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US-Sondergesandte in Kiew: Gespräche über Frieden und Winterhilfe

Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner haben am 6. September erstmals in ihrer Funktion als US-Unterhändler Kiew besucht und dort in drei Gesprächsrunden mit Präsident Wolodymyr Selenskyj verhandelt. Dabei ging es unter anderem um mögliche Wege zur Beendigung des Krieges, Sicherheitsgarantien, ein Winterhilfspaket und eine neue Runde im Ukraine–USA–Europa-Format.

Das Wichtigste

  • Witkoff und Kushner trafen am 6. September 2026 in Kiew ein, nachdem sie am Vortag in Moskau mit Wladimir Putin gesprochen hatten.
  • Die US-Gesandten reisten mit dem Zug, obwohl ukrainische Flughäfen nach ukrainischen Angaben für ihre Ankunft vorbereitet waren.
  • Die Gespräche fanden in drei Runden statt; britische, französische und deutsche Sicherheitsberater nahmen an der erweiterten Runde teil.
  • Selenskyj bezeichnete alle drei Runden als „sehr substanziell“.
  • Erörtert wurden ein „Winterpaket“ mit Luftabwehr, Energieunterstützung und möglichem US-LNG sowie Sicherheits- und Wirtschaftsgarantien.
  • Eine neue Konferenz im Ukraine–USA–Europa-Format wurde für die nahe Zukunft vereinbart; Ort und Datum stehen noch nicht fest.

Warum es wichtig ist

Der Besuch markiert eine direkte diplomatische Initiative der USA nach Monaten mit festgefahrenen Verhandlungen. Die Beteiligung der europäischen Partner an einer der Gesprächsrunden und die angekündigte neue Konferenz im Ukraine–USA–Europa-Format deuten auf den Versuch hin, die Friedenssuche wieder zu institutionalisieren. Ein mögliches Winterpaket wäre für die Ukraine besonders wichtig, falls der Krieg über die kalte Jahreszeit andauert.

Was geschehen ist

Steve Witkoff und Jared Kushner, Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, reisten am 6. September nach Kiew. Es war ihr erster Besuch in der Ukraine, seit sie eine führende Rolle in den US-Bemühungen um eine Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine übernommen hatten. Am Tag zuvor hatten sie in Moskau Wladimir Putin getroffen.

In Kiew fanden drei Gesprächsrunden mit einer ukrainischen Delegation unter Leitung von Präsident Wolodymyr Selenskyj statt. Zur ersten Runde gehörte die ukrainische Delegation; an den späteren Runden nahmen auch nationale Sicherheitsberater aus Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich teil. Die Gespräche befassten sich mit möglichen Parametern für ein Kriegsende, territorialen Fragen, Sicherheitsgarantien, Wirtschaftsgarantien, Wiederaufbau und einem „Plan des Wohlstands“ für die Ukraine.

Selenskyj zufolge sollte auch ein „Winterpaket“ vorbereitet werden, das Luftabwehr, Unterstützung für den Energiesektor und mögliche Lieferungen von amerikanischem Flüssigerdgas umfasst. Die Beteiligten kündigten eine neue Begegnung im Ukraine–USA–Europa-Format an. Ein Ort und ein Datum dafür wurden noch nicht genannt.

Wie ukrainische Quellen darüber berichten

Ukrainische Darstellungen stellen Selenskyj und die ukrainische Verhandlungsdelegation in den Mittelpunkt. Sie betonen, dass die Ukraine konstruktiv verhandelt, ihre Vorschläge vorbereitet hat und für weitere Gespräche offen ist. Zugleich wird die territoriale Frage, insbesondere der Donbas, als zentrales Thema des Krieges beschrieben. Die ukrainische Seite erwartet zudem konkrete Unterstützung für Luftabwehr und Energieversorgung während des Winters. Der Besuch der US-Gesandten wurde als Zeichen dafür gewertet, dass die diplomatischen Bemühungen nach einer Pause wieder aufgenommen werden.

Wie internationale Quellen darüber berichten

Internationale Medien berichten über die Gespräche vor allem als diplomatischen Ablauf: zuerst Moskau, dann Kiew, danach möglicherweise wieder ein trilaterales Treffen. Einige Berichte beschreiben die Moskauer Gespräche als ohne durchschlagenden Ergebnis und stellen Russlands Forderungen als unverändert hart dar. Die US-Seite spricht dagegen von einer Friedensinitiative, einem möglichen „Friedenspaket“ und der Notwendigkeit von Kompromissen beider Seiten. Auch wird über mögliche Telefonate Trumps mit Putin und Selenskyj sowie über eine neue trilateraler Gesprächsrunde spekuliert.

Wo die Berichte auseinandergehen

Bei der Datierung der Ereignisse gibt es in den gelieferten Angaben eine nicht aufgelöste Abweichung: Die meisten ukrainischen und westlichen Quellen ordnen den Besuch dem 5. bis 6. September 2025 zu, während einzelne Quellen die Ereignisse auf 2026 datieren. Der hier zugrunde gelegte Ereigniszeitpunkt ist der 6. September 2026.

Hintergrund

Trump hatte die Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 zu einem Schwerpunkt seiner Politik gemacht. Die trilaterale Gesprächsrunde zwischen der Ukraine, den USA und Russland war seit Ende Februar unterbrochen. Ein für August geplanter Besuch von Witkoff und Kushner in Kiew war wegen verstärkter russischer Angriffe verschoben worden. Der ukrainische Luftraum ist seit Beginn der russischen Vollinvasion im Jahr 2022 für zivile Flüge geschlossen; westliche Vertreter reisen deshalb üblicherweise mit dem Zug nach Kiew.