US-Sondergesandte in Kyiw zu Gesprächen über Kriegsende – Ukraine, Europa und USA vereinbaren Folgetreffen
Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner trafen am 6. September in Kyiw mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammen. Drei Gesprächsrunden fanden statt; an der dritten nahmen Sicherheitsberater aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland teil. Selenskyj kündigte ein Folgetreffen im Format Ukraine–Europa–USA an; ein mögliches trilaterales Treffen Ukraine–Russland–USA wurde ebenfalls in Aussicht gestellt.
Das Wichtigste
- 6. September: Steve Witkoff und Jared Kushner reisen per Zug nach Kyiw und treffen Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem Sophienplatz.
- Drei Gesprächsrunden in Kyiw, laut Selenskyj „sehr substanziell"; an der dritten Runde nehmen Sicherheitsberater aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland teil.
- Themen: mögliche Parameter für ein Kriegsende, kurzfristige Unterstützung der Ukraine, Luftverteidigung und Energie, Sicherheits- und Wirtschaftsgarantien, Wiederaufbauplan sowie die territoriale Frage.
- Angekündigt wurde ein Folgetreffen im Format Ukraine–Europa–USA; Ort (Europa, USA oder erneut Ukraine) und Datum sind noch offen.
- Witkoff und Kushner sagten, eine trilaterale Begegnung Ukraine–Russland–USA könne „in naher Zukunft" angekündigt werden.
- Kushner erklärte, ein Kriegsende bis zum Winter sei nicht garantiert; die USA arbeiteten aber daran, die Bedingungen dafür zu schaffen.
- Am 5. September hatten Witkoff und Kushner in Moskau Gespräche mit Wladimir Putin geführt; der Kreml bezeichnete das Treffen als „substantiell, sehr offen und konstruktiv".
Warum es wichtig ist
Die Begegnung in Kyiw ist der erste Besuch von Witkoff und Kushner in der Ukraine seit Beginn der russischen Vollinvasion und folgt direkt auf ein dreistündiges Gespräch mit Putin in Moskau. Sie brachte eine konkrete Vereinbarung für ein Folgetreffen im Format Ukraine–Europa–USA sowie die konkrete Aussicht auf eine Rückkehr zum trilateralen Format Ukraine–Russland–USA. Dass europäische Sicherheitsberater aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland an der dritten Runde teilnahmen, zeigt, dass europäische Hauptstädte nach Monaten bilateraler US-russischer Kontakte wieder in den Prozess eingebunden werden. Gleichzeitig stellten die USA klar, dass ein Kriegsende bis zum Winter nicht garantiert ist – der diplomatische Pfad bleibt explorativ, während Selenskyj ankündigte, dass der Krieg voraussichtlich über den Winter andauern werde und die Ukraine auf ein „Winterpaket" mit Luftverteidigung und Energieunterstützung zähle.
Was geschehen ist
Am 6. September reisten die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner per Zug nach Kyiw und wurden von Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem Sophienplatz empfangen; nach einem Besuch im Inneren der Sophienkathedrale begannen die Verhandlungen. Es fanden drei Gesprächsrunden statt, die Selenskyj als „sehr substanziell" bezeichnete. An der dritten Runde nahmen nationale Sicherheitsberater aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland teil. Erörtert wurden mögliche Parameter für ein Kriegsende, kurzfristige Unterstützung der Ukraine, Luftverteidigung und Energieunterstützung, Sicherheits- und Wirtschaftsgarantien, ein Wiederaufbauplan sowie die territoriale Frage. Im Anschluss kündigte Selenskyj ein Folgetreffen im Format Ukraine–Europa–USA für die nahe Zukunft an; Ort und Datum blieben offen – Optionen seien Europa, die USA oder erneut die Ukraine. Witkoff erklärte, ein trilaterales Treffen Ukraine–Russland–USA könne „in naher Zukunft" angekündigt werden; Selenskyj signalisierte ukrainische Bereitschaft zur Rückkehr in dieses Format, verwies aber darauf, dass Russland dazu noch nicht ausreichend Bereitschaft zeige. Kushner sagte, ein Kriegsende bis zum Winter sei nicht garantiert; Selenskyj erklärte, der Krieg werde nach derzeitiger Einschätzung wahrscheinlich über den Winter andauern. Am Vortag, dem 5. September, hatten Witkoff und Kushner in Moskau Gespräche mit Präsident Wladimir Putin geführt; der Kreml bezeichnete das Treffen als „substantiell, sehr offen und konstruktiv"; das Weiße Haus sprach ebenfalls von einem „substantiellen" Gespräch und kündigte konkrete nächste Schritte für die kommenden Wochen an.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Ukrainische Medien stellen den europäischen Einschnitt heraus: Sicherheitsberater aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland hätten an der dritten Runde in Kyiw teilgenommen. Sie betonen Selenskyjs Aussage, dass Russland derzeit nicht ausreichend Bereitschaft für ein konkretes Verhandlungsformat zeige. Mehrere ukrainische Titel führen mit der Ankündigung des Folgetreffens im Format Ukraine–Europa–USA sowie mit Selenskyjs Aussage, „der Ball liege jetzt auf russischer Seite". Ukrainische Quellen verweisen zudem auf ein „Winterpaket" mit Luftverteidigung und Energieunterstützung und auf die Einschätzung, die Ukraine habe ihre Positionen auf dem Schlachtfeld in den vergangenen zehn bis zwölf Monaten gestärkt – dies wird als Verhandlungshebel dargestellt. Ukrainische Offizielle erklärten zudem, die Ukraine habe im August mehr Territorium zurückgewonnen als verloren, und Russland habe etwa 42.000 Verluste (tot oder verwundet) erlitten.
Wie internationale Quellen darüber berichten
Die internationale Berichterstattung – in den vorliegenden Quellen vor allem ein britischer Artikel – rahmt die Gespräche als „reich an Symbolik" und betont, dass substanzielle Differenzen zwischen Russland und der Ukraine bestehen bleiben, was einen skeptischeren Ton als die ukrainische Berichterstattung darstellt. International wird Axios' Bericht zitiert, demzufolge Witkoff und Kushner auf einen „Durchbruch" bis zum Winter hoffen – ein Framing, das in den meisten ukrainischen Schlagzeilen fehlt. Die Moskauer Lesart – Uschakows Charakterisierung des Treffens mit Putin als „substantiell, sehr offen und konstruktiv" sowie Putins Insistieren auf der Behandlung der „Wurzelursachen" – findet direkten Eingang in die internationale Rahmung, neben der ukrainischen Lesart.
Wo die Berichte auseinandergehen
Zwischen den Quellen besteht eine Uneinheitlichkeit zur Jahresangabe: Einige Beiträge datieren das Kyiwer Treffen und die Pressekonferenz von Witkoff und Kushner auf den 6. September 2026, andere ausdrücklich auf den 6. September 2025; eine Faktenangabe im Material (47875) weist die Jahresangabe 2026 als nicht durch andere Quellen bestätigt aus.
Hintergrund
Am 5. September hatten Witkoff und Kushner in Moskau Gespräche mit Putin geführt; Uschakow bezeichnete das Treffen als „substantiell, sehr offen und konstruktiv", und Putin äußerte nach Uschakows Angabe Zuversicht, die Kriegsziele zu erreichen. Das Weiße Haus sprach ebenfalls von einem „substantiellen" Gespräch und kündigte konkrete nächste Schritte für die kommenden Wochen an. Ukrainische Offizielle erklärten, die Ukraine habe im August mehr Territorium zurückgewonnen als verloren und Russland habe rund 42.000 Verluste erlitten – und rahmen dies als Verhandlungshebel. Der Politikwissenschaftler Jewhen Machda erklärte, der Besuch am 6. September sei der erste von Witkoff und Kushner in Kyiw gewesen; zuvor war aus der Trump-Administration nur Keith Kellogg in die Ukraine gereist, dessen Amtszeit inzwischen geendet habe. Witkoff beschrieb seine und Kushners Aufgabe als Annäherung der ukrainischen und russischen Positionen und Schaffung von Kommunikationskanälen und sagte, die USA hätten in den vergangenen 48 Stunden versucht, diesen Prozess konstruktiv zu starten.