US-Gesandte Witkoff und Kushner treffen Selenskyj in Kyiw – europäische Berater ebenfalls vor Ort
Am 6. September 2026 trafen die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kyiw mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammen, einen Tag nach einem mehr als dreistündigen Gespräch mit Wladimir Putin in Moskau. Selenskyj hatte zuvor die ukrainische Verhandlungsgruppe um Kyrylo Budanow, Serhij Kyslyzja, Rustem Umjerow und Dawyd Arachamija konsultiert. Gleichzeitig waren nationale Sicherheitsberater aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland in der Hauptstadt. Beide Seiten kündigten für die Dauer der Gespräche gegenseitig einen Verzicht auf Luftschläge auf Kyiw und Moskau an.
Das Wichtigste
- 6. September 2026: US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner trafen Präsident Selenskyj in Kyiw – ihre erste Ukraine-Reise in dieser Rolle.
- 5. September 2026: Die Gesandten sprachen mehr als drei Stunden mit Wladimir Putin im Kreml; danach reisten sie nach Kyiw weiter.
- Treffen mit der ukrainischen Verhandlungsgruppe vor den Gesprächen: Kyrylo Budanow, Serhij Kyslyzja, Rustem Umjerow, Dawyd Arachamija.
- Nationale Sicherheitsberater aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland waren gleichzeitig in Kyiw (sog. „Euro-Trio").
- Für die Dauer der Verhandlungen einigten sich beide Seiten auf einen gegenseitigen Verzicht auf Luftschläge auf Kyiw und Moskau.
- Geplant waren zwei Verhandlungsrunden in Kyiw: eine mit der ukrainischen Seite, eine mit den europäischen Partnern.
- US-Präsident Donald Trump hatte die Reise als Versuch zur Beendigung des Krieges angekündigt und Selenskyj dankte ihm für die Genehmigung des Besuchs.
Warum es wichtig ist
Der Besuch ist die erste Ukraine-Reise der US-Gesandten Witkoff und Kushner in ihrer Rolle als Vermittler zur Beendigung des Krieges. Er folgte auf einen mehrtägigen US-russischen Austausch in Moskau und fand unter Beteiligung europäischer Sicherheitsberater statt, was auf einen koordinierten transatlantischen Ansatz hindeutet. Selenskyj stellt die Gespräche als Möglichkeit dar, Frieden, Sicherheitsgarantien und eine würdige Nachkriegsordnung voranzubringen, während die ukrainischen Vorschläge bereits vorbereitet seien. Gleichzeitig macht die russische Seite die Erfüllung ihrer Kriegsziele und die Beseitigung der so genannten „Grundursachen" – einschließlich eines Verzichts der Ukraine auf eine NATO-Mitgliedschaft und einer Entwaffnung der ukrainischen Streitkräfte – zur Bedingung, was Kyiw ablehnt.
Was geschehen ist
Am 6. September 2026 trafen die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kyiw ein, wo sie von Kyrylo Budanow, Serhij Kyslyzja, Rustem Umjerow und Dawyd Arachamija empfangen wurden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor die ukrainische Verhandlungsgruppe konsultiert und erklärte, die ukrainischen Vorschläge seien vorbereitet. Gegen 14:20 Uhr gab Selenskyj den Beginn der Verhandlungen bekannt und veröffentlichte ein Video vom Treffen am Platz vor der Sophienkathedrale. Im Anschluss wurde der Delegation das Innere der Sophienkathedrale gezeigt. Geplant waren zwei Verhandlungsrunden – eine mit der ukrainischen Seite, eine mit europäischen Partnern aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland, darunter nationale Sicherheitsberater. Selenskyj dankte US-Präsident Donald Trump dafür, dass er den Besuch ermöglicht hatte. Für die Dauer der Gespräche einigten sich beide Seiten öffentlich darauf, Luftschläge auf Kyiw und Moskau auszusetzen.
Wie ukrainische Quellen darüber berichten
Die ukrainische Berichterstattung stellt Selenskyj als aktiven Vorbereiter und Leiter der ukrainischen Verhandlungsgruppe dar, dessen Vorschläge fertig vorliegen und der eine „konstruktive" Position wahrt. Als rote Linien gelten Forderungen nach Sicherheitsgarantien und einem würdevollen Nachkriegsfrieden. Hervorgehoben wird die gleichzeitige Anwesenheit europäischer Partner aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland als Beleg für eine koordinierte westliche Haltung statt eines rein bilateralen US-russischen Formats. Die von Putin angeordnete Pause der Angriffe auf Kyiw wird als Verhandlungskonzession gerahmt, der die ukrainische Bereitschaft gegenübersteht, auf Schläge auf Moskau zu verzichten.
Wo die Berichte auseinandergehen
Über den Ausgang des Moskauer Treffens zeichnen die Quellen ein unterschiedliches Bild: Kreml-Berater Juri Uschow betonte Russlands Zuversicht, die Kriegsziele zu erreichen, und die Notwendigkeit, die „Grundursachen" – darunter das Ende der ukrainischen NATO-Bestrebungen und eine Entwaffnung der ukrainischen Streitkräfte – zu beseitigen; das Weiße Haus bezeichnete die Gespräche als „substantiell" und kündigte weitere Schritte an. Selenskyj unterstrich die konstruktive ukrainische Haltung und die Forderung nach Sicherheitsgarantien; Budanow erklärte, ein Waffenstillstandsangebot sei an Putin übermittelt, aber ohne Antwort geblieben. Auch die Deutung der dreitägigen Angriffspause auf Kyiw ist unterschiedlich: Der Kreml stellt sie als einseitige Geste dar, während Selenskyj darauf verwies, dass Russland die Ankunft der US-Gesandten per Flugzeug faktisch verhindert habe und die Ukraine im Gegenzug auf Schläge auf Moskau verzichte.
Hintergrund
Der Kyiw-Besuch war ursprünglich für August geplant, wurde jedoch wegen verstärkter russischer Angriffe auf die Ukraine verschoben. US-Präsident Trump hatte die Beendigung des russisch-ukrainischen Krieges seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 zur Priorität erklärt; Anfang August kündigte Außenminister Marco Rubio eine Intensivierung der Friedensbemühungen an. Die US-vermittelten Gespräche waren zuvor unter anderem wegen US-israelischer Maßnahmen gegen Iran ins Stocken geraten. Die ukrainische Seite wird in diesen Verhandlungen von Kyrylo Budanow geleitet; zu den weiteren Kernteilnehmern zählen Serhij Kyslyzja, Rustem Umjerow und Dawyd Arachamija.