitkräfte hätten auch Raffinerien in Rjasan und Tatarstan angegriffen.
  • In Perm wurden ein Mensch getötet und vier verletzt; ein mehrstöckiges Gebäude wurde beschädigt.
  • In der Oblast Belgorod wurden zwei Todesfälle gemeldet.

Warum es wichtig ist

Ein zweiter Drohnenangriff auf Perm innerhalb weniger Wochen zeigt, dass ukrainische Drohnen Ziele in großer Entfernung von der ukrainischen Grenze erreichen können. Sollte Lukoil-Permnefteorgsintez tatsächlich getroffen worden sein, könnte dies angesichts seiner Verarbeitungskapazität und seines hohen Exportanteils Auswirkungen auf die russische Kraftstoffversorgung und die Ausfuhren haben.

Was geschehen ist

In der Nacht zum 7. September schlugen Drohnen in Perm und in mehreren anderen russischen Regionen ein. Im Raum der Lukoil-Raffinerie in Perm wurde eine Rauchsäule beobachtet; Satellitendaten von NASA FIRMS wiesen dort auf einen Brand hin. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden in der Stadt ein Mensch getötet und vier verletzt. Zudem wurde ein mehrstöckiges Gebäude beschädigt. Gouverneur Dmitri Machonin sagte, über der Region seien 27 Drohnen abgefangen worden.

Auch in der Oblast Belgorod wurden zwei Todesfälle gemeldet. In der Oblast Woronesch beschädigten Trümmer drei Häuser, vier Autos, eine Stromleitung und einen Traktor. In Tschuwaschien wurde laut Gouverneur Oleg Nikolajew ein Mobilfunkturm beschädigt, ohne dass es Tote gab. In Taganrog wurde über einen Brand auf einer Luftwaffenbasis berichtet; Gouverneur Juri Sljussar bestätigte den Angriff, äußerte sich aber nicht zu Zerstörungen.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Die ukrainischen Medien stellen die Angriffe als koordinierte Operation gegen mehrere weit entfernte Ziele dar. Sie heben besonders die Permer Raffinerie hervor, die mehr als 13 Millionen Tonnen Öl pro Jahr verarbeitet und über 1.600 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt. Selenskyjs Äußerungen zufolge gehörten neben Raffinerien in drei russischen Regionen auch ein Drohnenstartplatz in der Oblast Kursk und ein Ziel im Schwarzen Meer zum Angriffsspektrum.

Wo die Berichte auseinandergehen

Die Quellen sind sich uneinig, ob in Perm Lukoil-Permnefteorgsintez oder stattdessen ein Pulverwerk und das Maschinenbauunternehmen Maschinenobudownyk im Stadtteil Sakamsk angegriffen wurde. Einige ukrainische Militärquellen meldeten, dass die ukrainischen Streitkräfte die Angriffe bislang nicht offiziell kommentiert hätten; zugleich wird Selenskyj mit der Aussage zitiert, ukrainische Einheiten hätten Raffinerien in Perm, Rjasan und Tatarstan getroffen. Eine zeitlich direkt datierte offizielle Stellungnahme des ukrainischen Militärs liegt im Material nicht vor.

Hintergrund

Lukoil-Permnefteorgsintez ist Teil der Lukoil-Gruppe und liegt mehr als 1.600 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Perm war bereits am 21. August von Drohnen angegriffen worden; dabei wurde vermutlich eine atmosphärische Vakuum-Primäröl-Destillationsanlage der Raffinerie beschädigt. Selenskyj bestätigte seinerzeit einen ukrainischen Angriff auf die Raffinerie und auf den Militärflugplatz Marynivka. Am 2. September brach zudem in einem separaten Feuer im Raketentriebwerkswerk Proton-PM in Perm aus.